Horst Herbert: "Ich möchte die Füße noch nicht hochlegen"

20.12.2018

Mainpost 20.12.2018

Kolitzheim

Horst Herbert: "Ich möchte die Füße noch nicht hochlegen"
Die 20. und letzte Gemeinderatssitzung in diesem Jahr stand ganz im Zeichen des Rückblicks.

Bürgermeister Horst Herbert richtete seinen Blick unter der Überschrift "Schlagzeilen 2018" auch auf die weltpolitische Situation: Brexit, Gelbwesten oder Fußball-WM-Debakel lauteten die Schlagworte.

Mit Blick auf Bayern hob er die Jubiläen "200 Jahre erste Bayerische Verfassung" und "100 Jahre Freistaat Bayern" hervor.

Die Starkregen-Ereignisse im Mai und Juni, die Unterspiesheim und Oberspiesheim vor allem betroffen hätten, seien allen noch gut im Gedächtnis, so der Bürgermeister, der die aktuelle Situation der Gemeinde Kolitzheim mit ihren acht Ortsteilen beleuchtete.

Erfreulich sei die Einwohnerentwicklung. Knapp 5600 Einwohner zähle die Großgemeinde, 55 Geburten stünden im Jahr 2018 26 Sterbefälle gegenüber. So könne man eine leicht steigende Tendenz feststellen - "entgegen allen Prognosen."

Erfreulich sei auch die Finanzsituation: Die Gemeinde stehe auf soliden finanziellen Füßen, man könne sich über erhöhte Einnahmen freuen und habe Negativzinsen für die Rücklagen bisher vermeiden können.

Die Baugebietserschließung in Unterspiesheim, der Abschluss der mit dem Bau der neuen Kläranlage verbundenen Maßnahmen und die Bodenuntersuchungen im Baugebiet Kolitzheim, wo man drei Besiedlungstypen aus früherer Zeit gefunden hat, waren wichtige Projekte. Die Flurbereinigungsmaßnahmen in Unterspiesheim, Oberspiesheim und Kolitzheim seien auf einem guten Weg, die Kirchenrenovierung in Kolitzheim stehe kurz vor dem Abschluss.

Für das kommende Jahr stehen der Schulhaus-Neubau, der laut einstimmigem Gemeinderatsbeschluss zentral erfolgen soll, die Kindergarten-Erweiterung in Unterspiesheim und der Neubau der Feuerwehr-Gerätehäuser in Unterspiesheim und Kolitzheim ganz oben auf der Agenda. Baugebietsplanungen in Zeilitzheim und Gernach, Baugebietserweiterungen in Kolitzheim und Herlheim, die weiteren Planungen für das Neubaugebiet in Lindach sowie die Neugestaltung des Umgriffs des Weihers in Stammheim sind die wichtigsten Vorhaben der Dorfentwicklung. Auch der  Breitbandausbau (Höfeanschluss und Glasfaseranschluss für die Schulhäuser) soll weiter vorangebracht werden.

Horst Herbert erinnerte auch an das 40-jährige Bestehen der Gemeinde Kolitzheim, das man in diesem Jahr in Herlheim habe feiern können. Auf 90 Jahre Vereinsgeschichte konnten der TSV Gernach und der Johannisverein Gernach zurückblicken, 80 Jahre alt wurde der FC Lindach, das 25. Jubiläum konnten der Kulturverein Lindach und KOMM-IN feiern.

Der Bürgermeister bedankte sich zum Schluss seines Rück- und Ausblicks bei den Gemeinderäten. Er würdigte das Gremium als eine "konstruktive Gemeinschaft". Auch wenn es unterschiedliche Sichtweisen gebe, "gelingt es uns, einen Konsens zu finden, weil jeder das Wohl der Gemeinde im Blick hat." Sein Dank galt auch seinen beiden Vertretern, Martin Mack und Alfred Bumm, ebenso den Mitarbeitern der Gemeinde sowie allen, die in Vereinen Verantwortung tragen.

Zweiter Bürgermeister Martin Mack sprach namens des Gemeinderats den Dank an Horst Herbert für seine Tätigkeit aus: "Du bist jetzt 23 Jahre Bürgermeister, hast Vieles initiiert, hattest stets ein offenes Ohr für jeden, der ein Anliegen hatte". Es seien Entscheidungen zu treffen gewesen, "die nicht immer einfach waren." Die Gemeinde bestehe 40 Jahre. Damals sei die Bildung der Großgemeinde mit großen Veränderungen verbunden gewesen. Jetzt bringe es die Zeit mit sich, dass man Manches neu überdenken müsse. So stünden wichtige Entscheidungen an, gerade mit Blick auf die veränderten Bedürfnisse junger Familien, was Kinderbetreuung und Schulentwicklung angehe.

Martin Mack lenkte den Blick, ebenso wie Horst Herbert, auf die im Jahr 2020 bevorstehenden Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen. Im Herbst 2019 würden die Kandidatenlisten aufgestellt, und man hoffe, dass sich für jede Ortschaft genügend Personen bereiterklärten, zu kandidieren. Mit gutem Beispiel ging Horst Herbert voran: "Ich möchte die Füße noch nicht hochlegen." Der Gemeinderat applaudierte.

Zu Beginn der Sitzung war der Jahresabschluss 2017 für die Wasserversorgung und die Photovoltaikanlagen mit einer Bilanz von 1,837 Millionen Euro und einem Verlust von 71 000 Euro, der jedoch nur buchhalterische Bedeutung habe, Thema gewesen. Der Abschluss wurde einstimmig angenommen. Ende 2019 werden die Gebühren für Wasser und Abwasser neu kalkuliert, informierte Kämmerer Werner Knoblach auf Nachfrage von Martin Mack.

Nach der Sitzung waren die Gemeinderatsmitglieder mit ihren Partnerinnen und Partnern ins Sportheim des SV Stammheim zu einem Abendessen eingeladen, in lockerer Atmosphäre unterhielt man sich auch über Ortsgrenzen hinweg.

 

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