Landwirt erneut in der Kirchweihpredigt

30.06.2015

Mainpost, 30.06.2015

 

ZEILITZHEIM

Landwirt erneut in der Kirchweihpredigt

„Ihr lieben Leut? von nah und fern, seid recht willkommen auf der Kerm! Wir wollen euch nun gleich berichten, vo dera hier passierten Gschichtn.“ Mit diesen Worten in gewohnt gewitzt-gereimter Form begrüßte Andreas Fuchs die zahlreichen Gäste auf dem Festplatz am Gänsewasen und leitete zum Highlight des Kirchweih-Wochenendes über, der Kirchweihpredigt.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten wieder allerlei lustige Vorkommnisse aus dem Ortsgeschehen des letzten Jahres zusammengesammelt. Dabei sorgt insbesondere ein Landwirt traditionell in Zeilitzheim dafür, dass der Kirchweihjugend für die Predigt nicht die Themen ausgehen.

Ausgewählte Missgeschicke sowie lustige Ereignisse stellten die Mitglieder der Kirchweihjugend bereits auf den Motivwägen dar, die sich beim Kirchweihumzug dann durch den Ort bis zum Festplatz schlängelten. Besonders spektakulär war unter anderem ein Hänger, auf dem ein echtes Auto auf der Seite lag. Begleitet wurde der Zug traditionell von den Klängen der Zeilitzheimer Heiligenbergmusikanten.

 „Die Predigt, die wär nicht komplett, wenn jemand Bestimmtes kein Gedicht drin hätt'“, scherzte Kirchweihprediger Fuchs zu Beginn über einen bestimmten Landwirt, der im vergangenen Jahr durch unsachgemäße Getreidelagerung auffiel. Die geplatzte Rohrleitung seines Körnergebläses war es diesmal, die ihm die jährliche Erwähnung in der Predigt bescherte. Das Getreide wurde direkt auf das Dach geblasen und füllte die Dachrinne.

„Und die Moral vo dera Gschicht: So lagert man Getreide nicht!“, lautete das Fazit.

Unterdessen feierte André Koch seine Premiere als Kirchweihprediger. Sogar zwei Mitglieder der Kirchweihjugend selbst schafften es in die Predigt. Bei einer kleinen spontanen Spritztour zu einem bekannten Fast-Food-Restaurant über die Autobahn wurden sie von einem Stau im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst und mussten schließlich aufgrund der weit fortgeschrittenen Zeit sogleich wieder die Rückreise antreten. „Später war die Straße frei, nach grad mal fünf Stund' Warterei“, erzählte Koch.

Salatklau in örtlichen Gärten, kaputte Reifen, umgefallene Weinbergsspritzen und Autos auf Abwegen waren sämtlich weitere Themen. Zuvor sang die Kirchweihjugend noch für ortsansässige Unternehmer und bekannte Persönlichkeiten des Ortes verschiedene Ständchen, was diese jeweils mit einer großzügigen Spende belohnten. Beispielsweise stimmten sie für Bürgermeister Horst Herbert ein Loblied an, und für Winzer Martin Mößlein warben sie mit dem Song „Er hat nen knall-roten Porsche und mit diesem Porsche fährt er hinaus“.

Der Festbetrieb startete bereits tags zuvor. Bei trockenem Wetter unter der Live-Musik von „Melly und Clyde“ verbrachten die Gäste einen angenehmen Kirchweihabend.

Am Sonntag unterhielten zur Mittagszeit die Zeilitzheimer Heiligenbergmusikanten.

Am Abend spielte zum krönenden Abschluss Robert Braun mit seiner Gitarre auf und erfreute die Gäste bei angenehm sommerlichen Temperaturen unter den Kastanien mit Cover-Songs und selbst geschriebenen Stücken.

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