Glockenläuten und Kerzen: Räumlich getrennt – aber im Glauben vereint

23.03.2020

Mainpost 23.03.2020

Kolitzheim
Glockenläuten und Kerzen: Räumlich getrennt – aber im Glauben vereint

Zeilitzheim/Kolitzheim Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise sind zwar die gemeinsamen Gottesdienste in den Kirchen untersagt, nicht aber der Gottesdienst an sich. So haben sich die evangelische Pfarrerin Victoria Fleck und ihr katholischer Amtskollege Pfarrer Andreas Engert zusammengetan und gemeinsam überlegt, welche andersartige Formen der Religionsausübung für die hiesigen Gemeinden in Frage kommen. "Es gilt jetzt alternative Formen zu finden, durch die wir räumlich voneinander getrennt und doch gemeinsam Gottesdienst feiern können", erläuterten die beiden Geistlichen die Zielvorgabe.
Dazu entwickeln viele Kirchengemeinden momentan Ideen, die vor allem über die Homepages der Gemeinden, aber teilweise auch über die Briefkästen verteilt werden. Viele Angebote gibt es auch im Internet über die Bistümer, Landeskirchen und Dekanate.

Ab dieser Woche werden im ganzen evangelisch-lutherischen Dekanat Castell sowie in allen Orten der katholischen Pfarreiengemeinschaft Marienhain täglich zum ökumenischen Abendgebet um 19 Uhr die Glocken läuten. Die Verantwortlichen werden jeden Tag abwechselnd Gebetsimpulse auf die Homepage der Gemeinden stellen. "Sie sind alle dazu eingeladen mitzumachen!", betont Pfarrer Andreas Engert.

"Wir greifen eine Idee auf, die im Internet kursiert. Um 19 Uhr stellt man zuhause eine Kerze ins Fenster, betet dann zum Beispiel Psalm 91 mit anschließendem Vaterunser und löscht nach einem Segen die Kerze wieder", erklärte Pfarrerin Victoria Fleck die ökumenisch ausgearbeitete Form des Gebets für die Zeit der Corona-Krise.
In Zeilitzheim und Krautheim wird dazu um 19 Uhr von einer Person in der Kirche die Osterkerze angezündet.
Sonntags werden die Glocken in den Ortschaften weiterhin zur gewohnten Gottesdienstzeit läuten. Die Gläubigen sollen dies als Einladung verstehen, mit einer Andacht oder einem Gebet zu Hause den Sonntag zu feiern.  

Pfarrerinnen und Pfarrer sind auch jetzt sowohl telefonisch als auch per E-Mail erreichbar – gerne auch mit persönlichen Anliegen, heißt es in einer Mitteilung von Pfarrerin Fleck und Pfarrer Engert.

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