Jung und Alt aktiv - Mehrgenerationentag

27.01.2015

Mainpost 27.01.2015

 

Jung und Alt aktiv

Mehrgenerationentag

Auch wenn die Besucher anfangs nicht in Massen strömten, waren die Organisatoren um Andre Christof mit der zweiten Auflage der Veranstaltung zufrieden.

Bei der Begrüßung der Besucher des Mehrgenerationentags in Kolitzheim durch Bürgermeister Horst Herbert war die Anzahl der Besucher noch nicht allzu groß. Dies änderte sich dann allerdings im Laufe des Nachmittags. Immer mehr Gäste jeden Alters aus Kolitzheim und den umliegenden Orten trafen im Sportheim ein und beteiligten sich begeistert an den vielfältigen unterschiedlichen Angeboten.

„Auf die Bastelstraße“ begaben sich Groß und Klein, probierten aus und stellten mit einfachen Mitteln herrliche Bastelarbeiten her. So wurde beispielsweise gefilzt, aus Heu entstanden dekorative Mäuse, und Kerzen wurden verziert. Beim heute nicht mehr sehr aktuellem „Stricken mit der Liesel“ versuchten sich nicht nur junge Mädchen, sondern auch erwachsene Männer.

„Wessd noch, wie es früher war?“ zog vor allem ältere Herrschaften in den Gastraum. Hier zeigte Reinhard Skaar alte Fotos aus dem Dorf. Diese Bilder von verschiedenen Festen und Feiern, von Fußballspielern, dem Kirchenraum vor der Renovierung oder einer alten Wagnerwerkstatt weckten bei den Anwesenden viele Erinnerungen. Begeistert berichteten sie über den Anlass der Aufnahmen, fügten zahlreiche Hindergrundinformationen rund um die dargestellten Geschehnisse hinzu und benannten die abgebildeten Personen.

Aufgelockert wurde die Bilderschau durch gemeinsames Singen. Begleitet durch Gottlieb Rappert auf seinem Akkordeon, erklangen heute nicht mehr oft zu hörende Heimat- und Wirtshauslieder, die ebenfalls an vergangene Zeiten erinnerten.

Beim Tanzen mit der Kindertanzgruppe hatten nicht nur die Kleinen ihren Spaß. Auch Erwachsene folgten den Anweisungen der Tanzlehrer Walter Richter und Christine Bender und schwangen begeistert das Tanzbein. Bei der Polonaise schlängelten sich dann große und kleine Tänzer gemeinsam durch den Saal. Sogar Kleinkinder auf dem Arm von Mutter oder Großmutter wurden in das Geschehen eingebunden.

Im Untergeschoss konnten sich die Besucher bei Dart und Kicker mit ihren Gegnern messen und in der rhythmischen Musikwerksatt probierten potenzielle Musiker Schlagzeug und Percussionsinstrumente aus.

Kinder, die es etwas ruhiger haben wollten, kuschelten sich gemütlich auf Polstern in die Kissen, und ließen sich von Ewalde Reß ins Reich der Märchen oder andere fantastischen Welten versetzten.

Auch alte, in der Versenkung verschwundene Spiele, konnten neu entdeckt werden. Wohl aufgrund der Vielfalt der anderen Angebote waren die Spieltische allerdings nur schwach belagert. Trotzdem zeigten sich am Ende des unterhaltsamen Nachmittags André Christof und seine Helfer bei der Organisation rundum zufrieden.

Modellschiffe mit Gummiantrieb

Auch in Lindach war der Auftakt zum Mehrgenerationentag schleppend, obwohl auch im Obstbaudorf eine große Anzahl an Angeboten auf dem Programm stand. In der zweiten Hälfte des Aktionstages konnten die Veranstalter dann mit der Besucheranzahl aber zufrieden sein. Beim Miteinander der Generationen fehlten im Kreuzpfadort aber die jungen Erwachsenen, ebenso wie die so genannten Jungsenioren.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzender Walter Strauß und seine Mitstreiter präsentierten abwechslungsreiche Angebote im Zentrum des Ortes, an zwölf Stationen rund um den Dorfangerplatz. Nach dem Auftakt mit Gemeindereferent Andre Christof im Saalbau Schön konnten die Teilnehmer die Stationen aufsuchen. An der einen konnten sie aktiv etwas in Handarbeit herstellen, an der anderen mitsingen, an wieder einer nur zuhören oder zusehen.

