Kolitzheim stimmt für Gemeinschaftskläranlage

17.07.2009

Mainpost 17.07.2009

 

KOLITZHEIM

Kolitzheim stimmt für Gemeinschaftskläranlage

Bürgermeister Herbert: „Wir wollen mit Sulzheim gemeinsam eine Anlage bauen“ – Einsparpotenzial in Millionenhöhe

 

Zur Gemeinderatssitzung in Kolitzheim hatte Diplom-Ingenieur Hugo Barthel eine Berechnung mitgebracht, die eine gemeinsame Kläranlage mit der Gemeinde Sulzheim mit Einzelanlagen vergleicht.

Im Schnelldurchlauf erklärte Barthel die Arbeitsweise von Belebungskläranlagen, klassischer Art sowie SBR-Anlagen. Welcher Typ gebaut wird, muss noch geklärt werden. Der Standort der Anlage wird am Volkach-Bach nahe Zeilitzheim, Richtung Herlheim, sein. Die Zuleitungen von den Kolitzheimer Ortsteilen und Sulzheim werden bei Herlheim zusammenlaufen und weitergeleitet, erfuhren die Räte.

Die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Investitionskosten ist abhängig von der Einwohnerzahl und vom ansässigen Gewerbe und Industrie, sagte Barthel. Danach würden auf Kolitzheim 70 Prozent und auf Sulzheim 30 Prozent der Kosten von brutto 4,5 Millionen Euro entfallen. Bei den Betriebskosten von 210000 Euro im Jahr entfielen auf Kolitzheim 78 Prozent, auf Sulzheim 22 Prozent. Hier werden die Wassermengen berücksichtigt, die in Sulzheim durch weniger Fremd- und Mischwasser (Regen) geringer anfallen.

Reinvestitionskosten während der 50-jährigen Laufzeit der Kläranlage hat Barthel mit eingerechnet. Insgesamt spare eine gemeinsame Anlage in dieser langen Zeit mehrere Millionen Euro, für Sulzheim wären dies 1,4 Millionen Euro. Vor allem die Betriebskosten seien erheblich niedriger. Kolitzheim würde 19 000, Sulzheim 46 000 Euro pro Jahr einsparen. Höher für Sulzheim seien allerdings die Investitionskosten – circa 333 000 Euro mehr gegenüber einer eigenen, allerdings weniger effektiven Tropfkläranlage.

Kolitzheim könnte 550 000 Euro einsparen. Für Bürgermeister Horst Herbert ist eine gemeinsame Anlage langfristig die wirtschaftlich bessere Lösung, man müsse einen Kompromiss finden. Beispielsweise könne die Gemeinde Kolitzheim allein für die Druckleitung ab Herlheim aufkommen, so Herbert. Auf alle Fälle solle das Signal abgegeben werden, „wir wollen mit Sulzheim gemeinsam eine Anlage bauen“. Mit einer Gegenstimme nahm der Gemeinderat den Vorschlag an.

Vor der Abstimmung gab es Unklarheiten, die diskutiert wurde. So war die Berechnung der Bemessungsgrundlage nach der Einwohnerzahl in Zeilitzheim sehr hoch, was mit den dortigen Weinbaubetrieben begründet wurde. Klärwärter Jürgen Rettner erklärte, im Herbst zur Zeit der Traubenernte, gebe es hier Stöße an Schmutzwasser, die teilweise 100 bis 200 Prozent über Normal wären. Aus welchem, oder welchen, Betrieben dieses Wasser käme, sei unbekannt. Auch in Stammheim gebe es hier Probleme, so der Klärwärter auf Nachfrage.

Dies gehe auf Kosten der Allgemeinheit und könne nicht auf Dauer toleriert werden, waren sich mehrere Räte einig. Es gebe Möglichkeiten, nach dem Verursacher zu suchen, sagte Barthel. Auch bei anderen Gewerbebetrieben komme es immer wieder zu Problemen. Eine Lösung sei zum Beispiel der Einbau von Pufferbehältern, aus denen das Wasser dosiert abgeben werde.

Bisher habe man die Augen verschlossen, man sollte die Sache angehen, sagte Rudolf Bender. Andere Räte schlossen sich dieser Meinung an.

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