Keine Kostenbescheide nach den Unwettern

13.07.2018

Mainpost 13.07.2018

UNTERSPIESHEIM

Keine Kostenbescheide nach den Unwettern

Am 9. Juni und am 5. Juli waren über das Gebiet der Gemeinde Kolitzheim schwere Unwetter niedergegangen. Zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz gewesen. Der Gemeinderat beschloss nun, auf die Verrechnung der Feuerwehreinsätzen nach dem Starkregen zu verzichten.

Bei einem Wolkenbruch wurden in Oberspiesheim 50 Liter Regen innerhalb von 30 Minuten gemessen. Laut Wasserwirtschaftamt sei dies ein Jahrtausendereignis, berichtete Bürgermeister Horst Herbert. Denn statistisch gesehen gebe es ein solches Unwetter höchstens ein Mal in 1000 Jahren. Bemessungsgrundlage für die Auslegung des Kanalsystems seien hingegen die maximale Regenmenge innerhalb von fünf Jahren.

Herbert wies darauf hin, dass in den achtziger und neunziger Jahren vielfach keine Rückstauklappen eingebaut wurden, was natürlich den Rückstau des Wassers in die Keller verursache, wenn das Kanalsystem überlastet ist. Auch die Drainagen, die damals häufig verlegt wurden, könnten ursächlich für den Rückstau in die Keller sein. Die Regenrückhaltebecken wären in einem solchen Extremfall schnell voll. Der schnelle Abfluss der großen Wassermengen werde durch die Durchlässe begrenzt, der erste Stau sei am Feuerwehrhaus in Unterspiesheim.

Dem Vorschlag von Reinhard Heck, bei der Planung der Abwasserkanäle den Durchmesser der Rohre künftig größer zu wählen, wurde entgegengehalten, dass dies nichts nutze, wenn die Rohre größeren Durchmesser haben, das Wasser jedoch trotzdem nicht ablaufen könne, weil die Durchlässe die Wassermassen nicht fassen können.

Die großflächige Versiegelung des Bodens durch Folien der Gärtnerei in Oberspiesheim habe ebenfalls zu dem großen Wasseranfall beigetragen, da das Wasser auf den Folien schneller ablaufe als auf einem Erdboden ohne Folien, hieß es im Gemeinderat.

Bernhard Rippstein gab zu bedenken, dass es schwer sein, die verschiedenen Einsatzorte und -zeiten der Feuerwehr durch die Kommandanten genau zu erfassen. Dies ist aber nötig, wenn die Gemeinde Kostenbescheide verschicken will. Kämmerer Werner Knoblach erläuterte, dass der Einsatz der Feuerwehrleute zwar ehrenamtlich sei, die Arbeitgeber aber die Lohnersatzkosten einfordern. Dafür habe die Gemeinde Kolitzheim in den vergangenen Jahren jeweils etwa 7000 Euro erstattet.

Wünschenwert, so der Bürgermeister Horst Herbert, sei eine im Landkreis oder sogar auf Landesebene einheitliche Regelung für die Verrechnung solcher Feuerwehreinsätze.

 

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