So bot Ingrid Krapf in ihrer Schneiderwerkstatt verschiedene Basteleien mit Stoff, Nadel und Faden an, wobei sie von Katja Stöcklein unterstützt wurde. Beim Steinbildhauer Ewald Markert und in Peter Bocks Drechslerwerkstatt konnten die Besucher kunsthandwerklich tätig werden. Helmut Reisbeck und seine Tochter Carmen bastelten mit den Besucherkindern kleine Modellschiffe aus Holz, die sich mittels Gummiantrieb sogar im Wasser vorwärts bewegen können. Die Feuerwehr bot den Interessierten Einblicke in ihre Arbeit an, wobei das Löschwesen früher und heute vom Vorsitzenden Stefan Wiederer und den Kommandanten Holger Hellert und Matthias Faulhaber nebeneinander gestellt wurde.

Organist Markus Dotzel gewährte Einblicke in das Innenleben der Kirchenorgel. Anneliese Bock, Anneliese Englert und Ingeborg Dotzel animierten die Besucher zum Singen alter Volksweisen. Yvonne Bauer erzählte Kindern von früheren Zeiten, als Oma noch ein Kind war. Sie leitete die Lindacher Ministranten bei einer Kirchenrallye an, bei der sie Interessantes über das Gotteshaus lernen konnten.

Das Backhausteam mit Jürgen, Magda und Imelda Hellert und ihren Helferinnen Gerty Heider und Hannelore Wiederer stellten für die Besucher original Lindacher „Öpfelplooz“ her, der im alten Dorfbackhaus gebacken wurde. Kurt Albert unterhielt die Besucher mit Mundartgedichten, die den hintersinnigen fränkischen Humor früherer Lindacher Originale zum Ausdruck brachten und die die Zuhörer zum Schmunzeln anregten.

In der Abschlussrunde zeigte Schülerin Shivani Knoblach ihr Können mit der Geige, das Gesangsteam lud die Besucher noch einmal zum Mitsingen alter Volksweisen ein, bevor die Lindacher Blaskapelle mit schwungvoller Musik den Schlusspunkt setzte.

Die Seppelfrage

In Alitzheim zog der Mehrgenerationentag viele Besucher in das Sportzentrum der DJK. Vom Dach bis in den Keller waren alle Räume unterschiedlichen Themen gewidmet. Es war für jeden etwas dabei. Zahlreiche Ehrenamtliche brachten den Gästen generationenübergreifende Aktivitäten näher.

Unter der Leitung von Erich Müller schwang so mancher gemeinsam mit der Volkstanzgruppe Gerolzhofen sein Tanzbein auf die fränkische Art. Günter Barth, Leiter der Mönchstockheimer Pfarrband „Young Spirit“, sowie Stefan Rappelt und Evi Ulrich vom Sulzheimer Chor warben um stimmliche Unterstützung. Während die Pfarrband christliches bis modernes Liedgut zum Besten gab, übte man in der Gaststätte zu Rappelts Keyboard-Klängen Lieder des Gotteslobs ein.

Dass das Spielen bis in hohe Alter attraktiv ist, bewiesen mehrere gut frequentierte Stationen. Während die Vögnitzer Seniorenleiterin Irene Fuchs unter dem Motto „Hier macht keiner Pause“ Brettspielklassiker vorstellte, führte Dart-Weltmeisterin Sandra Büttner Besucher im Umgang mit den fliegenden Pfeilen ein. Thomas Solfs Kickertisch fand ebenfalls großen Anklang.

Kreisspiele und Kinderlieder hatte Gabi Barth vorbereitet. Das Kasperle und seine Freunde gewährten nach dem Theaterstück „Die Seppelfrage“, gespielt von Alma Glos und Gabi Barth, den großen und kleinen Fans einen Einblick hinter die Bühne.

Handwerkliches Geschick benötigte man beim Basteln von Kasperle-Fingerpuppen mit Martina Bory und Margarete Häusner-Schmitt. Das passende Theaterstück für zuhause gab es gratis dazu. Wie man Nistkästen für die kommende Brutsaison zimmert, zeigte Georg Ziegler. Pfarrer Emeka Ikeijama trug nigerianische Kindheitsgeschichten vor und berichtete über die politische Situation in seinem Heimatland. Er fand den generationenübergreifenden Gedanken der Veranstaltung sehr schön. „Für die Zukunft habe ich die Hoffnung, dass die Jugendlichen motiviert werden, sich mit einer eigenen Meinung in der Kirche einzubringen“, so der Geistliche.

Der stellvertretender Bürgermeister Albrecht Dazer zeigte sich von der Resonanz in Alitzheim begeistert. „Das Programm ließ Erinnerungen der eigenen Kindheit aufleben“, sagte er. Für das leibliche Wohl sorgten hausgemachte Waffeln, die das Team um Irmtraud Pickel ebenso kredenzte wie zahlreiche Kuchen. Den musikalischen Abschluss bildete ein Ausschnitt aus dem Repertoire von „Young Spirit“ verstärkt durch Gastmusiker. Die Bewirtung übernahm die DJK Alitzheim.

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