"Hut ab" - 25 Jahre erfolgreiche Jugendarbeit im KOMM-IN

23.09.2018

Mainpost 23.09.2018

Gernach

"Hut ab" - 25 Jahre erfolgreiche Jugendarbeit im KOMM-IN

Es ist gar nicht so leicht, aufeinander aufzubauen: Man ist dabei auf Hilfe angewiesen. Pfarrer Thomas Amrehn machte die...

25 Jahre alt wurde die Kommunikationsinitiative in der Großgemeinde Kolitzheim, wie der offizielle Titel des Vereins lautet. KOMM-IN richte seine Angebote offen an alle Kinder und Jugendlichen jedweder sozialen Schicht, ist in der Satzung zu lesen.

Das Jubiläum begann mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Aegidius in Gernach. Ein buntes, großes Tuch, mit dem Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) sich immer wieder im Spiel miteinander bewegten, war im Chorraum aufgespannt. Viele schöne Erlebnisse von Gemeinschaft wurden beim Anblick dieses Tuches wach.

Das Betreuerinnen-Team unter Leitung der Vorsitzenden Elke Dressel - sie ist auch Wortgottesdienstleiterin - hatte den Gottesdienst zusammen mit Pfarrer Thomas Amrehn vorbereitet. Elke Dressel hatte zu Beginn des Gottesdienstes neben den Vertretern des öffentlichen Lebens besonders die Gäste der Offenen Behindertenarbeit aus Schweinfurt begrüßt.

Pfarrer Thomas Amrehn stellte den afrikanischen Lebensbaum Ujamaa in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Und im Gespräch mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wurde deutlich, dass der Lebensbaum Menschen zeigt, die in Gemeinschaft aufeinander bezogen sind - untereinander, aber auch mit den Tieren und der ganzen Schöpfung.

Dass der Aufbau eines Lebensbaums keine einfache Sache ist, zeigten die Kinder von KOMM-IN: Ihr Versuch, eine Pyramide zu bauen, war wenig erfolgreich. Erst als Gemeinderat Dieter Dietz und  Gruppenleiterin Aileen Berchtold handfeste Unterstützung boten, gelang der Bau einer kleinen Menschen-Pyramide.

KOMM-IN habe in den vergangenen 25 Jahren diese Solidarität gelebt, habe mit dafür gesorgt, "den Menschen ein Zuhause zu geben", wie es das diesjährige Motto der Caritas-Sammlung als Aufgabe für die Christen beschreibt.

Die Fürbitten wurden von den Kindern und Jugendlichen von KOMM-IN vorgetragen.

Nach dem Gottesdienst zog man unter den Klängen der Musikkapelle Gernach zum TSV-Sportheim, wo schon die Theatergruppe der Offenen Behindertenarbeit "Hut ab" auf die Gäste wartete. In ihrem Theaterstück zeigte sie, wie hart der Kampf um die schlanke Linie sein kann: Der Kuchen schmeckt wunderbar im "Cafe Sahnehäubchen", aber das schlechte Gewissen treibt die Kuchen- und Torten-Liebhaber dann doch ins Fitnessstudio. Und dann befasst man sich im fachkundigen Gespräch mit Diäten verschiedenster Art, so zum Beispiel mit der "Wasserdiät". Ernüchterndes Ergebnis: Auch nach zehn Jahren hat sie nichts gebracht. Doch wie schön, dass der Traum von der wunderbaren Torte, die man genießen kann, noch wahr wird. Man kann richtig sehen, wie der Widerstand gegen die süße Versuchung schmilzt wie Schnee in der Sonne, willenlos genießt man die süße Lust. Auch das Publikum wird mit einbezogen, auch die Gäste bekommen Süßes angeboten - natürlich nur virtuell.

Die Theaterpädagogin Angelika Scheidig hatte das Stück mit der Theatergruppe einstudiert, Ingrid Licha sorgte für die Organisation von Bühne, Ton und Requisiten.

Die Schauspielkünste der Akteure belohnte das Publikum mit großem Beifall, auch, weil die Bühne in Gernach anders sei als die gewohnte Bühne, verriet Elke Dressel in ihren Dankesworten.

Die Vorsitzende gab einen kurzen Rückblick zur Geschichte von KOMM-IN. Stolz sei man darauf, dass man als Freier Träger der Öffentlichen Jugendhilfe anerkannt sei. Sie berichtete, dass zur Zeit für Kinder und Jugendliche bedarfs- und altersgerechte Angebote gemacht würden: Spiele, Lesenächte oder Ausflüge. Die Jugendgruppe verwalte sich selbst und erhalte von Erwachsenen die notwendige Unterstützung im Bedarfsfall. Seit fünf Jahren könne man das Gebäude des ehemaligen Kindergartens St. Franziskus benutzen. Das sei eine erhebliche Verbesserung der räumlichen Situation gegenüber dem Dachgeschoss des Alten Rathauses, das KOMM-IN bis zum Jahr 2013 zur Verfügung stand. KOMM-IN sei inzwischen als wichtiger Faktor der dörflichen Infrastruktur in Gernach anerkannt.

Lobende Grußworte sprachen Pfarrer Thomas Amrehn , die stellvertretende Landrätin Christine Bender , zweiter Bürgermeister Martin Mack, Georg Stiller von der Offenen Behindertenarbeit, Georg Berchtold (TSV Gernach), Reinhard Heck  (Freiwillige Feuerwehr und Sportangelverein), Gaby Berchtold (Frauenbund), Thomas Treutlein (KAB), Andrea Heck (ehemalige Gruppenleiterinnen) und Erhard Scholl (Johannisverein).

Elke Dressel und der langjährige stellvertretende Vorsitzende hatten zusammen mit Armin Heck-Dressel eine kleine Präsentation zu 25 Jahren KOMM-IN vorbereitet, die viele Erinnerungen bei den Gernacher Zuschauern weckte. Erhard Scholl dankte Elke Dressel für ihren Einsatz für KOMM-IN in den vergangenen 25 Jahren als Vorsitzende. Der Applaus des Publikums zeigte, wie sehr man den Einsatz von Elke Dressel schätzt. DJ Philippo sorgte dann für Stimmung und lud zum Tanz ein.

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