Kanonen und Kasematten

29.05.2015

Mainpost, 29.05.2015

 

KOLITZHEIM
Kanonen und Kasematten

Ferienkinder staunen bei Führung durchs historische Königshofen

 „Wow! Ist das 'ne echte Kanone?“ Staunend stehen die Kinder der Ferienfreizeit aus Kolitzheim vor dem mittelalterlichen Geschütz in der Markthalle von Bad Königshofen. „Und was sind das für Rohre?“ Fragen über Fragen, die beim ersten historischen Stadtrundgang für Kinder auftauchen.

Eingeladen dazu hat das Mehrgenerationenhaus St. Michael und mit der Idee, um im Jargon zu bleiben, voll ins Schwarze getroffen. Für die Geschäftsführerin der Einrichtung, Anne Hüttner, ist damit klar: Die Stadtführung ist ein neues Angebot für Familien und Kinder, das ab sofort ins Programm aufgenommen wird. Eine die nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen in Erinnerung bleiben wird, wie sie sagten.

Gemeinsam mit Kreiskulturreferent Hanns Friedrich ging die kleine Gruppe durch die Stadt und machte als erstes Halt an den Stadtsaal-Lichtspielen. Dort ist bei Kanalarbeiten ein alter Stadtturm entdeckt worden, dessen Umrisse in das Pflaster eingelassen sind. „So breit waren die Türme?“ fragen die Kinder erstaunt. Sie erfahren, dass Bad Königshofen noch heute über unterirdische Gänge verfügt, die aber nicht mehr begehbar sind. Sie stammen aus der Festungszeit und haben verschiedene Stadtbereiche verbunden.

Staunen dann auch in den Kasematten (das sind befestigte, also geschützte Gewölbe). Hotelier Klaus Ebner hat diesen Keller mit Hilfe der Stadt wieder zugänglich gemacht. Die von ihm geschmiedete Beleuchtungshalter in Form von Fackeln beeindrucken die Kinder ebenso wie auch die Tore mit dem Frankenrechen und dem Bad Königshöfer Stadtwappen.

Vorbei am Pulverturm geht es zum Rathaus mit der Markthalle. Friedrich berichtet den Schülern, dass Königshofen einst eine Handwerker- und Bauernstadt war. Es gab viele Zünfte, und die nutzten die Halle zum Verkauf ihrer Waren. Dann stößt das Interesse der Gruppe auf eben jenes mittelalterliche Geschütz. „Bei großen Festen haben wir Stadtkanoniere, die solche Kanonen auch abfeuern,“ erzählt der Kreiskulturreferent. Und was hat es mit den Rohren auf sich? „Das sind alte Wasserleitungen“, erklärt Friedrich. Heute sei das natürlich aus hygienischen Gründen nicht mehr möglich, aber so kam das Wasser früher in die Stadt.

Hanns Friedrich

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