Motto der Gernacher Dorfabende: "Western von Gestern"

13.02.2020

Mainpost 13.02.2020

Gernach

Motto der Gernacher Dorfabende: "Western von Gestern"

Fast bis auf den letzten Platz besetzt war der Saal des TSV Gernach bei den beiden Veranstaltungen des Dorfabends, die in gemeinsamer Verantwortung von Frauenbund Gernach und  Musikkapelle Gernach schon zum 21. Mal stattfanden. Das Motto der diesjährigen zwei Dorfabende: "Western von Gestern". Mit Beifall wurde der Fünferrat begrüßt, der, begleitet von den Gardemädels, in den Saal einzog. Kornel Hetterich hieß alle Gäste herzlich willkommen, entsprechend dem Motto des Abends: "Willkommen im Gernacher Faschingssaloon, ihr Fosernachtsbrüder und –schwestern. Die Stimmung ist gut, die Colts sitzen locker, Das Motto ist: Western von Gestern."

Nach der Vorstellung seiner Fünferratskollegen warnte er auch – westerngemäß – den Musiker: "Aber Udo, lass dich gewarnt sei: im Wilden Westen wurden Falschspieler erschossen." Aber Udo ließ sich ebenso wenig wie Thomas erschrecken und sorgte den ganzen Abend über für gute Stimmung.

Hohe Balancierkunst

Der Duo-Tanz der Majorettes zeigte hohe Balancierkunst: schließlich ist Christin Bäuerlein Deutsche Meisterin der German Dance Trophy 2016 und 2018 im Solistentanz  - Majorettes nur mit Baton (Stab), und Bayerische Landesmeisterin 2019.  Selina Hoffart ist Bayerische Vize-Meisterin 2019 und hat sich ebenfalls für die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft 2020 qualifiziert.

Zum Lied "Das Rote Pferd" hatte die Kindergruppe von KOMM-IN einen Tanz einstudiert und die Geschichte von dem  roten Pferd, das sich umgekehrt hat und mit seinem Schwanz die Fliege abgewehrt hat, tänzerisch gestaltet.  Der "Lubber von der Ringstraße" hatte in diesem Jahr "keinen Bock auf Fasching". Daher hat er den  Trapper vom Galgenholz geschickt, der aus dem Wilden Westen "zwischen Lindi und Hirschfeld" kommt. Der Trapper versteht die Sprache der Vögel. So hat er  von einer Krähe gehört, dass nach dem letztjährigen Dorfabend eine Besucherin – wohl schon im fortgeschrittenen Alter – ihre Zähne auf den Tisch gelegt und dort vergessen hat. Kurz darauf ihr  Aufschrei: die Zähne waren aber schon im Müll entsorgt. Das Käutzle vom Bühlsee hat dem Trapper geflüstert, dass es einen Rentner beobachtet hat, der nachts mit der Taschenlampe seinen grünen Spargel geerntet hat.

Das Rotschwänzchen erzählte dem Trapper vom Galgenholz eine Geschichte, die beweist, dass die Bauern so "arme Deifl" sind, dass sie noch nicht einmal ihren Hund mehr ernähren können: Ein hungriger Bauernhund kam über die Straße und holte sich die Tüte mit der Wurst aus dem offenen Kofferraum eines Nachbarn und trug sie heim. "So arm sind die Gannier Bauern, dass die Hünd sich ihr Futter schon selbst besorgen müssen" meinte der Trapper.  Eine Feldlerche erzählte ihm von einem Graben in der Gernacher Flur, der mit magischer Anziehungskraft Strohballen, ja sogar große Traktoren in sich hineinzieht. Noch viele Geschichten hat der Trapper von den Vögeln gehört, die er zur Erheiterung der Gernacherinnen und Gernacher vortrug.

Tanz der kleinen Garde

Dass sie auch schon gut tanzen können, zeigten die Kinder der kleinen Garde bei ihrem Tanz. Klar, dass da noch eine Zugabe gewünscht wurde. Sensationsmeldung aus Gernach: Die Treutleins-Truppe strebt die Teilnahme an den Weltmeisterschaften für Synchron-Schwimmen an. Als Trainingsgewässer hatten sie sich den Gernacher Bühlsee ausgesucht. Ihre Schwimmkünste geben zu den schönsten Hoffnungen Anlass: sogar ihre Beine können sie gleichzeitig aus dem Wasser strecken. Allerdings geriet das Training in Gefahr: ein Hai tauchte auf und zwang zum überstürzten Trainingsabbruch. Aber wenn diese Gefahr gebannt ist, wird der Bühlsee sicher zum olympischen Trainingszentrum ausgebaut. Allerdings ist zu diesen Plänen bisher weder von Bürgermeister Horst Herbert noch von der Gruppe Achtsam eine Stellungnahme zu erreichen gewesen.

