Geben in ein paar Jahren alle Ärzte auf?

12.03.2015

Mainpost, 12.03.2015

 

KOLITZHEIM
Geben in ein paar Jahren alle Ärzte auf?

Dienstleistungszentrum böte Platz für neue Praxis

In den jüngsten Bürgerversammlungen in den Ortsteilen der Gemeinde Kolitzheim sprach Bürgermeister Horst Herbert das Problem der künftigen ärztlichen Versorgung der Kommune an. Wie in vielen anderen Gemeinden dürfte auch in Kolitzheim die ärztliche Versorgung in den kommenden Jahren immer schwieriger werden. Herbert wurde nun von den Kolitzheimer Ärzten autorisiert, über ihre Pläne zu sprechen.

Im Moment praktizieren in Kolitzheim noch drei Ärzte. Einer dieser Ärzte hat bereits das Rentenalter erreicht und es ist abzusehen dass er seine Arbeit beendet. Ein weiterer Arzt wird in rund fünf Jahren in den Ruhestand treten. Dann bliebe nur noch eine jüngere Ärztin übrig. Aber auch sie werde die Praxis nicht alleine weiterbetreiben sondern wolle „das Handtuch werfen“, wie sich der Bürgermeister ausdrückte.

Bemühungen einen jüngeren Hausarzt als Nachfolger nach Kolitzheim zu bekommen, seien bisher fehlgeschlagen. Zusätzlich gebe es auch noch das Problem, dass nach einem halben Jahr der Arztsitz wegfalle, wenn ein Mediziner seine Tätigkeit aufgibt, so das Gemeindeoberhaupt auf Nachfrage.

Selbst zwei Ärzte reichten für die Versorgung der Großgemeinde nicht aus, meinte Herbert. Negativ für Kolitzheim seien die veralteten Praxisräume, die eventuelle Interessenten sofort abschreckten.

Hier könnte allerdings Abhilfe geschaffen werden. Es gebe einen Investor, der in Kolitzheim ein Dienstleistungszentrum erbauen möchte. In das könnte dann auch eine Arztpraxis integriert werden.

Allerdings gebe es noch einen weiteren sehr negativen Punkt für Kolitzheim. Die Gemeinde gehört zum ärztlichen Versorgungsgebiet Schweinfurt Süd. Und dieses Gebiet gelte als überversorgt, so der Bürgermeister. Deshalb gebe es auch keinen staatlichen Zuschuss, wie dies bei Gebieten der Fall ist, die als unterversorgt gelten.

Auch die Gemeinde könne keinen Zuschuss gewähren, wie es beispielsweise in der Bürgerversammlung in Gernach angeregt wurde. Dies wäre eine Schmiergeldzahlung und somit strafbar, so Bürgermeister Herbert.

Brigitte Pfister

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