Hausarzt in Kolitzheim praktiziert jetzt doch weiter

30.01.2016

Mainpost 30.01.2016

HERLHEIM                Bürgerversammlung


Hausarzt in Kolitzheim praktiziert jetzt doch weiter

Mit mehr als 80 Bürgern war die Bürgerversammlung in Herlheim sehr gut besucht. Bürgermeister Horst Herbert berichtete über die wichtigsten Angelegenheiten in der Gesamtgemeinde und ging auf die geplanten Vorhaben ein.

Zur hausärztlichen Versorgung erläuterte der Bürgermeister, eine Kooperation mit einer Gerolzhöfer Arztpraxis habe sich zwar zerschlagen, doch habe sich Dr. Wolfgang Schmidt entschlossen, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand in Kolitzheim am jetzigen Standort drei oder vier Jahre alleine weiter zu praktizieren.

Noch nicht in Betrieb ist die Kläranlage. Die Anlage selbst ist zwar betriebsfertig, allerdings noch nicht die Pumpstation in Herlheim. Wegen der beim Betrieb eingesetzten Bakterien und deren schnellerer Vermehrung bei wärmeren Temperaturen sei es auch besser die Anlage erst bei besseren Wetterbedingungen in Betreib zu nehmen, so Bürgermeister Horst Herbert. Dies dürfte nun im März der Fall sein.
Etwa einen Monat später, also im April oder Mai, werden die Bürger dann mit der letzten Rate für diese Baumaßnahme zur Kasse gebeten. Der Betrag werde geringer ausfallen, als bei den drei vorhergehenden Ratenzahlungen, denn mit 10,5 Millionen Euro lagen die Kosten um 1,5 Millionen Euro niedriger als veranschlagt. Zu verdanken ist dies auch dem trockenen Sommer, der die Verlegung der Druckleitungen erleichterte.

Norbert Fledering wollte wissen, was aus der alten Teichkläranlage wird. Hier gebe es noch keine konkreten Planungen, sagte das Gemeindeoberhaupt. Zunächst müsse der Klärschlamm entsorgt werden. Danach könne sie verfüllt und als Ackerland genutzt werden. Man könne sie aber auch dem Naturschutz überlassen oder als Fischteich verpachten.

Die Internetversorgung des Ortes war ein heiß diskutiertes Thema. Voraussichtlich im Mai oder Juni wird Herlheim als letztes der Kolitzheimer Ortsteile mit DSL versorgt werden, kündigte Bürgermeister Horst Herbert an. Im Umfeld des Verteilerkastens im Osten des Dorfes, soll die Versorgungsleistung bei 40 bis 45 Megabit/s liegen. Je weiter entfernt die Häuser von dieser Schaltstelle liegen, desto weniger Leistung komme an. Herbert rechnet damit, dass es in der Rosenbergstraße dann 16 Megabit/s sein werden, beantwortete er eine Frage von Ruth Rippstein.
In einem zweiten Schritt werde das Breitband dann bis Sommer 2017 in den unterversorgten Kolitzheimer Ortsteilen weiter ausgebaut.
Mit der „Uralttechnik“, den Kupferkabeln im Dorf, ist Anton Bedenk nicht zufrieden. Wie üblich sei dies eine Benachteiligung gegenüber den Städten. Glasfaser müsse bis ins Haus gehen. Bürgermeister Herbert gab ihm recht, allerdings sei die geplante Lösung die bezahlbarste. Glasfaser im ganzen Dorf bedeute das Aufgraben der Gehwege, was wiederum die Anlieger bezahlen müssten. In den neuen Baugebieten werde die neue Technik bereits bis in die Häuser verlegt.

Zum seit Jahren mit einem Notdach versehenen 400 Jahre alten Wohnstallhauses in der Mitte des Dorfes erklärte Herbert, der Besitzer wolle in diesem Jahr das Dach sanieren.

Die Schotterwege in der Herlheimer Flur seien teilweise in schlechtem Zustand und müssten immer wieder hergerichtet werden, berichtete Norbert Fledering. Auch andere Gemeindeteile werde dies in Zukunft betreffen. Deshalb sei es sinnvoll ein Wegepflegegerät anzuschaffen. Die Kosten hierfür könnten je zur Hälfte von der Gemeinde und von den Jagdgenossenschaften übernommen werden. Das Gemeindeoberhaupt befürwortete diese Lösung.
Angesprochen wurde der Schotterweg zwischen Herlheimer und Oberspiesheimer Flur ab dem Holzlagerplatz Scheller Richtung Biogasanlage. Hier wurden Löcher mit Beton verfüllt, was inakzeptabel sei. Dies sei ein Problemweg, bestätigte Herbert. Die Verursacher seien schon aufgefordert werden den Weg wieder herzurichten. Auch sei der Holzlagerplatz illegal.

Im Rahmen des Baus der Druckleitung von Alitzheim nach Herlheim wird auf der Trasse ein Radweg errichtet. Beim Lämmerwald führt der Weg dann über einen bestehenden Feldweg
nach Süden und dann wieder Richtung Herlheim. Das nur geschotterte Zwischenstück erhält dann eine Asphaltdecke.

Wie weit die Planungen für den Abriss des alten Kindergartens und eines Neubaus gediehen seien und wann dies verwirklicht werden, wollten Erwin Pfister und Ewald Kopp wissen. Vergessen sei dies nicht, antwortete Bürgermeister Herbert. Das Personal der Gemeinde sei in den letzten Jahren mit den großen Baumaßnahmen allerdings komplett ausgelastet gewesen. Vielleicht werde die Angelegenheit bei den demnächst stattfindenden Haushaltsberatungen berücksichtigt.

In den vielen Wochen der Schulferien während des Jahres gebe es keine Möglichkeiten der Schulkinderbetreuung, sprach Ruth Rippstein ein Problem an. Er wisse das, sagte Herbert, er sehe aber keine Lösung. Die meist eingruppigen Kindergärten im Gemeindegebiet müssten geschlossen werden, damit das Personal in Urlaub gehen könne.

Die Statistik: Von den 5488 Einwohnern in der Gemeinde, darunter 27 Flüchtlinge, leben 476 Bürger in Herlheim.

 

 

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