Großer Schritt in Richtung neues Feuerwehrhaus

28.03.2019

Mainpost 28.03.2019

Kolitzheim

Großer Schritt in Richtung neues Feuerwehrhaus

Die Vorstellung des Entwässerungskonzepts für die geplante Baugebietserweiterung "Mainblick Süd" und die 2. Änderung des Bebauungsplans "Oberer Ried" (um die nächsten Schritte für den geplanten Bau des Feuerwehrhauses in Unterspiesheim gehen zu können) waren die Hauptpunkte der jüngsten Gemeinderatssitzung. Diese beiden Tagesordnungspunkte sorgten dafür, dass der Zuschauerandrang so groß war, dass eigens Stühle herbeigeschafft werden mussten.

Die Besprechung der Bauanträge war jedoch der erste Tagesordnungspunkt. Dominik Dorsch stellte die Bauvorhaben vor. So wurde die Errichtung einer Hofüberdachung an der Malerwerkstatt in Unterspiesheim mit den nötigen Befreiungen von den Vorgaben des Bebauungsplans bei einer Gegenstimme genehmigt, ebenso der Bau eines Einfamilienhauses in Herlheim und die Erweiterung eines Carports in Unterspiesheim mit den entsprechenden Ausnahmen von den Festlegungen der Grenzbebauung.

Kopfzerbrechen bereitet dem Gemeinderat schon längere Zeit die Erweiterung des Baugebietes "Mainblick Süd" in Lindach, insbesondere die kostengünstige Planung der Entwässerung. Da die Kosten bei einer ersten Planung bei über einer Million Euro lagen, suchte man nach Wegen, wie man die Kosten für die Erschließung des Baugebietes senken könne.

Modifiziertes Entwässerungskonzept

Manfred Richler und Wolfgang Müller vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellten nun das modifizierte Entwässerungskonzept vor, das aufgrund der bisherigen Überlegungen und Planungen entwickelt wurde. Es war überlegt worden, das Regenwasser im Rahmen der getrennten Entwässerung versickern zu lassen. Die Bodenuntersuchungen haben jedoch ergeben, dass diese Lösung nicht realisierbar ist, weil der felsige Untergrund das Versickern verhindert. Als Alternative wurde geprüft, das Regenwasser in den vorhandenen Straßengraben einzuleiten. Notwendig sei auf jeden Fall der Bau eines Regenrückhaltebeckens mit etwa 170 m³ und mit einer vorgeschalteten Sinteranlage. Diese reinige das Oberflächenwasser und halte Schadstoffe zurück. Die jetzt vorgestellte Variante käme insgesamt etwa 200 000 Euro günstiger als die Planung im Mischwassersystem. Doch da einer der bisher zehn eingeplanten Bauplätze für den Bau des Rückhaltebeckens geopfert werden müsste, vermindere sich die Ersparnis um 100 000 Euro. Die grobe Kostenschätzung für Entwässerung und Straßenbau für die Erschließung dieses Baugebietes beliefe sich auf etwa 870 000 Euro.

In Gemeindebesitz sind von den zehn geplanten Bauplätzen lediglich fünf. Man wisse nicht, wie die Eigentümer der anderen fünf Bauplätze sich verhalten: "Eventuell nutzen sie die Bauplätze als Kapitalanlage." Dominik Dorsch berechnete überschlägig, dass der Quadratmeterpreis für die Bauplätze bei etwa 150 Euro liegen würde. Erschwerend komme hinzu, dass wegen immissionsrechtlicher Bedenken die Grundstücksgrenzen noch verschoben werden müssten.

Auch die anderen Vorschläge aus dem Gremium, die Straße höher zu legen, das Baugebiet nach Süden zu entwässern oder die Kanalumgehung um das Dorf, führen zu keiner Kostenminderung oder sind nicht realisierbar. Mit zu bedenken ist auch, dass das Baugebiet auf diese jetzt noch neun Bauplätze beschränkt bleibt und nicht erweitert werden kann.

Daher lag der Entschluss nahe, die Erweiterung des Baugebietes "Mainblick Süd" nicht weiter zu verfolgen und sich nach neuen Baugebieten umzuschauen. In Betracht kommt das Gelände in der Flurabteilung Steinbüttel im Süden von Lindach. Martin Mack brachte das Gebiet in Sportplatznähe in die Diskussion ein. Hier sei jedoch zu bedenken, dass dieses Gebiet nicht im Flächennutzungsplan ausgewiesen sei und dass mit Emissionsproblemen wegen der Sportplatznähe zu rechnen sei.

Neue Möglichkeiten

So wurde einhellig beschlossen, dass sich der Bauausschuss die beiden neuen Möglichkeiten für Baugebiete vor Ort anschaut und dass dann weiter überlegt wird.

Eine Menge Formalien erläuterte Dominik Dorsch unter dem Tagesordnungspunkt 2. Änderung des Bebauungsplans "Oberer Ried". Der Aufstellungsbeschluss dazu war im Gemeinderat im Januar gefasst worden, in der Folge wurden Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Die wesentlichen Anregungen und Aufgaben aus dieser Beteiligung wurden nun präsentiert. Für die zusätzliche neue Anbindung an den Kreisverkehr, die nur als Notausfahrt für Einsatzfahrzeuge im Ernstfall benutzt werden darf, muss die Gemeinde eine Vereinbarung mit dem staatlichen Bauamt abschließen, "bauproportionales Grün" soll gepflanzt werden, und Freiflächen sollen als Blumenwiese gestaltet werden. "Der . . . Entwurf der 2. Änderung des Bebauungsplans ´Oberer Ried´. . ." wurde einstimmig vom Gemeinderat anerkannt, ebenso die dazugehörige Satzung. "Damit sind wir einen großen Schritt weiter",  so Bürgermeister Horst Herbert.

Ernüchternde Bilanz

Bürgermeister Herbert informierte über ein Evaluierungsseminar der Integrierten Ländlichen Entwicklung. Die ILE-Förderung laufe Ende August aus. Daher habe man sich zu diesem Seminar getroffen. Ein Vorteil der Mitgliedschaft sei unter anderem, dass die Förderung bei Flurbereinigungsmaßnahmen um zehn Prozent höher liege als für Nichtmitglieder. Man habe aber auf diesem Treffen eine ernüchternde Bilanz gezogen. Denn am Anfang der Zusammenarbeit der zwölf Gemeinden, die sich zur ILE Main-Steigerwald zusammengeschlossen haben, sei ein großes Paket an Maßnahmen aufgestellt worden. Es sei aber wenig verwirklicht worden. Für die nächste Förderungsphase beschränke man sich auf Kernprojekte, so auf die Gewässerentwicklung und den Hochwasserschutz. Da drei neue Gemeinden dazu stoßen wollen, favorisiere man eine Aufteilung der interessierten Gemeinden auf zwei ILE-Gruppen: Steigerwald und Region Main.

 

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