Kritik an Pflasterplänen

06.02.2015

Mainpost, 06.02.2015

 

ZEILITZHEIM
Kritik an Pflasterplänen

Bürger: Friedhof nicht im besten Zustand

Horst Herbert, Bürgermeister der Großgemeinde Kolitzheim, konnte sich in der Bürgerversammlung seines Wohnortes Zeilitzheim über einen zufriedenstellenden Besuch freuen. In seinem Rückblick über die gemeindlichen Aktivitäten berichtete er unter anderem über umfangreiche Baumaßnahmen in allen acht Gemeindeteilen

Aufgrund der hohen finanziellen Belastungen dadurch, sehe er die Gemeinde nicht in der Lage, für 2015 und 2016 weitere größere Wünsche der Bürger zu realisieren. Für kleinere Maßnahmen gäbe es selbstverständlich noch einen finanziellen Spielraum. Herbert bat daher um Verständnis, wenn andere wünschenswerte Maßnahmen auf spätere Jahre verschoben werden müssten.

Allein die neue Kläranlage schlage mit rund 10,5 Millionen Euro zu Buche. Damit sei die Rücklage von etwa vier Millionen Euro erst einmal aufgebraucht. Herbert stellte auch klar, dass sich die Kostenanteile für die Bürger, trotz des zusätzlich beschlossenen Anschlusses des Sulzheimer Ortsteils Mönchstockheim, nicht wesentlich ändern werden.

In der Diskussion war die vorgesehene Erhöhung der Friedhofsgebühren ein Hauptthema der Zeilitzheimer. Bürgermeister Herbert begründete sie mit den Ermahnungen der Rechnungsprüfer, weil man nicht kostendeckend arbeite. Gerhard Karbacher meinte, dass man durch die Erhöhungen bei den Bürgern die Erwartung schüre, den Friedhof besser als bisher zu pflegen. Hier setzt prompt Kritik anderer Zeilitzheimer ein, dass der örtliche Friedhof nicht im besten Zustand sei.

Auch die Pläne, die mit grobem Muschelkalk belegten Gehsteige im Dorfkern von Zeilitzheim mit glatteren Platten zu pflastern, um Rollatorbenutzern und Rollstuhlfahrern eine ebenere Fahrspur anbieten zu können, führte zu Kritik. Reinhard Spiegel und Roland Stowasser meinten, dass diese Maßnahme wenig sinnvoll sei, wenn die breiten Seitenstreifen der Durchgangsstraße im Bereich des Marktplatzes ohnehin ständig von Autos zugeparkt würden. Dagegen könne nicht einmal die Polizei etwas machen, weil die vorgesehenen Parkbuchten nicht eindeutig erkennbar seien.

Bürgermeister Herbert möchte nicht, dass diese Parkplätze allzu auffällig gekennzeichnet werden, um das Dorfbild nicht negativ zu beeinträchtigen. Er will nach verträglichen und praktikablen Lösungen suchen, die es Behinderte, die auf ein Hilfsgerät angewiesen sind, ermögliche, den neuen Plattenweg ungehindert benutzen zu können.

Matthias Braun forderte einen barrierefreien Zugang zum katholischen Pfarrzentrum und stellte auch gleich einen Lösungsvorschlag vor, den der Bürgermeister prüfen lassen will. Verschiedene Bürger forderten, die Zuschüsse für den Mainschleifen-Shuttle zu streichen, da der Bus nur ganz schlecht angenommen werde, wie Beispiele zeigten.

Gerhard Karbacher sprach die ärztliche Versorgung in der Großgemeinde an. Hier zeichne sich künftig ein Mangel ab, dem die Gemeinde dringend begegnen müsse. Der Bürgermeister erklärte, dass die Gemeinde am Ball sei, letztlich aber die Kassenärztliche Vereinigung das letzte Wort bei der Besetzung einer Arztstelle habe.

Aufgrund der rückläufigen Geburtenrate sah Arno Pohli die Bildungseinrichtungen der Großgemeinde gefährdet. Bürgermeister Herbert zeigte sich optimistisch, dass die Situation in Kindergarten und Schule in den nächsten Jahren stabil bleibe.

Klagen seitens verschiedener Bürger wurden geführt über die mangelhafte Reinigung verschiedener Gräben, über die Befestigung von Wegrainen, über bauliche Mängel im Straßen- und Gehwegebereich und über den mangelhaften, unsachgemäßen Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern.

Auch die Unfreundlichkeit bestimmter Bauhofmitarbeiter gegenüber Zeilitzheimer Bürgern, die sachlich um etwas baten, wurde gerügt. Diesen Klagen will Bürgermeister Herbert umgehend nachgehen und für Klärung oder Abhilfe sorgen.

Albert, Kurt

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