Herlheim bekommt mehr Grün

27.07.2006

Mainpost 27.7.2006

 

Herlheim bekommt mehr Grün

 

HERLHEIM "Wir wollen unsere Dörfer so gestalten, dass es den Leuten, die in den Altortbereichen wohnen, gefällt und sie auch künftig in die vorhandene alte Bausubstanz investieren anstatt nur in Siedlungen zu bauen. Es wäre schade, wenn in Zukunft jedes zweite Haus in den Orts-Kernen leer stünde. Es gilt jetzt, diese zukunftsfähig und lebenswerter zu machen", sagt Bürgermeister Horst Herbert.

 

Die Gemeinde nutzte in den letzten Jahren immer wieder Gelegenheiten, einzelne Objekte oder ganze Ensembles in den acht Orten der Großgemeinde Kolitzheim zu sanieren, wenn es dafür staatliche Zuschüsse gab. In diesem Jahr ist Herlheim an der Reihe. Die Chance zu einer Neugestaltung des 559-Einwohner-Ortes bietet ein punktuelles Dorferneuerungsverfahren, gefördert mit 50 Prozent vom Amt für Ländliche Entwicklung.

Schwerpunkte im Ortskern von Herlheim sind die Schaffung eines Dorfplatzes, die Neugestaltung des Bereichs zwischen Kirche und Pfarrhaus und die Aufwertung der Herlindenstraße durch Bäume und einige kleine Bereiche vor den Häusern, auf denen ab Herbst kleinkronigen Bäume wie Zierkirschen, Flieder, Pflaumendorn oder Apfeldorn sowie Rosen, Stauden und Blumen wachsen werden. An etwa 30 Stellen in der Hauptstraße und den angrenzenden Bereichen werden asphaltierte oder gepflasterte Bereiche entsiegelt, das heißt vier mal vier Meter große Pflanzbereiche geschaffen. Das lockert das Ortsbild, das bisher von Asphalt und Pflaster geprägt war, auf.

Breite Hauptstraße

Die Herlheimer haben eine außergewöhnlich breite Hauptstraße - etwa 20 Meter- , die aus einer etwa sechs Meter breiten Fahrbahn, zwei über zwei Meter breiten Pflaster-Standstreifen auf jeder Seite und breiten asphaltierten Flächen bis zu den Häusern besteht. In den 70-er Jahren waren die Seitenbereiche der Herlindenstraße fast vollständig versiegelt worden. Auf den Standstreifen reihte sich im Herbst ein Zuckerrüben-Fahrzeug an das andere. Weil aber die Rüben-Abfuhr mittlerweile nur noch mit Lkws erfolgt, werden die großzügigen Standstreifen neben der Fahrbahn nicht mehr in dem Umfang wie früher benötigt. Jetzt werden sie durch Pflanz-Streifen unterbrochen. Wo genau welche entstehen, das wurde mit den Anwohnern abgeklärt.

Einige Linden, die in den 70-er Jahren gepflanzt wurden, bleiben selbstverständlich erhalten. Zwei in der Nähe des Kindergartens mussten aber, weil sie beschädigt waren, durch neue ersetzt werden. An der Ostseite des Gasthauses wurde durch Pflasterung ein Dorfplatz gestaltet. Auf dem Platz, der für Orts-Feiern genutzt werden kann, wird auch ein Info-Pavillon platziert. Außerdem soll aus einem neuen Muschelkalk-Brunnen Wasser sprudeln.

Ein Brunnen wurde auch am Kirchplatz wieder hergestellt, der mit Beteiligung der Pfarrgemeinde neu gestaltet wurde. Ein weiterer Brunnen mit Pump-Schwengel wird auch im östlichen Bereich der Herlindenstraße am Ortsausgang Richtung Alitzheim wieder in Betrieb genommen. Um den Brunnen herum wird ebenfalls durch Pflasterung und Begrünung ein kleiner Platz geschaffen. Ein vierter Brunnen an der Raiffeisenbank bekommt ebenfalls wieder einen Pump-Aufsatz. In etwa drei Wochen sollen alle Bauarbeiten im Ortskern, die im Mai begannen, abgeschlossen sein, ist sich Bauleiter Martin Büttner von der Garten- und Landschaftsbaufirma Fösel aus Eltmann, die die Arbeiten durchführte, sicher. Die Pflanzarbeiten werden erst im Herbst erledigt. Etwa 30 kleine Grünflächen mit Bäumen, Stauden und Blumen sollen laut Bürgermeister Horst Herbert entstehen, davon 19 in der Herlindenstraße. Aufgewertet wurde auch der westliche Bereich der Herlindenstraße, wo jetzt entlang der Fahrbahn zwischen Kreuzstraße und Badestraße der Parkstreifen durch Bäume unterbrochen wurde.

Mit 362 000 Euro sind die Arbeiten der punktuellen Dorferneuerung kalkuliert, von denen das Amt für Ländliche Entwicklung die Hälfte zahlt und die Gemeinde die andere. Letztere legt aber einen Teil der Kosten auf die Anlieger um. An den Kosten für den Kirchplatz beteiligte sich die Pfarrei mit 25 Prozent. Die Ausschreibung der Arbeiten brachte laut Bürgermeister Horst Herbert zwar eine Ausgabensumme von 372 165 Euro. Er hofft aber, dass die Endabrechnung wie in vielen anderen Fällen aufgrund von Eigenleistungen der Bürger und Einsparungen an Material günstiger ausfällt.

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