Keine Offene Ganztagsschule im kommenden Schuljahr

16.05.2018

Mainpost 16.05.2018

KOLITZHEIM

Keine Offene Ganztagsschule im kommenden Schuljahr

Fünf Bauanträge standen auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung in Kolitzheim, für drei davon wurde das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt, ein Bauantrag erhielt die Zustimmung mit Auflagen, der fünfte Bauantrag wurde zurückgestellt, weil noch Unterlagen fehlten.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anregungen“ informierte Bürgermeister Horst Herbert, dass die Einrichtung einer Offenen Ganztagsschule an der zu geringen Zahl der für diese Schulform angemeldeten Kinder gescheitert ist: Trotz verschiedener Werbemaßnahmen seitens der Schule, der Gemeinde und sogar der Oberspiesheimer Kindertagesstätte, die schon einige Jahre Mittagsbetreuung anbietet, wurde die Zahl von 14 „Zählkindern“ nicht erreicht.

Mit „Zählkindern“ ist die Situation beschrieben, dass Eltern ihre Kinder für das ganze Schuljahr zwar verbindlich anmelden müssen, aber nicht alle vier Tage buchen müssen, für die das Angebot an Unterrichts- und Betreuungszeit von 8 Uhr bis 16 Uhr grundsätzlich besteht: sie können auch nur einen, zwei oder drei Tage buchen.

Die summierten Anmeldezeiten für alle Kinder müssen aber so hoch liegen, dass die verbindlichen Anmeldezeiten für mindestens 14 Kinder für vier volle Tage erreicht werden. Diese Summe ergab - so berichtete Kämmerer Werner Knoblach nur die summierten Stundenzahlen für 12 Kinder - zu wenig, um eine Ganztagsgruppe in der Offenen Ganztagsschule zu bilden. Von dieser Regel gibt es laut Auskunft der Regierung von Unterfranken keine Ausnahme.

Der Bürgermeister teilte auch mit, dass für die 25 Kinder, die bisher für die Mittagsbetreuung in der Kindertagesstätte Oberspiesheim angemeldet waren, diese Betreuung auch im neuen Schuljahr wieder gebucht wurde. Die Kindertagesstätte hatte angeboten, dass sie Eltern, die in das Ganztagsangebot wechseln wollten, und sich für das kommende Schuljahr schon für die Mittagsbetreuung in der Kita angemeldet hatten, keine Steine in den Weg legen wollten - aber niemand wollte wechseln.

Rückblickend berichtete der Bürgermeister, dass auf der Elternversammlung, die am 26. April in Lindach stattfand, das Konzept der Ganztagsschule vorgestellt worden war. Etwa 80 Personen nahmen an dieser Versammlung teil. Aus Gründen der Qualität des Angebotes bestand Rektorin Michaela Kirchner auf einer Betreuungszeit von 8 bis 16 Uhr, berichtete der Bürgermeister.

Das pädagogische Konzept mit Mittagsbetreuung, Hausaufgaben-Zeitfenster und weiteren pädagogisch-sportlich-künstlerischen Angeboten sei in einem kürzeren Zeitrahmen nicht möglich, so ihre Argumentation. Seitens des Gemeinderats wäre es begrüßt worden, wenn man auch die zeitlich kürzere Variante - etwa mit Ende des Ganztagsangebots um 14 oder 15 Uhr ins Auge gefasst hätte. Dann hätte das Ganztagsangebot bei den Eltern wohl mehr Anklang gefunden, so der Eindruck von Horst Herbert.

Da das pädagogische Konzept in Händen der Schule liege, wolle man sich hier jedoch nicht einmischen. Er informierte, dass auch das kürzere Ganztagsangebot laut Auskunft des Schulamtes im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich wäre. „Damit ist die vom Aktionsbündnis Ganztagsschule geforderte Einrichtung einer Ganztagsschule gescheitert“ stellte Horst Herbert abschließend fest - zumindest für dieses Jahr, denn die Anmeldefrist endet mit Ende des Monats Mai, und in der kommenden Woche beginnen die Pfingstferien.

Jetzt stelle sich die Frage, wie der Wunsch der Eltern, die sich eine Mittagsbetreuung wünschen, und in Oberspiesheim nicht zum Zug kommen können, erfüllt werden kann. Hier könnte der Plan B greifen: Kolping sei bereit, in der Schule in Zeilitzheim eine Mittagsbetreuung zu übernehmen - ähnlich wie dies in durch die Kita Oberspiesheim geschieht. Man müsse allerdings vorher das Gespräch mit den Eltern suchen, ob dieses Angebot von ihnen gewünscht wird.

Der Vorschlag von Martin Mack, mit der Rektorin der Grundschule und mit dem Schulamt das Gespräch zu suchen, auch mit Blick auf die weitere Zukunft, fand allgemeine Zustimmung. Die Gemeinde sei offen für die Ganztagsschule - so der Bürgermeister, wenn dieses Angebot den Bedürfnissen der Eltern entspreche, aber auch mit Blick auf die Finanzen: für die Gemeindekasse fallen bei der Offenen Ganztagsschullösung nur 5500 Euro jährlich an, für die Mittagsbetreuung liegen die Kosten, die die Gemeinde zu tragen hat, für eine Gruppe jeweils bei mehr als 20 000 Euro pro Jahr.

Wie es weitergehe mit der Gestaltung des Umfeldes des Weihers in Stammheim, war die Frage von Gemeinderat Burkard Krapf. Bürgermeister Horst Herbert gab zu bedenken, dass die Straßenausbausatzung seiner Einschätzung nach erst im Herbst aufgehoben werde; er griff aber die Anregung von Krapf auf, eine Versammlung zu diesem Thema einzuberufen.

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