„Finanzielle Folgen unabsehbar“

23.02.2007

Mainpost 23.2.2007

 

„Finanzielle Folgen unabsehbar“

 

UNTERSPIESHEIM (-IM) Bund Naturschutz freut sich über Verzicht auf Genmais-Anbau

„Grüne Gentechnik wäre eine ökonomische Katastrophe für den Unterspiesheimer Landwirt. Er tut gut daran, den Monsanto-Genmais Mon 810 nicht anzubauen. Die finanziellen Folgen wären unabsehbar – für ihn und für die Nachbarlandwirte“, stellt der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Ernst Bohlig, in einer Stellungnahme zum Artikel „Genmais kommt nicht aufs Feld“ (15. Februar) fest.

Anfangs, so Bohlig, beschere die Gentechnik gute Ernte-Erfolge. Nach wenigen Jahren seien die Schädlinge aber resistent geworden und der Ernteertrag gehe stark zurück. Folge: noch mehr Pestizide, die selbst der Genpflanze zu schaffen machen und damit deutliche Ernteeinbußen bewirken. Ein Umstieg auf herkömmliche Pflanzen, so Bohlig, sei dann erst nach einigen Jahren Brache möglich, da auf den durch Pestizide verseuchten Böden keine „normalen“ Samen mehr aufgehen. „Ist der Landwirt dann noch nicht pleite, so geben ihm die Schadensersatzforderungen der Nachbarn (Landwirte, Feldeigentümer) den Rest“, meint Bohlig.

Die Behauptung von Rudolf Bender, dass nationale Regierungen die Aussaat nicht verhindern und verbieten dürfen, sei falsch. Zwar habe die EU-Kommission die gentechnisch veränderte Maislinie Mon 810 genehmigt, aber Österreich, Ungarn und Polen hätten anschließend Importverbote und Anbauverbote verhängt. Die Rechtmäßigkeit dieser Verbote sei von nahezu Dreiviertel der Stimmberechtigten im EU-Umweltministerrat bestätigt worden. Ein solches Verbot sei möglich, wenn berechtigte Gründe die Annahme erlauben, dass das Produkt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darstellt, was, so Bohlig, bei Genmais der Fall sei.

Wenn Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) die gentechnisch veränderten Maissorten Mon 810 dennoch unbeschränkt zulässt, dann müsse, so Bohlig, die Frage gestattet sein, ob Monsanto wie in Kanada Zahlungen an die Regierung avisiert hat oder ob anderweitig Gelder geflossen sind. „Mon 810 enthält ein synthetisches Gen, ein Bt-Toxin, das die DNA (Erbgutinformationen) verändert. Es wird hier Erbgut des 'Bacillus thuringiensis' ins Maisgen integriert. Die gegenteilige Behauptung von Bürgermeister Herbert ist also falsch oder zumindest verharmlosend“, stellt der Bund-Naturschutz-Kreisvorsitzende zudem zu dem Artikel fest.

Und Bender, so Bohlig, vergleiche Äpfel mit Birnen, wenn er herkömmliche Züchtung mit Grüner Gentechnik vergleiche und auch, wenn er diese mit Gentechnik in der Medizin und bei Lebensmittelzusatzstoffen gleichsetze. Grüne Gentechnik, einmal freigesetzt, habe unwiderruflich negative Folgen. „Deshalb Hände weg davon“, meint Ernst Bohlig weiter.

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