Kommt eine Kleinkindgruppe zusammen?

04.03.2009

 

Mainpost 4.3.2009
 
GERNACH
Kommt eine Kleinkindgruppe zusammen?
Um Zukunft des Kindergartens, DSL und vieles mehr ging es in der Bürgerversammlung in Gernach
Viele Gernacherinnen und Gernacher, aber auch viele Gemeinderäte waren zur Bürgerversammlung ins TSV-Sportheim gekommen. Der Kolitzheimer Ortsteil hatte zum 1. Januar 534 Einwohner mit Hauptwohnsitz und damit 13 weniger als im Vorjahr, berichtete Bürgermeister Horst Herbert.
Die Errichtung der Mauer für die Urnengräber, die Einrichtung von Nordic-Walking-Strecken, und die Erneuerung von Spielgeräten auf den Spielplätzen waren die Aktivitäten der Gemeinde, die Gernach besonders betrafen.
Die niedrigen Kinderzahlen im Kindergarten bereiteten auch in Gernach Sorge. Horst Herbert begrüßte den Beschluss des Johannisvereins, des Trägers des Kindergartens, sich um die Einrichtung einer Kleinkindgruppe zu bemühen. Er sei jedoch skeptisch, ob für Gernach genügend Kinder im Alter zwischen ein und und drei Jahren zusammenkämen, um eine solche Gruppe einrichten zu können, so der Bürgermeister.
Gesichert sei der Bestand der Grundschule für absehbare Zeit, die Hauptschule sei nach seiner Einschätzung nicht zu halten, da die Mindestklassengröße von 15 für mehrere Klassen bald nicht mehr erreicht werde. Thomas Eberlein gab Horst Herbert Auskunft, dass die Schulen, mit denen man zusammenarbeiten könne, Gerolzhofen, Volkach, Gochsheim und Bergrheinfeld seien. Er hob hervor, dass die Schüler an der Hauptschule in Unterspiesheim zu 80 Prozent den Qualifizierenden Abschluss schaffen würden.
„Wir bleiben dran“
Ein größerer Punkt in den Ausführungen des Gemeindeoberhaupts und auch bei der anschließenden Aussprache war die Einrichtung eines breitbandigen DSL-Zugangs für Gernach. Horst Herbert führte aus, dass die Verlegung eines Glasfaserkabels die beste Lösung wäre. Da es billigere Möglichkeiten gäbe, führte das Gemeindeoberhaupt auf Nachfrage aus, sei der Gemeinde der Weg versperrt, die von der Telekom veranschlagten 80 000 bis 100 000 Euro für die Herstellungskosten zu bezuschussen. Eine wie auch immer geartete Funklösung sei auf jeden Fall billiger. „Wir bleiben dran“, so das Versprechen des Rathauschefs.
Kritisch merkte Walter Endres an, dass im Vergleich zu anderen Ortsteilen in Gernach vergleichsweise wenig an gemeindlichen Maßnahmen geschehe. Sein Wunsch betraf etwa den Radwegbau entlang der Straße nach Unterspiesheim.
Eine weitere Frage von Roland Pohli zum Formular für die Abrechnung von Wasser und Abwasser führte zum Hinweis Herberts auf die ungesetzliche Einleitung von Wasser, das aus Brunnen geschöpft werde, in die Abwasserkanäle der Gemeinde. Man gehe den Fällen nach, in denen man einen außergewöhnlich niedrigen Wasserverbrauch feststelle, „aber wenn jemand durch seine Unterschrift versichert, dass er kein Wasser aus einem eigenen Brunnen entnehme, sind uns die Hände gebunden“ stellte der Rathauschef auf Nachfrage von Bertram Schüll fest.
Radweg verschmutzt
Die Verschmutzung des Radwegs von Gernach nach Unterspiesheim vor allem im Herbst und im Frühjahr sprach Margot Weilhöfer an. Dieses Problem bestehe immer, wenn der Radweg von Landwirtschaft und Radfahrern gemeinsam genutzt werde, so Herbert.
Bernhard Berchtold machte den Vorschlag, die Anlieger am Radweg zu bitten, bei der Bearbeitung der Flächen nicht auf dem Weg, sondern auf ihrem Grundstück zu wenden. Herbert sagte zu, den Anliegern diesen Vorschlag näherzubringen.
Kritik an Straßenplanung
Lothar Weilhöfer kritisierte die Planung der Straße durch das neue Siedlungsgebiet. Bürgermeister Herbert erläuterte, dass diese Baumaßnahme vom Gesamtgemeinderat getragen gewesen sei, und dass man die Straße aus Verkehrsberuhigungsgründen bewusst so angelegt habe.
Die ruppige Fahrweise der Müllautos mit Schneeketten habe den Straßenbelag beschädigt, mahnte Peter Wolf an. Alban Weilhöfer fragte nach, wann die Straßenschäden im Seeweg, dem Graben und dem Schweinfurter Weg beseitigt würden. Horst Herbert informierte, dass dies je nach Dringlichkeit geschehe.
Die Verunreinigung der dörflichen Grünflächen durch Hundekot brachte Martina Treutlein aufs Tapet. Horst Herbert konnte auch hier nur die Rechtslage darstellen. Zivilcourage sei gefragt, die Hundehalter anzusprechen, wenn sie nicht für die Entsorgung der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner sorgen würden.
Auf Anfrage von Wolfgang Friedrich erklärte Bürgermeister Horst Herbert, dass in der Gemeinde Kolitzheim ab April die Möglichkeit bestehe, unter mehreren Bestattungsunternehmen zu wählen, was den Auftrag über die Aushebung eines Grabes und die Schließung des Grabes betreffe. Die Gemeinde werde mit den Beerdigungsinstituten jetzt Verträge abschließen, die sicherstellten, dass alle zu den gleichen Bedingungen arbeiteten.
Beteiligung bemängelt
Die mangelnde Beteiligung der anderen Gemeindeteile am Gemeindelauf brachte Walter Endres zur Sprache. Gemeinderat und TSV-Vorsitzender Dieter Dietz informierte, dass jeder Bürger der Gemeinde Kolitzheim mitmachen könne. Die Teilnahme sei nicht an eine Mitgliedschaft in einem Verein gebunden. Es gehe bei Nordic Walking auch nicht um Schnelligkeit, sondern um gesunde Bewegung.
Weitere Themen, die angeschnitten wurden, waren unter anderem die Kläranlage (Thomas Eberlein), das Räumen der Ortsstraßen (Roland Pohli) oder die Bezuschussung des landwirtschaftlichen Wegebaus aus EU-Mitteln (Bruno Back).
 
 
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