MdL Becker sprach bei "Punkt 11" über "Christsein und Politik"

06.11.2018

Mainpost, 06.11.2018

ZEILITZHEIM

MdL Becker sprach bei "Punkt 11" über "Christsein und Politik"

Christliche Werte im Alltag umzusetzen, das sei der unabänderliche Anspruch, bekräftigte die Landtagsabgeordnete Barbara Becker (CSU) im Rahmen ihres Gastauftrittes beim "Punkt 11"-Gottesdienst in Zeilitzheim zur Frage nach den Leitlinien ihrer Politik und der ihrer Partei. Natürlich, räumte sie ein, gelänge das nicht immer.

Becker war trotz vollen Terminkalenders gerne der Einladung des Vorbereitungsteams zum "Punkt 11"-Gottesdienst in der Zeilitzheimer St. Sigismund Kirche gefolgt, bei welchem sich alles um das Thema "Christsein und Politik" drehte. Zukünftig ist die 50-Jährige aus Wiesenbronn als Mitglied des Bayerischen Landtages Berufspolitikerin, nachdem sie bei der Landtagswahl vor wenigen Wochen das Direktmandat im Stimmkreis Gerolzhofen-Kitzingen errungen hatte.

Becker ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist Mitglied des Kitzinger Kreistages sowie im Landesvorstand des evangelischen Arbeitskreises der CSU engagiert. Sie vereint also die nicht immer leicht in Einklang zu bringenden Parameter des Christseins und der Politik.  Biblischer Ausgangspunkt für den Gottesdienst war das 13. Kapitel des Römerbriefes, in dem es laut Paulus um die von Gott gewollte Unterordnung der Christen unter die staatliche Herrschaft geht.

Im Interview richtete Pfarrerin Fleck zahlreiche zuvor vom Vorbereitungsteam ausgearbeitete Fragen an die Politikerin. In Bezug auf teils kontrovers diskutierte Aussagen der Parteiführung sagte Barbara Becker beispielsweise, dass man auch als Mandatsträger nie 100 Prozent auf Parteilinie sei, genauso wie ein Vereinsmitglied nie in Gänze die Meinung des Vorstandes teile. Entscheidend sei die gemeinsame Grundüberzeugung.

Erwartungsgemäß kam sie dabei auch nicht um die Nachfrage herum, was für sie denn die "Mutter aller Probleme" (in Anspielung auf die Wortwahl des Parteichefs Horst Seehofer zur Migration) sei.  Schöpfend aus ihren beruflichen Erfahrungen als Unternehmensberaterin betonte sie, dass es der Lösung egal sei woher das Problem stamme. 

Nach dem Interview griff Pfarrerin Fleck das Gesagte und die Passage aus dem Römerbrief nochmal in ihrer Predigt auf. In der Zeit des ersten Jahrhunderts, aus dem der Brief des Paulus an die Römer stammt, hätten die Christen sich entweder einfach unterordnen oder eben rebellieren können, sagte sie. Heute dagegen könne man aktiv Mitgestalten, Debattieren oder auch Themen an die Mandatsträger weitergeben. Auch gab sie einen Abriss über die Historie christlicher Staatslehre und spannte den Bogen zwischen politischer Gemeinwohlorientierung und christlicher Nächstenliebe.

Zuvor hatte Becker bereits ein von ihr verfasstes Antwortschreiben auf Paulus' Brief an die Römer verlesen. "An der Liebe orientiertes verantwortliches Handeln muss jede einzelne Christin und jeder einzelne Christ immer wieder neu für sich klären", lautete dabei ihr Fazit. Die "Punkt-11"-Band begleitete die Feierstunde musikalisch mit modernen Stücken.

 

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