Freizeitspaß für die ganze Familie

19.05.2015

Mainpost, 19.05.2015

 

STAMMHEIM/MAINSCHLEIFE
Freizeitspaß für die ganze Familie

Die Sonne lacht beim 9. Autofreien Sonntag für unzählige frischluftbegeisterte Menschen

„Ich habe mich so auf diesen Tag gefreut“, sagt Jette und tritt fest in die Pedale ihres nagelneuen Fahrrads. Dass die Achtjährige aus Stammheim zusammen mit Mama, Papa und den drei Geschwistern am Sonntag ihre Premiere auf dem hübschen pinkfarbenen Bike nicht auf einem Radweg, sondern auf der Straße machen darf, hat sie dem Autofreien Sonntag im Fränkischen Weinland zu verdanken.

Mehrere Tausend Menschen radelten bei sonnigem Wetter durch drei Landkreise und Jette war mit ihrer ganzen Familie mittendrin. Auf einer Länge von 45 Kilometern waren die Straßen entlang des Mains für den motorisierten Verkehr für acht Stunden gesperrt.

Den ersten Stopp auf ihrer Tour legen Jettes Eltern, Nadine und Jürgen Friedrich, an der neuen Schiffsanlegestelle am Stammheimer Mainufer ein. Jette und ihre Schwester Mara haben sich schon warm gefahren. Den Zwillingen Milo und Emil im Fahrradanhänger der Friedrichs scheint es prächtig zu gehen. Mit großen Augen beobachten sie die vorbeiflitzende Natur. Mit dem Segen von Pfarrer Andreas Engert, der im kleinen Kirchenzelt in der Mainaue den Gottesdienst für die Radler hält, geht es weiter zur Fähre nach Obereisenheim. Bevor die Großfamilie die schwimmende Brücke betritt, lässt sie sich das leckere Weißwurstfrühstück, das der Sportclub Obereisenheim serviert, nicht entgehen. Jesse ist glücklich: „Das schmeckt lecker.“

Auf den Straßen am Main geht es am Vormittag noch recht ruhig zu. Am Nachmittag wird der Radlerverkehr dichter. Skater, Tandems und andere ausgefallene Gefährte begegnen der jungen Familie. Trotz fehlender Autos sollte man die Verkehrsregeln einhalten. Rechts fahren ist angesagt, denn einige Akteure sind doch recht sportlich, sprich schnell, unterwegs. Positiv: 90 Prozent aller Radfahrer tragen Fahrradhelme. Auch Familie Friedrich ist sicherheitstechnisch gut ausgestattet. Bei der Rückfahrt begegnet sie an der Wipfelder Fähre einem älteren Ehepaar aus Mönchengladbach, die sich auf der Landkarte orientieren. Amelie und Wolfram Weber waren vor Tagen mit ihren E-Bikes in der Oberpfalz gestartet. Gezielt sind sie an den Main zwischen Volkach und Grafenrheinfeld gekommen, um beim Autofreien Sonntag für Genießer einmal auf den Straßen fahren zu dürfen.

„Das ist super“ schwärmt Amelie Weber, während Jesse und ihre Schwester die Überfahrt über den Main genießen.

Im Obstgarten des Antonia-Werr-Zentrums machen die Friedrichs noch einmal Pause. „Mach? Rast und sei unser Gast“, steht auf einem einladenden Plakat am Straßenrand. Wer kann da schon widerstehen? Das Angebot der Bewohnerinnen von St. Ludwig an kulinarischen Leckereien und Informationen ist reichlich.

Auch in den anderen teilnehmenden Ortschaften haben Selbstvermarkter, Vereine und sonstige Gewerbetreibende die Tische für ihre Gäste gedeckt. Während die Webers auf ihrer Rundtour die vielfältigen Angebote in Garstadt, Bergrheinfeld, Grafenrheinfeld, Röthlein, Heidenfeld, Hirschfeld, Fahr und Volkach wahrnehmen, heißt es für die Friedrichs „umkehren“.

Die Beine von Jette und Mara sind müde geworden. Die Zwillinge im Anhänger äußern nach einem ausgedehnten Mittagsschläfchen ihren Drang nach Bewegung mit Nachdruck. Zum Glück ist es ja nicht mehr weit nach Hause.

„Es war ein herrlicher Tag“, sind sich die Friedrichs einig. Bei der 10. Auflage des Autofreien Sonntags wollen sie alle wieder dabei sein - und die Zwillinge werden dann erstmals selbst in die Pedale treten.

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