Frank Webers Schule hat Modellcharakter

10.05.2006

Mainpost 10.5.2006

 

Frank Webers Schule hat Modellcharakter

 

herlheim (-TER) Lieselotte Feller hatte die Mitglieder der Frauen-Union Schweinfurt-Land zum Frühstück ins "Kaffee Graf" geladen. Hier berichtete die Bolivierin Daniela Navila Siles, die zur Zeit bei der Familie von Landrat Harald Leitherer als Au pair beschäftigt ist, über das Straßenkinderprojekt des Schweinfurters Frank Weber in der bolivischen Stadt Cochabamba.

1985 war Weber nach Cochabamba gekommen und über die verbreitete Kinderarmut entsetzt. Er gesellte sich nicht nur zu den Kindern auf die Straße, sondern teilte auch sein Studentengeld mit ihnen. Einige Jahre danach gründete er einen Straßenkinderverein, dessen Stellvertreter Landrat Harald Leitherer ist, und errichtete zunächst ein Wohnheim, später eine Schule für die Armen von den anderen staatlichen Lehreinrichtungen ausgeschlossenen Kindern. An dieser nach dem ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker benannten und von ihm unterstützten Schule unterrichtet die Tante von Navila Siles, die heute die Betreuung der Einrichtung während Webers Abwesenheit innehat. Die heute staatlich anerkannte private Lehreinrichtung Webers gewinnt in Südamerika immer wieder Wettbewerbe und konnte vielen Schüler hohe Bildungsabschlüsse wie ein Medizinstudium ermöglichen. Auf ausdrücklichen Wunsch Webers dürfen aber nur arme Kinder unterrichtet werden.

Navila Siles war in ihrer zweijährigen ehrenamtlichen Tätigkeit an der Schule damit beschäftigt, Familien, die Anträge für eine Aufnahme ihrer Kinder stellten, aufzusuchen, deren Bedürftigkeit zu kontrollieren und einen Bericht darüber zu erstellen. Navila Siles wird im September nach Bolivien zurückkehren, um dort an die Diplomatenschule zu gehen.

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