Im Zeichen künstlerisch begabter Frauen

24.05.2006

Mainpost 24.5.2006

 

Im Zeichen künstlerisch begabter Frauen

 

ZEILITZHEIM (-IM) Ganz im Zeichen künstlerisch begabter Frauen stand der Abend "...ein bisschen Wohllaut und Gesang und eine ganze Seele" auf Schloss Zeilitzheim.

Sprecherin Isolde Paul, Sopranistin Angelika Hiller und Pianistin Ursula Maria Echl würdigten mit ihren Darbietungen Frauen, deren kreatives Treiben zu ihren Lebzeiten alles andere als anerkannt war.

Eigentlich sollten sie sich auf die drei "K" Küche, Kirche, Kinder konzentrieren. Doch Künstlerinnen wie Annette von Droste-Hülshoff, Karoline von Günderode, Clara Schumann oder Bettina von Arnim betätigten sich trotzdem schöpferisch. Ruhm und Ehre für ihre außergewöhnlichen Werke blieben ihnen in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft allerdings versagt.

Den Schmerz und die Trauer über diese Verurteilung zur Bedeutungslosigkeit brachte Isolde Paul zum Ausdruck. Einigen Zuhörern standen die Tränen in den Augen, als die studierte Rezitatorin Gedichte aus weiblicher Feder vortrug.

Nach diesen andächtigen Worten erwiesen Angelika Hiller und Ursula Maria Echl berühmten Komponistinnen die Ehre.

Gefühlvoll und authentisch ließ die bekannte Sopranistin Hiller erkennen, dass sie eins war mit der Botschaft der vorgetragenen Lieder. Besonders gelang ihr das während des Gondel-Lieds von Fanny Hensel, als das Publikum wirklich das Gefühl hatte, von den Wellen auf und nieder getragen zu werden.

Am Ende erhielten alle Künstlerinnen ihren wohl verdienten Beifall für einen unterhaltsamen und gleichzeitig betroffen machenden Abend.

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