Kolitzheim profitiert von alten Geldanlagen

05.02.2016

Mainpost 05.02.2016

KOLITZHEIM

 

Kolitzheim profitiert von alten Geldanlagen

Das vorläufige Rechenergebnis für den Haushalt des Jahres 2015 gaben Kämmerer Werner Knoblach und Bürgermeister Horst Herbert in der Sitzung des Kolitzheimer Gemeinderats bekannt. Der Etat für 2015 umfasst 23,3 Millionen Euro. Er sei plangemäß abgewickelt worden. Am Endergebnis ändere sich nichts mehr, sagte Herbert. Einige Umbuchungen seien aber noch nötig.
Insgesamt seien im vergangenen Jahr große Summen investiert worden, berichtete Kämmerer Knoblach. Dies betraf vor allem den Neubau der Kläranlage. So wurden dem Abwasserzweckverbands Kolitzheim-Sulzheim für den Kläranlagenbau 2,315 Millionen Euro überwiesen. Für Anschlussleitungen und Pumpwerke gab die Gemeinde weitere 2,633 Millionen Euro aus.
240 000 Euro wurden für den Ausbau der Randbereiche der Ortsdurchfahrt Kolitzheim fällig. 139 000 Euro kostete der Straßenbau am Lerchenberg in Stammheim und für die Altort- und Familienförderung wurden 143 000 Euro ausgegeben. Für 119 000 Euro erhielt der Bauhof ein neues Mehrzweckfahrzeug.
Wegen der hohen Ausgaben wurde im vergangenen Jahr ein Kredit über zwei Millionen Euro aufgenommen, über zehn Jahre Laufzeit. Hier seien die günstigen Zinsen von 0,11 Prozent ausgenützt worden, berichtete Kämmerer Knoblach. Auf der anderen Seite wurde ein teurer Restkredit in Höhe von 160 000 Euro vorzeitig getilgt.
Insgesamt betrugen die Schulden am 31. Dezember 2 029 318 Euro. Dies seien knapp 400 Euro pro Bürger, rechnete Bürgermeister Herbert vor. 3 229 731 Euro betrugen aber die Rücklagen Ende 2015. Unterm Strich, so das Gemeindeoberhaupt, haben wir keine Schulden.

Auch auf die Einnahmen ging Kämmerer Knoblach genauer ein. Entgegen dem Trend der vergangenen Jahre wurden bei den Steuern mit 1,14 Millionen Euro nur zirka 16 000 Euro mehr eingenommen als angesetzt. Grund hierfür: Die Gewerbesteuer sprudelt nicht mehr so wie in der Vergangenheit. Zum ersten Mal waren die Einnahmen hier mit 564 000 Euro niedriger als erhofft. Der Kämmerer hatte mit 600 000 Euro gerechnet.

5000 Euro wurden auch bei der Grundsteuer A weniger eingenommen, 141 000 Euro waren eingeplant, was der Kämmerer mit den Veränderungen in der Landwirtschaft begründete. Bei der Grundsteuer B wurden 56 000 Euro mehr erzielt, anstatt der angesetzten 385 000 Euro. Erfreulich sei das Ergebnis bei den Zinseinnahmen gewesen, die zirka 100 000 Euro betragen, so der Kämmerer. Zu verdanken sei dies langfristigen Geldanlagen der Gemeinde, für die es teilweise noch vier Prozent Zins gebe.

 

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