"Keiner ist künftig nur halb so groß wie wir"

05.12.2006

Mainpost 5.12.2006

 

"Keiner ist künftig nur halb so groß wie wir"

 

KREIS SCHWEINFURT Der als "Nothelfer" aus dem Ruhestand zurückgeholte Adolf Morgenstern hatte die in Turbulenzen geratene Kreissparkasse Schweinfurt gerade wieder in ruhiges Fahrwasser zurückgeführt, da trat Johannes Rieger seine Nachfolge an der Spitze des Unternehmens an. Die Eröffnung der neuen Filiale in Unterspiesheim nutzte der Vorstandsvorsitzende nun, um kurz vor der Fusion mit der Städtischen Sparkasse Schweinfurt auf den Tag genau fünf Jahre nach seinem Amtsantritt Bilanz zu ziehen.

 

Um es vorwegzunehmen: Als wesentlichen Punkt seiner Arbeit sieht Johannes Rieger das Versprechen als erfüllt an, ein leistungsfähiges Unternehmen Kreissparkasse in eine große Fusions-Sparkasse einzubringen. Bekanntlich firmieren die Kreissparkasse und die Städtische Sparkasse Schweinfurt nach ihrem Zusammenschluss ab 1. Januar 2007 als "Kreis- und Städtische Sparkasse Schweinfurt".

Rieger unterstrich vor den Ehrengästen in Unterspiesheim noch einmal: "Ich war immer von der Zweier-Fusion in Schweinfurt überzeugt.

Die Eckpfeiler des Erfolgskonzepts

Die Eröffnung der neuen Filiale hier in Unterspiesheim verkörpere in deutlichem Maß seine Einstellung zu einem Unternehmen Kreissparkasse, "das Arbeitsplätze für rund 350 Familien biete." Die folgenden fünf Punkte nannte der Vorstandsvorsitzende dann auch als wesentliche Eckpfeiler "seines Erfolgskonzepts":

· Erstens: Ein flächendeckendes Filialnetz, um zu zeigen, dass man sich ehrlich um den Kunden bemühe. Die Zahlstelle in Stettbach sei nur geschlossen worden, weil der Eigentümer die Immobilie wieder zurückhaben wollte. Die Filiale in Kolitzheim hätten die Kunden "abgewählt", da hier die Investition zu spät bzw. nicht erfolgt sei. Dafür stehe jetzt die neue Filiale in Unterspiesheim zur Verfügung.
· Zweitens: Die drei Busse der Kreissparkasse, die täglich als "fahrende Filialen" im Landkreis unterwegs sind. Johannes Rieger: "Sie sind wichtig, um eine Flächenregion mit so vielen Ortschaften mit Filialen zu versorgen."
· Drittens: Durchgängige Öffnungszeiten bis 18 Uhr, "wie sie kein vergleichbarer Mitbewerber hat" (Rieger).
· Viertens: Kundenorientierte und faire Preise.
· Fünftens: Einen guten Jahresabschluss, der in den Eckwerten 2006 nicht weniger erfreulich als 2005 ausfallen werde und in der Höhe der Ertragssteuer und des Gewinns zum Ausdruck komme. Rieger: "Mit unserer Ertragslage liegen wir im guten Durchschnitt bayerischer Sparkassen." Ein im Wettbewerb stehendes Wirtschaftsunternehmen wie die Kreissparkasse benötige ausreichende Gewinne, um im Dienste einer Region tätig sein und weiter in die Zukunft investieren zu können, so der Sparkassenchef.

Die gute Entwicklung im Jahr 2006 führte Rieger vor allem auf die überdurchschnittlichen Zuwächse bei den Kundeneinlagen, die stärkere Kreditnachfrage und die spürbare Zunahme der Investitionsbereitschaft in der Region zurück. Dank der Ausbildung von Fachpersonal sei man heute auch ein bedeutender Vermittler im Versicherungsbereich. Ebenso seien Bauspar- wie Auslandsgeschäft gut gelaufen.

Johannes Rieger: "Unsere permanenten Investitionen brachten insgesamt Kostenvorteile". Dazu werde auch das Schulungs- und Veranstaltungszentrum in der Stadt Schweinfurt zählen, auf dessen baldige Fertigstellung der Vorstandsvorsitzende hofft.

Zur Fusion mit der Städtischen Sparkasse meinte Rieger: "Alle vier Vorstände sind von der Kundenorientierung überzeugt. Es gibt keine Konzepte zur Schließung von Filialen".

In der mittelfristigen Planung bis 2009 setze die Kreis- und Städtische Sparkasse auf Wachstumsmöglichkeiten. Allerdings sei auch vorgesehen, die Kosten weiter zu senken, nicht zuletzt im Personalbereich, wenn auch nur "im Rahmen der natürlichen Fluktuation."

Riegers Fazit am Ende seiner Bilanz mit Blick auf die Bündelung der Kräfte beider Sparkassen zum 1. Januar 2007: "Kein Wettbewerber in Stadt und Landkreis Schweinfurt hat diese Kompetenz und flächendeckende Versorgung. Kein Wettbewerber ist nur halb so groß wie wir."

Sein Dank für das Erreichte galt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dem Landkreis als Träger der Sparkasse und dem Verwaltungsrat, der Personalratsvorsitzenden Martha Rink ("auch und gerade für die Kompromisse im Interesse unseres Unternehmens"), seinem Vorstandskollegen Jürgen Wagenländer ("Erfolg beginnt im Vorstand") und den Kunden des Hauses.

Rieger folgt auf Riese

Johannes Rieger rückt bekanntlich im April 2009 an die Spitze der Gesamtsparkasse auf, wenn der bisherige Vorstandsvorsitzende der Städtischen Sparkasse, Jürgen Riese, der das Unternehmen ab 1. Januar 2007 führt, in Pension geht.

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