Gemeinderat segnet den Plan für das Feuerwehrhaus ab

11.04.2019

Mainpost 11.04.2019

Kolitzheim

Gemeinderat segnet den Plan für das Feuerwehrhaus ab

Die Zustimmung zum Plan für den Neubau des Unterspiesheimer Feuerwehrhauses und die Genehmigung des Haushaltes für das laufende Kalenderjahr waren die Hauptpunkte der Gemeinderatssitzung in Kolitzheim.

Die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens für den Bau eines Einfamilienhauses in Stammheim, für die Errichtung eines Freiflächen-Solarkraftwerkes in Kolitzheim und für die isolierte Befreiung zur Aufstellung eines Gartenhauses in Gernach waren schnell abgewickelt.

Dann stellten Florian Göger und Petra Zinser vom Architekturbüro Göger die Planungen zum Feuerwehrhaus Unterspiesheim vor. Bürgermeister Horst Herbert erinnerte daran, dass man sich nach längeren Diskussionen im Gemeinderat für die auch von der Feuerwehr favorisierte zweigeschossige Bauweise entschieden habe. Ebenfalls habe man die vorgeschlagene Form beibehalten, und dies vor allem, um die vorhandene Fläche optimal auszunutzen, denn vom Kreisverkehr sei ein gewisser Abstand einzuhalten, ebenso an der Westseite. Der Vorsprung an der Südseite gebe dem Bau ein gefälligeres Aussehen und schaffe auch die nach DIN-Normen notwendige Fläche für Umkleideräume, Sanitärbereich, Büro und die anderen Funktionsräume wie Schulungsräume, Teeküche, Kleiderkammer, Lagerbereich.

Burkard Krapf brachte die Frage ein, ob man die Räumlichkeiten nicht kleiner gestalten könne, um Geld zu sparen. Florian Göger gab zu bedenken, dass Einsparungen in geringem Maß möglich wären, die aber nur eine Kostenreduktion von etwa 4, 5 Prozent der Baukosten erbrächten.

Gerd Endres gab zu bedenken, dass die Unterspiesheimer Feuerwehr ja die größte Feuerwehr der Gemeinde sei, mit den meisten Einsätzen, von denen viele Unfällen auf der B 286 geschuldet seien.

Nur zwei Gegenstimmen

Bürgermeister Horst Herbert und auch sein Stellvertreter Martin Mack setzten sich dafür ein, die jetzt vorgestellte Lösung beizubehalten, da so die Option für eventuell spätere Erweiterungen optimal gewahrt bleibe. Bei zwei Gegenstimmen wurde für den Neubau das gemeindliche Einvernehmen geteilt.

Kämmerer Werner Knoblach stellte den Verwaltungshaushalt, den Vermögenshaushalt mit Investitionsprogramm sowie den Stellenplan vor. Der Haushaltsplan war in zwei Sitzungen vom Haupt- und Finanzausschuss vorberaten worden (wir berichteten).

Die wichtigen Eckpunkte des Haushaltsplans: Die Grundsteuerhebesätze bleiben bei 300 von Hundert, ebenso der Gewerbesteuerhebesatz. Man rechnet mit einer Einkommenssteuerbeteiligung in Höhe von 3,3 Millionen Euro (wie im Vorjahr). Die Schlüsselzuweisung liegt bei 1, 35 Millionen Euro und damit etwas höher als im Vorjahr. Der Grund dafür ist, dass die zur Verfügung stehende Finanzmasse etwas gestiegen ist. Die Gebühren für Abwasseranlagen, Wasserversorgungseinrichtungen und Friedhöfe werden gleich bleiben. Bei den Friedhofsgebühren wird ein Kostendeckungsgrad von etwa 70 Prozent erreicht. Grund für den verbesserten Kostendeckungsgrad ist die Neueinführung einer jährlichen Unterhaltsgebühr im Jahr 2015.

Bei den gemeindlichen Kindergärten werden 42 Krippenplätze vorgehalten. Der Bedarf ist jedoch steigend, sodass für das kommende Kindergartenjahr die Einrichtung einer Gruppe für Kinder unter drei Jahren im Kindergarten Zeilitzheim vorgesehen ist.

Die Kindergärten bieten auch eine gebührenpflichtige Schulkinderbetreuung an, die mittelfristig von der Betreuung im Rahmen einer Offenen Ganztagsschule übernommen werden soll. Hier werden Gespräche mit der Schulleitung der Grundschule geführt, um kurzfristig das räumliche Angebot dafür zu schaffen. Mittelfristig ist eine umfassende Lösung geplant.

Die Personalkosten liegen, wie im Vorjahr, bei 1,96 Millionen Euro. Der Stellenplan weist 44 Stellen aus (zwei mehr als im Vorjahr).

"Die vorgesehenen Erschließungsmaßnahmen für Baugebiete sind auf den örtlichen Bedarf abgestimmt . . . Für das Haushaltsjahr 2019 ist keine Kreditaufnahme vorgesehen, dies wird aber wohl im Jahr 2021 für den Grundschulneubau nötig sein", schreibt der Kämmerer. Er erläutert, dass die geplanten Baumaßnahmen - Kindergartenneubau in Unterspiesheim, Erschließungskosten für die Baugebiete, Schulhausneubau, der allein mit geschätzten zehn Millionen Euro zu Buche schlägt - die Rücklagen im Vermögenshaushalt aufzehren werden.

Gemeinde steht finanziell gut da

Aktuell steht die Gemeinde mit fast elf Millionen im Vermögenshaushalt und 11,5 Millionen im Verwaltungshaushalt finanziell gut da, stellte der Bürgermeister zum Abschluss der Vorstellung des Haushaltsplans fest. Sein Dank gilt dem Kämmerer Werner Knoblach für die sorgfältige Vorbereitung des Haushaltes und für seine Umsicht das ganze Jahr über.

Mit Blick auf die geforderte Neuregelung der Grundsteuer gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass bis zum Jahresende eine Lösung gefunden wird - sonst fehlen der Gemeinde "einige 100 000 Euro."

Der Gemeinderat verabschiedete den Haushalt in der vorgestellten Form einstimmig.

Einstimmig erfolgte auch die Bestätigung von Sven Borst als Kommandant und Martin Ziegler als zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Herlheim. Sie waren im März einstimmig gewählt worden.

Der Bürgermeister informierte über die Neustrukturierung der Integrierten Ländlichen Entwicklung Main-Steigerwald (wir berichteten). Die Gemeinde Kolitzeim stimmt dem Antrag auf Fortführung der Interkommunalen Zusammenarbeit im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) und der "Zwei-ILE-Lösung" zu. Die Vorteile dieser Neustrukturierung: Kleinere Einheiten bringen Projekte schneller in die Realisierungsphase, der ILE-Raum ist zweckmäßiger zugeschnitten, es können zwei Umsetzungsbegleitungen erfolgen, was mehr Fördermittel in der Region binden kann, und wenn weniger Gemeinden beteiligt sind, sind Entwicklungskonzepte leichter gemeinsam zu entwickeln.

 

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