In vielen Ortschaften fallen die Allerheiligen-Andachten aus

27.10.2020

Mainpost   27.10.2020
Gerolzhofen / Kolitzheim

In vielen Ortschaften fallen die Allerheiligen-Andachten aus

Die Pfarreiengemeinschaften im südlichen Landkreis gehen ganz unterschiedlich mit den Feiern an Allerheiligen um.

Neben Gerolzhofen werden in der Pfarreiengemeinschaft "St. Franziskus am Steigerwald" auch noch Andachten auf den Friedhöfen von Brünnstadt, Frankenwinheim, Lülsfeld und Oberschwarzach gefeiert. Auch hier gelten die Hygiene-Vorgaben, deren Umsetzung von Ordnungsdiensten überwacht wird. Lediglich in Schallfeld wird in diesem Jahr kein Totengedenken stattfinden. Hier hat sich der Pfarrgemeinderat laut Pfarrer Stefan Mai wegen Corona dagegen ausgesprochen.

In der Pfarreiengemeinschaft "Marienhain" (Alitzheim, Herlheim, Kolitzheim, Lindach, Mönchstockheim, Stammheim, Sulzheim und Zeilitzheim) werden angesichts der sich verschärfenden Corona-Situation an Allerheiligen keine Andachten auf den Friedhöfen stattfinden, teilt Pfarrer Andreas Engert mit. "Um weder das Gebet noch den Segen entfallen zu lassen, haben wir einen anderen Weg entwickelt. Das Pastoralteam wird zu Allerheiligen die Friedhöfe mit den Gräbern unserer Verstorbenen segnen." Um den Gläubigen die Gelegenheit zu geben, sich in das Gebet einzuschalten, wurden Gebetsbildchen zum persönlichen Gebrauch erstellt. Die Gebetsbildchen liegen in den Kirchen gut sichtbar in einer Box zum Mitnehmen aus.

Ordnungsdienste überwachen die Vorgaben

In den Pfarreien Unterspiesheim, Oberspiesheim und Gernach mit Pfarrer Thomas Amrehn sollen hingegen kirchliche Feiern auf den Friedhöfen an Allerheiligen und Allerseelen stattfinden. Allerdings müssen die Hygienevorgaben und Maßnahmen zum Infektionsschutz eingehalten werden. Ein Ordnungsdienst überwacht die Vorgaben. Personen, die mit Covid 19 infiziert sind, die Fieber oder Symptome einer Atemwegserkrankung haben oder aus einem Risikogebiet eingereist sind, dürfen an den Andachten nicht teilnehmen. Gleiches gilt für vom Gesundheitsamt eingestufte Kontaktpersonen der Risikogruppe eins.

Während der Feier muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. "Eine Weigerung zieht die Maßnahmen des Hausrechts nach sich", heißt es dazu im Amtsblatt der Gemeinde Kolitzheim. Nur maximal zwei Personen dürfen an einem Grab stehen, dann ist wieder ein Abstand von 1,5 Meter einzuhalten. Während der Feier darf die eingenommene Standfläche nicht verlassen werden.

Unterscheidung nach Grabnummern

Für den Friedhof in Unterspiesheim gilt noch eine besondere Regel: Damit die Abstandsregeln eingehalten werden können, finden an Allerheiligen am Nachmittag zwei Andachten statt. Unterschieden wird dabei nach der Nummer der Grabstelle. Um 14 Uhr beginnt die Andacht für die Teilnehmer, deren Vorfahren in einem Grab mit gerader Grabzahl liegen. Um 15.30 Uhr sind die Hinterbliebenen zu einer Andacht geladen, die ein Grab mit ungerader Grabnummer haben. Ein Plan des Friedhofs mit den Nummern der Gräber wurde bereits im jüngsten Amtsblatt veröffentlicht. 

Schutz der Gesundheit hat Vorrang

Pfarrer Günter Höfler, der Leiter der Pfarreiengemeinschaft "Kirche am Zabelstein" (Bischwind, Dingolshausen, Donnersdorf, Dürrfeld, Falkenstein, Hundelshausen, Kleinrheinfeld, Michelau, Pusselsheim, Traustadt und Vögnitz), teilt in einer Pressemitteilung mit, dass "wir in diesem Jahr die Friedhofsandacht mit Gräbersegnung sowie das Rosenkranzgebet auf dem Friedhof nicht als gemeinsame Feier durchführen können". Der dringend erforderliche Mindestabstand untereinander könne auf den Friedhöfen nicht gewährleistet werden. "Der Schutz der Gesundheit muss Vorrang haben vor der Durchführung einer guten Tradition."

Auch in den Kirchen dieser Pfarreiengemeinschaft liegen Gebetsanregungen zur Gestaltung für den persönlichen Friedhofsgang aus. An Allerheiligen und an Allerseelen wird der Pfarrer auch alle Friedhöfe besuchen und die Gräber segnen.


 

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