Große Lösung bringt mehr Verkehr

08.05.2009

Mainpost 08.05.2009

KOLITZHEIM

Große Lösung bringt mehr Verkehr

Staatliches Bauamt eher für kleine Umgehung von Kolitzheim, Gaibach und Volkach

„Die große Ostumgehung ist gestorben“, war Bürgermeister Horst Herbert im Gemeinderat überzeugt. Er begründe diese klare Aussage auf einem Gutachten des Staatlichen Bauamts Schweinfurt zur überregionalen Verkehrsentwicklung. Eine großzügige Ostumgehung um Kolitzheim, Gaibach und Volkach würde die Staatsstraße 2271 zu einer überregional bedeutsamen Verkehrsachse machen. Das sei nicht gewünscht, so die Gutachter.

Die neue Trasse würde im Ausbaufall zu einer Entlastungsstraße für die Bundesstraße 286 ab Unterspiesheim bis zur Autobahn-Anschlussstelle Kitzingen bei Hörblach werden. Bislang habe es auf dieser Straße noch keinen überregionalen Verkehr gegeben. Darüber hinaus sei die große Lösung auch nicht finanzierbar.

Besser, so das Gutachten, seien kleinere Umgehungen mit größerer Verkehrsentlastung für Kolitzheim und Gaibach. In Kolitzheim, so ergänzte Herbert, wäre auch der verkehr aus Stammheim und Lindach an eine Umgehung (im Westen) anzubinden, so dass noch weniger Verkehr durch den Ort fließen würde.

Als weitere Vorteile der kleinen Lösung erkennt das Bauamt die Anerkennung als Sonderbaulast, die Einstufung für den nächsten Ausbauplan wegen der günstigeren Kosten-Nutzen-Verhältnisse, geringere Eingriffe in die Landschaft und die Möglichkeit, abschnittsweise zu bauen. Die drei Kolitzheimer Gemeinderäte sprachen sich allerdings für eine kleine Kolitzheimer Ostumgehung aus. Darin sieht Bürgermeister Herbert Nachteile: der Ort würde sich in seinen Möglichkeiten, Gewerbegebiete zu erweitern, beschränken und von einer solchen Umgehung würden auch Wohngebiete tangiert.

Nun warten die Kolitzheimer auf eine Nachricht von Bernd Weiß, Staatssekretär im Innerministerium, in der es um die Kostenaufteilung gehen soll. Bisher sieht es so aus: Jede der drei kleinen Umgehungen soll etwa sieben Millionen Euro kosten. Ein Drittel davon würde der Freistaat finanzieren. Auch auf Kolitzheim käme ein Drittel zu. Selbst wenn es dafür durch die Einstufung als Sonderbaulast noch einmal 70 bis 80 Prozent Förderung gäbe, würde das für die Gemeinde immer noch 1,5 bis zwei Millionen Euro an Eigenmitteln bedeuten.

Von der Priorität sieht es bisher so aus, dass erst die Umgehung von Gaibach an die Reihe käme, dann die von Kolitzheim und am Ende die im Osten von Volkach.

Nicht einer Meinung ist Horst Herbert in der Frage der Umgehung mit seinem Volkacher Kollegen Peter Kornell. Der ist überzeugt, dass die im Volkacher Stadtrat beschlossene große Ostumgehung die richtige Lösung sei. Kornell argumentiert, ein solcher Ausbau sei nur die konsequente Fortführung des Ausbaus der Staatsstraße von Hörblach über Gerlachshausen nach Volkach. Dieser Ausbau habe den Volkachern erst ihr Verkehrsproblem beschert, und den habe ja auch der Staat finanziert. Anders als die Gutachter aus Schweinfurt hält Kornell den großen Ausbau nicht für unmöglich, sondern sieht darin nur eine Frage des Willens.
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