Jeder will die Umgehung, aber keiner Land hergeben

28.03.2009

Mainpost 28.03.2009

KOLITZHEIM/VOLKACH

Jeder will die Umgehung, aber keiner Land hergeben

 

Volkacher Stadtrat überrascht Gemeinde Kolitzheim mit Kehrtwende zu Umgehung Volkach-Gaibach-Kolitzheim

 

Eine Kehrtwende hat der Volkacher Stadtrat bei seiner Entscheidung zur Umgehung Volkach-Gaibach-Kolitzheim hingelegt: Statt der zuletzt stark favorisierten Trasse 6 (östlich an Volkach, westlich an Gaibach vorbei) soll es jetzt die an Zeilitzheim vorbeiführende Ostvariante (Nummer vier) richten – und der Freistaat die nötigen 21 Millionen Euro auf den Tisch legen. Dazu Kolitzheims Bürgermeister Horst Herbert: „Damit ist die Umgehung in weite Ferne gerückt“.

Eher pessimistisch bewertet denn auch der Direktor des für den Straßenbau zuständigen Staatlichen Bauamts in Schweinfurt, Holger Bothe, den Volkacher Rats-Beschluss. Entscheidender Nachteil der Trasse 4 sei, dass sie in einem Zug gebaut werden müsse und der Freistaat alleiniger Kostenträger sei. Projekte in dieser 20-Millionen-Größenordnung landeten meist nicht in der Top-Liste der vordinglichsten Straßenprojekte. So kann der Bau Jahre und Jahrzehnte dauern, so Bothe.

Überrascht hat der Volkacher Kurswechsel Herbert indes nicht. „Ich habe von Anfang an gesagt und deutlich gemacht, dass es Probleme geben wird, wenn wir über die konkrete Trasse reden. Jeder will sie, aber keiner will, dass sie über seine Gemarkung führt“. So laufe die vom Volkacher Stadtrat mit 17:3 beschlossene Osttrasse im Wesentlichen über Zeilitzheimer Flur.

Deshalb steht für Herbert fest, dass die Zeilitzheimer Landwirte mit dieser Lösung überhaupt nicht leben werden. Proteste sind auch seitens der Winzer vorprogrammiert, würde doch die jetzt beschlossene Streckenführung die Zeilitzheimer Weinberge regelrecht durchschneiden. Andererseits weiß auch Horst Herbert, dass man in Kolitzheim wiederum eben wegen des geringeren Einschnitts in die eigene Gemarkung zu jener Osttrasse tendiert.
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