Hand in Hand Mitbürgern helfen

17.01.2019

Mainpost 17.01.2019

Gernach

Hand in Hand Mitbürgern helfen

Die geplante Nachbarschaftshilfe in Gernach "Wer möchte helfen - wer braucht Unterstützung ?" ist einen weiteren Schritt voran gekommen. Nach erfolgreich abgeschlossener Fragebogenaktion im Ort trafen sich am Montag die Verantwortlichen des Johannisvereins mit interessierten Mitbürgern in den Räumen des KOMM-IN. 28 potentielle Helfer, Hilfsbedürftige und interessierte Bürger waren gekommen, um das weitere Vorgehen in der Nachbarschaftshilfe zu besprechen. Auch Bürger aus den Nachbarortschaften Unterspiesheim und Stammheim interessierten sich für die Initiative.

Erhard Scholl, der Vorsitzende des Johannisvereins, freute sich über das große Interesse an der Aktion, die zur Dauereinrichtung in Gernach werden soll. Er begrüßte besonders Susanne Gessner von der Gemeindecaritas, die ihn bei der Vorbereitung dieses Treffens unterstützte. Der Vorsitzende erklärte das konkrete Vorgehen der Nachbarschaftshilfe. Wenn jemand Hilfebedarf hat, wendet er sich an Scholl. Er ist quasi der Koordinator der Nachbarschaftshilfe für Gernach. Sucht ein Mitbürger beispielsweise eine Fahrgelegenheit zum Einkaufen, dann kontaktiert Scholl die Frauen und Männer, die sich für Fahrten zum Einkaufen als Helfer angemeldet haben. Bei erfolgreicher Nachfrage stellt der Koordinator den Kontakt her, damit Helfer und Hilfesuchender die genauen Details absprechen können.

Kontakt zur Kirchenstiftung aufnehmen

Noch zu klären sei der Versicherungsschutz für die Nachbarschaftshilfe, so Scholl. Für die Initiatoren war neu, dass für die für den Johannisverein kostenfreie Versicherung (Haftpflicht) eine Mischträgerschaft Voraussetzung ist, damit die Nachbarschaftshilfe über die Diözese versichert ist. Daher wird der Johannisverein mit der Kirchenstiftung Kontakt aufnehmen, um eine Mischträgerschaft zwischen Kirchenverwaltung St. Aegidius und Johannisverein zu begründen. Scholl zeigte sich zuversichtlich, dass die Kirchenverwaltung diesem Vorhaben zustimmt.

Er informierte über die Formalien, die zu erledigen sind, damit der institutionelle Rahmen auch gesichert ist. So wird eine Vereinbarung zwischen dem Träger und den ehrenamtlichen Helfern getroffen. Diese müssen eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben sowie eine Erklärung, dass keine Verurteilung erfolgt ist oder ein Strafverfahren im Zusammenhang sexualisierter Gewalt anhängig ist. Scholl dankte Gemeinderat Dieter Dietz, der mit dazu beigetragen habe, dass diese Initiative überhaupt entstand.

Gleich einen Wunsch geäußert

"Aufblühen und wachsen lassen" lautete die Überschrift von Susanne Gessners Powerpoint-Vortrag. Die Sozialpädagogin, die seit elf Jahren beim Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt tätig ist, beschrieb, wie der Start in eine koordinierte Nachbarschaftshilfe gelingen kann. Eckpfeiler einer erfolgreichen Initiative seien Schweigepflicht, Datenschutz, Missbrauchsprävention und Versicherung. Voraussetzungen bei den Helfern seien Zuverlässigkeit, Verantwortung und vor allem Diskretion. Gessner stellte aber klar: "Nachbarschaftshilfe ist kein Ersatz für professionelle Dienstleister oder Servicekräfte."

Der Aufbau und die Begleitung von sozialen Initiativen und Nachbarschaftshilfegruppen gehört zu den Aufgaben des Fachdienstes Gemeindecaritas. Die regen Diskussionen fielen auf fruchtbaren Boden. Weil der Wunsch nach einem Spielenachmittag geäußert wurde, erklärten sich Monika Seitz und Diether Arlt aus dem Helferkreis dazu bereit. Der erste Spielenachmittag findet am Freitag, 8. Februar um 15.30 Uhr in den Räumen von KOMM-IN statt. Teilnehmen können alle, die Interesse am Spielen haben. Sie können auch eigene Spiele mitbringen. Letztlich vereinbarten die Anwesenden, sich wieder zu treffen, um weitere Informationen auszutauschen und über erste Erfahrungen zu berichten.

 

 

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