Kirchenrenovierung fast abgeschlossen

29.03.2021

Mainpost 29.03.2021

Gernach

Kirchenrenovierung fast abgeschlossen

Seit Mai 2019 waren das Schiff und der Kirchturm der Gernacher Kirche von einem Gerüst eingehüllt. Notwendige Reparaturarbeiten am Verputz und am Mauerwerk waren nötig. Auch am Wetterhahn hatte der Zahn der Zeit so sehr genagt, dass er nicht mehr zu reparieren war.  Ein neuer Hahn ziert nun die Gernacher Kirchturmspitze. Die Schieferbedeckung des Kirchturms musste komplett erneuert werden. Der neue Hahn kostete gut 5000 Euro, das neue Schieferdach des Kirchturms  schlug mit rund 65 000 Euro zu Buche.

13 550 Euro an Spenden

Durch Spenden in Höhe von 13 550 Euro konnte die Schuldenlast der Kirchenstiftung St. Aegidius, die sich aufgrund der umfangreichen Renovierungsarbeiten mit Erneuerung der Glockenanlage auf etwa 400 000 Euro beläuft,  reduziert werden.  

Ersatz für Heiligen Urban

Der Heilige Urban, der aus Holz gefertigt war, und der schon seit langer Zeit von der Nische über dem Eingang auf die Besucher herabblickte, hatte durch Wind und Wetter so schweren Schaden gelitten, dass er durch eine Statue der Mutter Gottes ersetzt wurde. Ihren Strahlenkranz schuf die Dettelbacher Kunstschmiede Sauer.

Gestiftete Marienstatue

Das Marienstandbild stammt aus der Sammlung der Dettelbacher Familie Stauner und kam auf Vermittlung von Diakon Ludwig Stauner an seinen jetzigen Platz.  Von seiner Größe her passt diese Statue gut in die Conche (so ist der Fachbegriff für Nische) am Kirchturm.  Bevor sie ihren Platz dort über dem Haupteingang der St. Aegidius-Kirche fand, wurde sie von der Firma Steingalerie (Würzburg) gereinigt und in Teilen ergänzt, so dass sie lange Zeit Wind und Wetter standhalten kann. Die Kosten für die Renovierung beliefen sich auf 6300 Euro, 1850 Euro davon wurden durch Spenden aufgebracht.

Segnung bei Maiandacht

In der Maiandacht am Sonntag, 2. Mai um 18 Uhr an der Kirche Gernach soll das Kunstwerk den kirchlichen Segen erhalten. Die Statue des Hl. Urban muss wie der Widmungsstein an der Nordseite der Kirche aus der Zeit des Fürstbischofs Julius Echter (Regierungszeit 1573-1617) auf eine Renovierung warten und wird eingelagert.

70 Jahre altes Uhrwerk

1949 war ein zu damaliger Zeit modernes mechanisches Uhrwerk für Kirchturmuhr angeschafft worden. Das hat – nach mehr als 70 Jahren – seinen Dienst getan. So wurde von der Firma Willing eine komplette Steuerung für die Läutautomatik installiert. Zu jeder Viertelstunde ist seit kurzer Zeit  die  vierte Glocke zu hören, die dem Heiligen Josef und der Heiligen Familie geweiht ist.

Die Marienglocke

Die zweite Glocke, die Marienglocke, schlägt immer zur  vollen Stunde. Auch die Steuerung der Zeiger wurde neu installiert, das Zifferblatt leuchtet, frisch renoviert, in goldener Farbe vom Kirchturm. Auf knapp 11 000 Euro beläuft sich die Rechnung für die Runderneuerung von Uhrwerk, Schlagwerk und Ziffernblatt. 1200 Euro wurden für die Renovierung der Turmuhr gespendet.

Die Mitglieder der Kirchenverwaltung Gernach, an ihrer Spitze Michael Werner, sind froh, dass die Renovierungsarbeiten jetzt erst einmal abgeschlossen sind. Der Verputz im unteren Turmbereich wurde entfernt, damit die Mauern trocknen können. Dann wird – voraussichtlich im Frühsommer – noch einmal ein Gerüst bis zum ersten Gurt um den Kirchturm aufgebaut, um die Restarbeiten zu erledigen.  

Keine Sanierung des Dachstuhls

Die dringend notwendige Sanierung des Dachstuhls musste aufgrund des diözesanen Baumoratoriums eingestellt werden; die Holzunterkonstruktion muss zum Teil ausgetauscht, zum Teil ausgebessert werden, Schadstellen in der Ziegeleindeckung müssten behoben werden. Aufgrund der hohen Verschuldung der Kirchenstiftung durch die Renovierungsarbeiten müssen diese Maßnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben werden.  

"Es schmerzt, wenn man sieht, dass man am Ende einer grundlegenden Renovierung am wichtigsten Teil des Gebäudes doch nur Stückwerk hinterlässt", ist die einhellige Meinung der Verantwortlichen der Kirchenverwaltung. "Nun muss eben eine nachfolgende Generation dafür sorgen, dass alles unter "Dach und Fach" kommt. Hoffentlich wird man dann gnädig im Urteil sein", so die Hoffnung und der Wunsch von Pfarrer Thomas Amrehn.

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