Gemeinde braucht die Rücklage auf

27.02.2015

Mainpost, 27.02.2015

 

KOLITZHEIM
Gemeinde braucht die Rücklage auf

Haushalt sieht auch die Aufnahme von zwei Millionen Euro Krediten vor

In zwei Sitzungen, einmal im Haupt- und Finanzausschuss und das zweite Mal erst vor vier Wochen im Gesamtgemeinderat, ist der Haushalt 2015 vorberaten worde. Auf das gesamte Zahlenwerk und Hintergründe gingen nun Bürgermeister Horst Herbert und Kämmerer Werner Knoblach in der Gemeinderatssitzung nochmals im Schnelldurchlauf ein. Danach stimmten die Räte dem Verwaltungs- und Vermögenshaushalt mit Investitionsprogramm und Finanzplan, den Verpflichtungsermächtigungen, dem Stellenplan und der Haushaltsatzung einstimmig zu.

Das Gesamtvolumen des Haushaltes beträgt 21,3 Millionen Euro. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 8,14 Millionen und auf den Vermögenshaushalt 13,14 Millionen Euro. Auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushaltes erwartet Kämmerer Knoblach bei den Grundsteuern 526 000 Euro und bei den Gewerbesteuern 600 000 Euro.

Sowohl bei den Grund- als auch bei der Gewerbesteuer wurden die Hebesätze nicht erhöht und liegen mit 300 von Hundert unter dem Durchschnitt der Gemeinden des Landkreises, informierte Bürgermeister Herbert. Bei der Einkommensteuerbeteiligung hat der Kämmerer mit 2,66 Millionen Euro etwas mehr als im Vorjahr (2,57 Millionen Euro) angesetzt. Weniger, nur 420 000 Euro (Vorjahr 560 000 Euro), erwartet er an Schlüsselzuweisungen. Der Grund hierfür ist die gestiegene Steuerkraft der Gemeinde infolge von höheren Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2013. Die Kanalgebühr und der Wasserpreis wurden gegenüber dem Vorjahr nicht erhöht und sind derzeit kostendeckend. Dies trifft auch auf die gemeindlichen Kindergärten in Stammheim und Zeilitzheim zu. Mit den Krippeplätzen in Kolitzheim, Stammheim und Unter- und Oberspiesheim habe die Gemeinde ihre Hausaufgaben in Sachen Kindergarten gemacht, darauf wies Herbert hin.

Auf der Ausgabenseite sinken die Personalkosten gegenüber dem Vorjahr mit 1,83 Millionen Euro (1,88 Millionen) leicht. Der Grund hierfür sind wegfallende Doppelbesetzungen wegen auslaufender Altersteilzeitstellen. Inklusiv in den Kindergärten sind im Stellenplan noch 42 Beschäftigte vermerkt.

Bei der Kreisumlage rechnet Kämmerer Knoblach nur noch mit 2,25 Millionen Euro (Vorjahr 2,34 Millionen), eventuell sogar noch weniger. Für den Verwaltungs- und Betriebsaufwand sind 2,74 Millionen Euro vorgesehen.

Da die Einnahmen im Verwaltungshaushalt die Ausgaben nicht decken, müssen ihm, anders als üblich, aus dem Vermögenshaushalt 643 200 Euro zugeführt werden. Erst für 2017 rechnet Werner Knoblach wieder mit der üblichen Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt.

Im Vermögenshaushalt hinterlässt vor allem die Abwasserbeseitigung Spuren. Für das Millionenprojekt Kläranlage sowie die Zubringerkanäle, Pumpstationen und die Mischwasserbehandlung in Herlheim sowie die Baunebenkosten sind 6,4 Millionen Euro eingeplant. Auf der Einnahmenseite erwartet der Kämmerer in diesem Jahr von den Bürgern Verbesserungsbeiträge von drei Millionen Euro und 2016 nochmals 1,5 Millionen Euro. Wegen dieser großen Ausgaben werden heuer auch die Rücklagen von 4,6 Millionen Euro weitgehend aufgebraucht werden. Des weiteren ist eine Kreditaufnahme in Höhe von zwei Millionen Euro eingeplant.

Weitere große Investitionen in Höhe von 530 000 Euro sind für die Erschließung des neuen Baugebietes in Oberspiesheim vorgesehen. Ebenfalls für den Wohnungsbau, für die Beschaffung von Bauland und die Familien- und Altortförderung der Gemeinde, sind nochmals 500 000 Euro eingeplant. Auf der Einnahmenseite erwartet Knoblach 300 000 Euro aus dem Verkauf von Bauplätzen und 450 000 Euro für Erschließungsbeiträge für die Baugebiete. Für Kirchenrenovierungen sowie den Anbau und die Sanierung des kirchlichen Kindergartens in Unterspiesheim hat der Kämmerer insgesamt eine Million Euro an Ausgaben angesetzt. Für den Kindergartenbereich gibt es allerdings vom Freistaat wiederum Zuschüsse in Höhe von 256 000 Euro.

Da die große Baumaßnahme rund um die Kläranlage bereits in diesem Jahr abgeschlossen werden soll wurden keine Verpflichtungsermächtigungen festgesetzt. Der Höchstbetrag der Kassenkredite, praktisch der Überziehungskredit, wurde auf eine Million Euro festgesetzt.

Diese Kredite wurden bisher noch nie benötigt, so Bürgermeister Horst Herbert.

Brigitte Pfister

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