Perfekt in Bewegung und Abstimmung der Gardetanz der großen Mädels: Die Zuschauer waren begeistert und forderten eine Zugabe. Das Wissen des Publikums über alte Western-Melodien wurde vom Quiz-Team "Western von Gestern" auf die Probe gestellt: acht Fragen  zum Thema "Western" waren zu beantworten. Musikausschnitte wurden vorgespielt, eine bekannte Filmszene zitiert – oder einfach eine Frage zu einem bestimmten Western gestellt. Alle richtigen Antworten  belohnten die Assistentinnen mit einen Preis. So wurde gefragt: "Von welchem berühmten Westernfilmdarsteller stammt das Zitat: "Sattle kein Pferd, das Du nicht reiten kannst ?", oder: "was ist das Leibgericht von Bud Spencer und Terence Hill", ?  Den Abschluss des ersten Teils des Faschingsdorfabends bildete der Frauenbund mit seinem Western-Tanzeinlagen, unterbrochen von Songs, die die Western von gestern in Erinnerung rufen: "Ich will ´nen Cowboy als Mann", oder "siebentausend Rinder", vorgetragen im Play-off von Solisten in Western-Manier.

Das "Gesetz der Prairie"

"Das Gesetz der Prärie" war die Überschrift der Darbietung von "Gernachs Golden Generation". Bemerkenswert, dass sich diese Gruppe der ehemaligen Wohnies immer wieder zusammenfindet, um einen Beitrag zum Gernacher Fasching zu leisten, obwohl sie inzwischen über ganz Deutschland verteilt sind. Der Totengräber, noch vor dem geschlossenen Vorhang, klärt auf über das Gesetz der Prärie: "Sie ziehen langsam, sie ziehen schnell, doch mir entkommen sie nie. Sie sterben früh, sie sterben spät, das ist das Gesetz der Prärie."

Als sich der Vorhang öffnet, sieht man das ganze Elend der Cowboys: sie stehen an der Bar, Der Whiskey ist ausgegangen, nur "scheiß Milch" gibt es noch. Und Milch ist für echte Cowboys gesundheitsschädlich, sodass einer gleich den Milchtod stirbt. Die Lage spitzt sich zu, als der Cowboy, der für Whiskey sorgen sollte, verprügelt und ziemlich lädiert in der Bar auftaucht – die Lindaner hatten Wind von dem Whiskeytruck bekommen und ihn überfallen.  Immerhin hat der Totengräber ein Geschäft gemacht: der tote Cowboy sorgt für Einnahmen. Der Barkeeper konfrontiert die Pläne der Cowboys, wieder zu Geld zu kommen, um Whiskey kaufen zu können, mit der Realität: im Gernacher Säuloch wurde schon lange kein Gold mehr gefunden, auch Postkutschen wurden im gottverlassenen Gernacho schon lang nicht mehr gesichtet, und eine Bank gibt es schon lange nicht mehr in Gernacho.

Der Traum von Django

Mirabellah taucht auf, die Tochter des Sheriffs; er will sie mit dem Säufer Joe verheiraten: sie träumt von einem Mann, wie Django, nach dem gefahndet wird. Sein Bild hängt in der Bar, Mirabella träumt: "So einer müsste mir über den Weg laufen – den würde ich mir schnappen und mit ihm durchbrennen." Ihr Traum wird, wahr, Django taucht in der Bar auf, es ist Liebe auf den ersten Blick. Die Cowboys, die leicht angetrunken von der Beerdigung ihres an Milch verstorbenen Kameraden zurückkommen, nehmen Django gefangen, die Puffmutter und Mirabellah übernehmen es, den Gefangenen zu bewachen.  Die Versuche Joes, durch Tricks dem Duell mit Django zu entkommen, misslingen, und so gibt Joe, bevor er im Duell mit Django viel zu langsam zieht, ein jämmerliches Bild ab, bevor er stirbt – der Totengräber macht jedenfalls wieder ein Geschäft.  Mirabella ist am Ziel ihrer Wünsche, aber ihr Geliebter ist immer in Gefahr: wie er im Lied zum Schluss singt:  "jetzt sitz ich fest hier in Gernacho, mehr als 10 Pesos hab` ich nicht, ich werd´gesucht bis Lindorado, wer weiß schon, wann es mich erwischt" – so ist eben das Gesetz der Prärie, und der Totengräber freut sich: "wenn das Geschäft mal läfft,dann läffts".  

"In den Weiten der Gernacher Prärie erzählt die Geschichte von zwei Indianerstämmen und stellt sie szenisch dar.  Der Streit um Jagdgebiete, wird durch die Vermittlung der beiden Häuptlingstöchter, beigelegt, indem sich die beiden Stämme verständigen, künftig gemeinsam auf die Jagd zu gehen.

