Fritz Herbert ist seit 60 Jahren Siebener

26.04.2016

Mainpost 26.04.2016

OBERSCHWARZACH

Fritz Herbert ist seit 60 Jahren Siebener

 

Rund 200 Feldgeschworene, Ehrengäste aus den Kommunen, Abgeordnete und Vertreter von Behörden und Kirche setzten beim Siebener-Tag der Kreisgruppe Schweinfurt-Süd in Oberschwarzach ein Zeichen für den Erhalt dieses wichtigen Ehrenamtes.

Der Festgottesdienst zum Auftakt stand unter dem Motto: „Friede wohne in Deinen Grenzen“. Er wurde musikalisch vom Singkreis Intakt und von Kantor Karl-Heinz Sauer an der Orgel umrahmt. Pfarrer Stefan Mai sprach von den grenzenlosen Träumen der Menschen. Äcker, Ställe und Maschinen – alles werde immer größer. Dabei sei es wichtig, innerhalb der Grenzen, die einem gesetzt seien, in Frieden zu leben. Die Kunst des Lebens sei es, das Leben mit seinen Grenzen zu akzeptieren, so wie es ist, etwa nachlassende Beweglichkeit im Alter. Glückliche Menschen seien mit ihren Grenzen zufrieden und würden mit sich in ihren Grenzen in Frieden leben.
Landrat Florian Töpper vereidigte Peter Finster aus Pusselsheim und Roland Reuß aus Siegendorf als neue Siebener, ehe sich der Festzug, angeführt von der Musikkapelle Oberschwarzach, durch die Straßen des Dorfes zum Sebastianihaus bewegte.

Kreisobmann Erhard Rückert begrüßte dort die Ehrengäste. Er bedankte sich beim Gartenbauverein für die Anstecksträußchen, beim Singkreis Intakt, bei der Feuerwehr für die Verkehrssicherung und bei der Musikkapelle.
Weinprinzessin Anne Ruppenstein stellte die vier Weinbergslagen vor und wies auf die Veranstaltungen in Oberschwarzach hin. Bürgermeister Manfred Schötz stellte die Marktgemeinde mit den Ortsteilen Breitbach, Handthal, Kammerforst, Schönaich, Siegendorf, Mutzenroth, Düttingsfeld und Wiebelsberg vor. Er erwähnte unter anderem das Julius-Echter-Schloss, die Erich-Kästner-Bibliothek und die 14-Nothelfer-Kapelle.
Er bedankte sich beim Sportheim-Team, beim Gartenbauverein, beim Bauhof, bei der Feuerwehr, bei den Ehrendamen und bei der Ortsbäuerin für den Kranz.

Landrat Florian Töpper sprach von einem Festtag für ein besonderes Ehresamt, das in der Freizeit ausgeführt werde. Das Siebeneramt sei ein Teil des Rechtsstaates. „Die Siebener in unserem Landkreis leisten einen bedeutenden Beitrag zur Wahrung unserer Eigentumsordnung. Es ist wichtig, dass dieses spezifisch fränkische kommunale Ehrenamt auch in Zukunft gelebt wird“, so Töpper.

Anschließend führte er mit Erhard Rückert die Ehrung langjähriger Feldgeschworener durch. Für 25 Jahre als Siebener wurden geehrt: Winfried Ernst (Rügshofen), Hans Ixmeier (Herlheim), Werner Krapf (Falkenstein), Willi Mayer (Gerolzhofen), Albin Moller (Stammheim), Robert Nöller, Bruno Thurn (beide Bischwind) und Alois Öchsner (Dingolshausen).

Auf 40 Jahre als Siebener können Georg Hillenbrand (Siegendorf), Erwin Loos (Dingolshausen) und Alfred Reuß (Zeilitzheim) zurückblicken. Fritz Herbert aus Zeilitzheim ist sogar schon seit 60 Jahren Siebener.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf sagte, er schätze die Arbeit der Feldgeschworenen. Sie ermöglichten in ihrer Zuständigkeit das Möglichste, um in den Fluren für Ordnung zu sorgen. Neue Feldgeschworene sollten sich in den Dienst der Dorfgemeinschaft stellen. Reinhard Saar vom Vermessungsamt stellte fest, dass die Orts- und Personenkenntnisse der Feldgeschworenen die Arbeiten des Amtes vor Ort erleichterten. Bei Problemen dienten sie als Vermittler. Sie seien die Hüter der Grenzen im Gemeindegebiet, dankte Saar ihnen für ihre Arbeit. Von den Neuen wünschte er sich, dass sie tatkräftig mitarbeiten.

Joachim Dömling vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sagte, dass Feldgeschworene Probleme unbürokratisch lösen.

Peter Doneis vom Amt für ländliche Entwicklung in Unterfranken würdigte die Siebener als eine Tradition, die schon seit Jahrhunderten besteht. Die Feldgeschworenen seien zuverlässige Partner, um für Ordnung bei den Grenzsteinen zu sorgen. Allein am Falkenberg wurden fast 800 Grenzsteine gesetzt, verdeutlichte er die Aufgabe der Siebener. Sie würden immer noch gebraucht, obwohl es Koordinaten, Laptop und GPS gibt.

Bernhard Weiler, der Präsident des unterfränkischen Bauernverbands, verglich die Feldgeschworenen mit Schiedsrichtern. Es könne daher niemanden wundern, dass es auch mal Probleme gebe. Es folgte eine Präsentation der Siebener-Obmänner der Marktgemeinde. Sie stellten die Siebener der einzelnen Ortteile von Oberschwarzach ebenso vor wie die Kirchen der Dörfer.

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