Kinder sammelten Kräuter

16.08.2018

MainPost 16.08.2018

UNTERSPIESHEIM

Kinder sammelten Kräuter

14 Kinder aus dem Kindergarten St. Sebastian aus Unterspiesheim machten sich am Vortag des Feiertags Mariä Himmelfahrt in die heimische Flur auf, um Kräuter für die Kräuterweihe zu sammeln.

Die Kinder hörten interessiert den Ausführungen von Christine Weidinger zu, die die jeweiligen Kräuterpflanzen erklärte. Zwei Erzieherinnen und einige Eltern begleiteten die Kinder. Ebenso nahm Pfarrer Silverius Mwingira aus Tansania teil, der derzeit als Urlaubsvertretung in den Gemeinden Unter-, Oberspiesheim und Gernach tätig ist. Nach der Sammlung banden die Beteiligten die Kräuter zu Sträußen. Die Kräuterbüschel wurden am Feiertags-Gottesdienst gesegnet und danach an die Gläubigen verkauft.

Ein alter Brauch

Die Kräuterweihe gehört zu den volkstümlichen Bräuchen der katholischen Kirche. Dieser Brauch ist schon seit dem neunten Jahrhundert bekannt und geht auf die Legende zurück, der zufolge dem leeren Grab Mariens bei seiner Öffnung ein Wohlgeruch nach Rosen und Kräutern entstiegen sein soll.

In der Regel werden sieben verschiedene Kräuter zu einem Strauß zusammen gebunden. Gedeutet wird die Zahl sieben nach der Zahl der sieben Schöpfungstage oder auch nach den sieben Schmerzen Mariens. Mancher Orts werden aber auch zwölf Kräuter – nach der Zahl der Apostel - oder auch 14 verschiedene Kräuter gebunden, die sich auf die 14 Nothelfer beziehen. Zusätzlich werden zu den Kräutern Getreidehalme oder eine Rose verwendet.

Es heißt, dass der Auftakt zur Kräutersammelzeit Mitte August beginnt und bis zum Fest Mariä Schmerzen am 15. September andauert. Der sogenannte „Frauendreißiger“ steht für eine ausgeprägte Marienverehrung. Typische Kräuter sind Johanniskraut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille und Holunder, insgesamt kommen 77 Kräuter zur Verwendung.

Die Kräuterbüschel sollen dem Glauben nach vor Krankheit schützen und vor Unwetter, in dem sie im Dach des Hauses aufgehängt werden. Früher war es auch Tradition die gesegneten Kräuter im Küchenherd zu verbrennen oder dem Futter für das Vieh beizumischen um auch dieses vor Krankheit zu schützen.

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