Flurbereinigung droht Zeilitzheimer zu entzweien

12.03.2007

Mainpost 12.3.2007

 

Flurbereinigung droht Zeilitzheimer zu entzweien

 

ZEILITZHEIM (BP) Teils heftige Diskussion in der Bürgerversammlung – Genmais immer noch ein Thema

Teilweise heftige Diskussionen führten die Bürger im zweiten Teil der Bürgerversammlung. Ein wichtiges Thema hier war die Flurbereinigung, die nach jahrelangen Debatten in die Wege geleitet werden soll. Dazu wird es am Montag, 19. März eine Versammlung im Sportheim geben.

Für die Zukunft und die Entwicklung des Dorfes sei dies nötig, so Bürgermeister Herbert. Er hoffe, dass sich die Mehrheit der Grundstücksbesitzer für eine Flurbereinigung entscheide und die anders Denkenden dann die Maßnahme mittragen, so Werner Herbert.

Kurt Plempel befürchtet, dass die bereits errichteten Schotterwege nicht mehr benötigt und wieder entfernt werden und somit das hierfür ausgegebene Geld verloren sei. Diese Wege würden bestehen bleiben, oder ausgebaggert und das Material wieder verwertet, sind sich Bürgermeister Horst Herbert und Werner Herbert sicher.

Auch Karl Schömig warb für die Flurbereinigung. Nur im Rahmen dieser Maßnahme könnten in der Gemarkung anständige Wege gebaut werden, die nicht zu sehr verschmutzt sind und auf denen man laufen oder Rad fahren könne, wurde eine entsprechende Frage von Rudi Braun beantwortet.

Als Schikane bezeichnete Lorenz Englert die Fußgängerüberquerungshilfe zur Verkehrsberuhigung am Ortseingang von Kolitzheim. Vor allem für Lastkraftwagen sei die Situation unzumutbar. Dies sei auf Wunsch des Arbeitskreises für die Dorferneuerung geschehen, so Bürgermeister Herbert. Messungen zeigten auch, dass der Verkehr an den Ortseinfahrten sehr schnell sei. 50 Prozent der Pkw seien zu schnell. Spitze in Herlheim waren 135 Kilometer pro Stunde.

Mit den Ausführungen von zweitem Bürgermeister Rudolf Bender über die Genmais-Problematik in der Gemeinderatssitzung sei er nicht einverstanden, meldete sich Hartmut Graf zu Wort. Man müsse sich nicht daran gewöhnen, sondern sich wehren. Die Verbraucher haben Macht, so Graf. Er verwies auf eine Broschüre über gentechnikfreies Essen.

Bürgermeister Herbert betonte nochmals, dass der Unterspiesheimer Landwirt legal gehandelt habe und das Saatgut zugelassen sei. Die Gemeinde hätte keine Einflussmöglichkeiten. Herbert weiter: „Fakt ist, wir haben es schon, zum Beispiel im Viehfutter.“ Er sei auch kein Freund des Genmais-Anbaus, warf Landwirt Werner Herbert ein. Allerdings dürfe man sich von der Entwicklung nicht abkoppeln, betonte er und verwies auf die Verwendung in der Medizin.

Über Ablagerungen von Holz und anderen Gegenständen auf öffentlichen Flächen und Unrat am Containerstandplatz klagte Rudi Braun. Ihm sei das Problem bekannt, so Herbert. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, nichts zu unternehmen. Es seien Fälle zur Anzeige gebracht und auch mit Bußgeld geahndet worden. Elsbeth Redweik fragte nach, ob auf dem Friedhof nicht wieder ein kleiner Ablageplatz für Bioabfall eingerichtet werden könnte. Dies habe keinen Sinn, da dann hier alles abgelagert würde, so die Antwort.

Helmut Herbert wünscht sich am Marktplatz eine gefälligere Gestaltung des Bereiches um Brunnen und Kriegerdenkmal. Im Moment sei dies nicht möglich, da dann das ganze Areal weggenommen werden müsste, antwortete das Gemeindeoberhaupt.

Einen Radweg nach Obervolkach möchte Dietmar Hausstein. Dies sei vorerst sinnlos, da die Stadt Volkach zurzeit noch nicht für eine Weiterführung ab der Kreisgrenze bereit sei, so der Bürgermeister.

Lorenz Englert wünschte sich eine Beteiligung der örtlichen Gemeinderäte an den Grundholdenversammlungen. Sie hätten keine Einladung erhalten, antwortete Alexander von Halem hierauf. Auch die forstwirtschaftliche Beratung für die Gemeindewälder findet Lorenz Englert nicht optimal, was man am Zustand der Wälder sehe.

Weitere Themen in der Diskussion waren unter Anderem die Gefahr von abbrechenden Baumästen, die Verschmutzung durch Hundekot und der schlechte Zustand einiger Gebäude.

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