Kritischer Blick aufs eigene Herz gefragt

25.03.2019

Mainpost 25.03.2019

Gernach

Kritischer Blick aufs eigene Herz gefragt

Ein besonderer Gottesdienst war es für die St. Aegidius-Gemeinde in Gernach an diesem Sonntag: Die Kinder aus den drei Gemeinden Unterspiesheim, Oberspiesheim und Gernach gestalteten den Sonntagsgottesdienst mit, indem sie sich um den Altar versammelten und das Hochgebet der Kirche mit gestalteten: Jedes Kommunionkind trug einen Satz aus der Präfation, wie das Hochgebet auch heißt vor. Im Hochgebet wird die Geschichte der Erlösung kurz zusammengefasst, und die Gemeinde dankt Gott für dieses Geschenk. Luis Friedrich, der im April gefirmt wird, trug die Lesung vor: eine Premiere für ihn.

In seiner Predigt hatte Pfarrer Thomas Amrehn auf das Evangelium Bezug genommen, in dem vom Feigenbaum erzählt wird, den der Besitzer umhauen will, nachdem er drei Jahre keine Frucht gebracht hatte. Der Betreuer des Baumes bat darum, dem Baum noch eine Gnadenfrist zu gewähren, er wolle den Boden um ihn lockern und ihn düngen, um zu sehen, ob er dann Früchte bringt.

Es gehe in diesem Evangelium um Kontrolle, so der Seelsorger zur Gemeinde, den Kommunionkindern und ihren Eltern. "Kontrolle" nicht im Sinn der Polizei oder eines Richters, sondern gefragt sei der liebevolle, aber auch kritische Blick auf das eigene Herz. Ähnlich wie beim Obstkauf komme es darauf an, kritisch zu prüfen, ob nichts faul ist, ob man gut zu sich selbst ist, ob man selbst offen und verständnisvoll zu den Menschen ist, mit denen man zu tun hat. Dann bringe man gute Frucht.

Zum Schluss des Gottesdienstes erinnerte Pfarrer Amrehn an das Fest Maria Verkündigung (25. März): Maria hat Ja gesagt, mit dem Kind Jesus schwanger zu werden. An Weihnachten, neun Monate später kommt Jesus auf die Welt und die Christenheit feiert Weihnachten. "Das wäre ohne das Ja der Mutter Gottes nicht möglich geworden", sagte Pfarrer Amrehn. Die Glocken, die früh um 6 Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr läuten, erinnern jeden Tag an das Ja Mariens zu Jesus.

 

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