Hundehaufen und Verkehrsprobleme

22.02.2016

Mainpost 22.02.2016

GERNACH      

Hundehaufen und Verkehrsprobleme


60 Bürger konnte Bürgermeister Horst Herbert bei der Bürgerversammlung im TSV-Sportheim begrüßen, dazu zahlreiche Gemeinderäte.
Herbert erwähnte die beiden großen Infrastrukturprobleme der Gemeinde: Wie wird die ärztliche Versorgung aussehen, wenn Dr. Schmidt in den Ruhestand geht, und wie wird die Schule der Anforderung gerecht, ein Ganztagsangebot einzurichten?

Kirchplatz renovieren

Edmund Schneider eröffnete die Diskussion mit der Anfrage, wann der Kirchplatz renoviert werde. Das sei schon seit zwei Jahren versprochen. Horst Herbert erläuterte die Schwierigkeiten, die der Bau einer behindertengerechten Rampe an dieser Stelle bereite. Die Großprojekte der Gemeinde hätten den Aufschub der Maßnahme notwendig gemacht. Er wollte sich auch nicht festlegen, wann dieses Vorhaben in Angriff genommen werden könne.

Die Gemeinde habe ihren Teil zur Fertigstellung des Friedhofstors erledigt, nämlich die Torpfosten zu erneuern, informierte Herbert auf Edmund Schneiders Frage. Das Eisentor sei die Spende eines örtlichen Betriebes, da wolle er nicht drängen.
Hugo Hetterich bemängelte den Zustand der Wege im Gernacher Friedhof. Es seien aufgrund der Unebenheiten des Belags schon mehrfach Leute zu Fall gekommen. Der Bauausschuss habe die Wege begutachtet und sie für in Ordnung befunden – das sei von vielen Bürgern nur schwer nachvollziehbar. Der Bauausschuss wird sich damit noch einmal befassen.

An der Kreuzung Schweinfurter Weg/Am Graben stießen kürzlich ein Bus und ein Pkw zusammen. Der ehemalige Gemeinderat Wolfgang Friedrich hat beobachtet, dass manche Busfahrer die Vorfahrtsregel „rechts vor links“ kaum beachteten. Ausnahme, so Engelbert Schneider, seien die Schulbusfahrer. Es seien aber auch viele Gernacher, die einfach „durchschüren“, so Bruno Back.

Der Bürgermeister informierte, dass man den Busunternehmen schon mehrfach geschrieben und persönlich mit den Verantwortlichen gesprochen habe. Jürgen Friedrich machte den Vorschlag, eine abknickende Vorfahrt einzurichten. Dann seien automatisch alle gezwungen, langsamer zu fahren. „Kreisverkehr“ - dieser nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag wurde mit Gelächter kommentiert. Bei der Verkehrsschau will man sich der Sache annehmen.

Sorge um den Kastanienbaum an der Ecke Am Graben/Lange Gasse macht sich Siegfried Heck. Er schlägt vor, die Kastanienmeliermotte zu bekämpfen. Es gäbe wirksame Mittel dafür. „Wir können es probieren“, lautete der skeptische Kommentar von Horst Herbert.

Michael Heck machte auf den schlechten Zustand der Straße nach Unterspiesheim aufmerksam. Der Bürgermeister will sich das anschauen.

Jedes Jahr auf der „Beschwerdeliste“ der Gernacher Bürger sind die Hundehaufen im Dorf und auf der Flur. Horst Herbert informierte, dass die einzige Möglichkeit, gegen diese Verunreinigung vorzugehen, eine Anzeige sei - nur mache das niemand. Jeder Hundehalter sei verpflichtet, die Hinterlassenschaften seines Hundes zu beseitigen, auch außerhalb der Ortschaften. Eine generelle Anleinpflicht gebe es nicht, aber der Hundehalter müsse seinen Hund jederzeit unter Kontrolle haben.

Die Einrichtung eines Fahrradweges entlang der Straße nach Unterspiesheim war ein weiterer Wunsch der Gernacher. Der Weg am See entlang werde gerade von Radfahrern, die nach Schweinfurt zur Arbeit fahren, wenig genutzt, weil es ein Umweg sei. Hier ergibt sich durch die Flurbereinigung in Unterspiesheim eine bessere Lösung, stellte der Bürgermeister in Aussicht. Thomas Eberlein schlug vor, den Fahrradweg ohne Bezuschussung zu bauen. Horst Herbert hielt ihm entgegen, dass die Gemeinde verpflichtet sei, sparsam mit den Steuergeldern umzugehen; das bedeute, dass man Zuschüsse, die erreichbar sind, auch in Anspruch nehmen müsse.
Durch die Flurbereinigung werde auch das Problem mit der dauernden Verschmutzung des Weges am Waldstück auf diesem Weg gelöst, machte Herbert den Bürgern Hoffnung.

„In Gernach sind die am besten unterhaltenen Wege der Gemeinde“ lobte Horst Herbert die Jagdgenossenschaft Gernach. Die Zusammenarbeit klappe hervorragend.

Die Schlaglöcher auf dem Weg westlich vom Gernacher Sportplatz bemängelte Michael Fuchsberger. Sie entstünden durch schnelles Fahren der Autofahrer, so der Bürgermeister. Ob das Einbringen von Teer helfe, wie Bernhard Berchtold vorschlug, bezweifelte Michael Heck. Man suche nach einer Lösung, versprach der Bürgermeister. Es sei auch in der Planung, die Straße von Gernach nach Hirschfeld in einen besseren Zustand zu versetzen.
Bruno Back fragte an, was mit der alten Kläranlage geschehe, wenn sie nicht mehr benötigt wird. Erst in zwei bis drei Jahren, wenn der Klärschlamm beseitigt ist, müsse man hier eine Entscheidung treffen, so der Bürgermeister. Eventuelle Erlöse aus Verkauf oder Verpachtung kämen den Bürgern zugute, so die Antwort des Bürgermeisters auf die Frage von Peter Claassen.

Wer pflegt die Grünflächen?
Andrea Heck regte an, für die Versorgung der öffentlichen Grünflächen in Gernach eine Ausschreibung zu machen. Seitdem Helga Eck diese Aufgabe nicht mehr wahrnimmt, lasse der Zustand dieser Flächen deutlich zu wünschen übrig.
Erhard Scholl zollte dem Bürgermeister Anerkennung für seine klare Haltung gegenüber den Rechten in Stammheim. Er brachte erneut das Anliegen vor, den Kindern aus Gernach und anderen Ortsteilen, die täglich zur Kindertagesstätte in einen anderen Ortsteil gebracht werden müssten, einen pauschalen Fahrtkostenzuschuss zu zahlen. Der Bürgermeister entgegnete, dass der Gemeinderat darüber abschlägig entschieden habe. Er sehe keine neuen Gesichtspunkte, diesen Beschluss zu ändern.
Die Einwohnerzahl von Gernach betrug Ende 2015 genau 533. Das sind sechs Personen weniger als im Vorjahr. 32 seien mit Nebenwohnung in Gernach gemeldet.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Gemeinde-Chronik von Gernach, die Hugo Hetterich verfasst hat, in Kürze gedruckt vorliegt.

 

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