Inhalt der Biotonnen wird kontrolliert

27.08.2018

Nur störstofffreier Biomüll
ist auch guter und kostbarer Biomüll

Abfallwirtschaft kontrolliert Inhalte der Biomülltonnen

Landkreis Schweinfurt. Die Anfänge der Biotonne im Landkreis
Schweinfurt liegen mehr als 30 Jahre zurück. „Aus dem damaligen
Pilotversuch hat sich ein Erfolgsmodell für Umweltschutz und sehr
günstige Müllgebühren im Landkreis Schweinfurt entwickelt“, erklärt
Thomas Fackelmann, Sachgebietsleiter der Abfallwirtschaft im Landkreis
Schweinfurt. Der gesammelte Biomüll ist die Grundlage für hochwertigen
Kompost und seit zehn Jahren auch für regenerative Energie in Form von
Biogas, das in Blockheizkraftwerken Strom und Wärme liefert. Da jedoch
in den vergangenen Jahren vor allem der Kunststoffanteil im angelieferten
Biomüll erkennbar zugenommen hat, muss nun gegengesteuert werden:
Ab sofort wird die Biotonnenkontrolle wieder intensiviert.
Denn für die Herstellung des gütegesicherten „Qualitätskomposts
Schweinfurter Land“ wird gut getrennter, weitgehend störstofffreier
Biomüll benötigt. Die Müllwerker überprüfen daher die Tonnen und
falls der Inhalt nicht passt, greift die erste Stufe der Kontrollaktion:
Die Müllwerker leeren die Biotonne zwar, bringen aber einen gelben
Hinweisanhänger an. Auf diesem ist zu erkennen, welches Material falsch
eingeworfen wurde. Er enthält auch den deutlichen Hinweis, dass die Tonne
beim nächsten Mal nicht mehr geleert wird, wenn weiterhin Störstoffe
enthalten sind. Bei erheblichen oder wiederholten Fehlbefüllungen bleibt
die Tonne schließlich ungeleert stehen.
Ziel dieser Maßnahmen ist, dass auch künftig keine aufwändigen
und teuren Aufbereitungsverfahren gebraucht werden, um die hohe
Kompostqualität zu erhalten. Die Kosten für die Störstoffbeseitigung
und Aufbereitung müssen nämlich alle Bürger gemeinsam tragen,
obwohl mehr als 95 Prozent ordentlich sortieren. Zudem wird es wegen
Verschärfungen im Düngemittelrecht in Zukunft immer wichtiger, die
Kompostqualität zu stabilisieren und zu verbessern.
Damit nun jeder die Möglichkeit hat, sein Sortierverhalten aktuell zu
überprüfen, gibt es hier eine Übersicht, was in die Biotonne gehört und
was als Störstoff gilt:
Küchenabfälle, am besten in Zeitungspapier eingewickelt oder in
Papiertüten, auf keinen Fall in Plastiktüten, auch nicht in sogenannte
Biokunststofftüten:

• Gemüse-, Salat- und Obstreste (auch Zitrusfrucht-Schalen)
• Eier-, Nussschalen
• Kaffeefilter, Tee(beutel)
• Speisereste, Knochen, Gräten
• verdorbene Lebensmittel
• Küchenpapier und mit Lebensmittelresten verschmutztes Papier
• Fritierfette und –öle

Gartenabfälle:
• kleine Zweige
• Grasschnitt, Laub
• Unkräuter
• Pflanzenreste (Stauden)

Sonstige kompostierbare Stoffe:
• Papiertaschentücher
• Haare, Federn,
• Kleintierstreu (von Hamster u.ä., kein Katzenstreu)

Ergänzend noch ein paar wichtige Hinweise:
• Oftmals landen nicht zulässige Stoffe unabsichtlich in den Biotonnen.
Das beste Beispiel hierfür sind Kunststofftüten, auch sogenannte
„Biokunststoff“-Tüten. Diese stören jedoch die Vergärung und
Kompostierung, da sie viel zu langsam verrotten. Sie dürfen deshalb
nicht in die Biotonne. Auch wenn vielfach mit der Kompostierbarkeit
geworben wird, so sind diese Tüten für die Biomüllverarbeitung
nicht geeignet und müssen deshalb als Störstoff gesehen werden.
Als Alternative zu den (Bio-)Plastikbeuteln bietet sich an, den
heimischen Sammelbehälter z.B. mit Zeitungspapier auszulegen
oder gleich Papiertüten zu verwenden. Dann braucht man die (Bio)
Plastikbeutel überhaupt nicht.
• Straßenkehricht kann nicht nur – wie auch Asche – viele Schadstoffe
enthalten, sondern auch viele kleine Steine (wie Split u.ä.). Deshalb
gehören auch diese Stoffe auf keinen Fall in die Biotonne, sondern in
die Restmülltonne.
„Wenn diese Sortierhinweise beachtet werden, gibt es im Landkreis
auch künftig beste Voraussetzungen für einen hochwertigen, effektiven
Naturkreislauf mit zusätzlicher Energiegewinnung“, so Thomas
Fackelmann. Dies sei zum Vorteil für die Umwelt und den Geldbeutel
aller Müllgebührenzahler.

Und übrigens: Mit der letzten Änderung der Müllgebührensatzung
zum 01.01.2017 wurden die Gewichtsgebühren für Bio- und Restmüll
angeglichen. Sie betragen jetzt einheitlich 7 Ct./kg.
Allgemeine Informationen zur Abfallwirtschaft des Landkreises gibt es im
Internet unter www.landkreis-schweinfurt.de/abfallwirtschaft. Für Fragen
rund um die Biotonnenkontrolle steht die Abfallberatung im Landratsamt
gerne zur Verfügung unter Telefon 09721 / 55-546 oder per E-Mail an
abfallberatung@lrasw.de.

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