Kein Treffen der "wilden Wespen"

Von den Missverständnissen, die entstehen können, wenn sich ein Kollege, den man zufällig trifft, und der vom Schachspielen keine Ahnung hat, handelt der Sketch "Das Schachspiel". Es kann den Schachfreund natürlich ärgern, wenn der Kollege die Figuren eher nach ästhetischen Gesichtspunkten aufstellt ("sonst ist es in der Mitte doch so eintönig") oder denkt, dass der Bauer eher auf das Pferd als vor das Pferd gehört. Und wenn die Ansage "ich schlage dein Pferd" mit dem heftigen Vorwurf "Sie schlagen mein Pferd ? Sie Tierquäler" beantwortet wird, ist das Ende der Partie gekommen.

Weitere Reminiszenzen an die Zeit des wilden Westens ruft der Tanz "Der Schuh des Manitou wach. Eine Wespe hatte sich zum Beginn der Aufführung des Männerballetts auf die Bühne verirrt. Enttäuscht zog sie ab, als sie erfuhr, dass sich hier nicht "wilde Wespen" treffen, sondern dass es um den Wilden Westen geht. Die Cowboys des Männerballets zeigten dann ihre Tanzkünste; als dann schon die ersten Rufe "Zugabe" erschallten,weil die Cowboys die Bühne verließen, ging der Vorhang auf, und die Girls in heißen Kostümen zeigten Akrobatik beim Stuhltanz. Zum Finale kamen noch einmal alle Darstellerinnen und Darsteller auf die Bühne, alle zogen zur Polonaise durch den Saal, mit Beifall bedacht von den Zuschauern.

Teilnehmer:

Fünferrat: Gabi Berchold, Kornel Hetterich, Alfred Glos, Lydia Schug, Petra Dietz.

Garde klein: Ronja Mauder, Rebecca Barth, Svenja Schreckenbach, Pelagia und Pandora Gkontos, Annika Mauder. Trainerinnen: Alena Schmidt, Selina Fuß.

Garde groß: Lisa Dresch, Alena Dresch, Selina Fuß, Alena Schmidt, Ramona Maul. Trainerin: Julia Schug.

Duo Majorettes: Christin Bäuerlein, Selina Hoffart. Trainerin: Christin Bäuerlein.

Rotes Pferd: Fabienne Geier, Joselle Schneider, Emilia Nicklas, Elsa Szabo, Isabella Salender, Pelagia und Pandora Gkontos, Raffael Weber, Sophia Lutsch, Mila und Nala Grimm, Corina Eichhorn.

Trapper vom Galgenholz: Peter Claassen.

Synchronschwimmen: Christa Back, Martina und Werner Treutlein, Claudia Ahles, Andrea und Reinhard Heck, Norbert Geiger. Trainerin: Ruth Grau.

Quiz: Western von Gestern. Idee und Realisierung: Elisabeth Dietz.

Moderatoren: Joselle Schneider, Phil Salender. Assistentinnen: Nicole Schneider, Mila Grimm.

Westerntanz des Frauenbundes: Uschi Dotterweich, Marianne Dresch, Lisa Dresch, Selina und Martina Fuß, Sarah Seufert, Jasmine Hoffart, Elke Dressel, Hedwig Treutlein-Scholl, Alena Dresch, Gaby Berchtold, Theresia Klüpfel, Marianne Back, Erhard Scholl, Lydia Schug, Marianne Ott, Dieter Dietz. Trainerinnen: Marianne Dresch, Sarah Seufert, Uschi Dotterweich, Martina Fuß.

Das Gesetz der Prärie: Kornel Hetterich, Simon Treutlein, Lisa Weilhöfer, Ingo Nickel, Birgit Englert, Benedikt Berchtold, Stefan Claassen, Manuel Pampel, Felix Eberlein, Michael Müller, Elias Berchtold, Selina Fuß, Sebastian Lukas, Tobias Ott, Alena Dresch, Lucas Treutlein, Erhard Scholl. Text und Dramaturgie: Kornel Hetterich, Simon Treutlein.

Kulissenbau: Stefan Claassen, Benedikt Berchtold, Ingo Nickel, Lisa Weilhöfer. Requisiten: Siegfried Heck. Maske: Kerstin Heck. Sounds und Effekte: Kornel Hetterich, Matthias Hetterich. Soufleur: Christoph Berchtold.

Indianer-Musical: "In den Weiten der Gernacher Prärie". Idee und Realisierung: Joselle Schneider, Mila Grimm, Elisabeth Dietz. Mitwirkende: Nicole Schneider, Joselle Schneider, Mila Grimm, Josef Schneider, Dieter Dietz.

Schachspiel: Alfred Glos, Erhard Scholl.

Tanz "Der Schuh des Manitou": Sabine Nickel, Hedwig Treutlein-Scholl, Alena Schmidt, Andrea Heck, Martina Treutlein, Claudia Ahles, Rosa Schüll, Alena Dresch, Elke Dressel, Selina Fuß, Elke Weilhöfer, Julia Schug, Marika Schmidt, Lydia Schug, Lisa Dresch. Choreografie und Trainerin: Julia Schug.

Männerballett: Michael Back, Benedikt Berchtold, Tobias Ott, Manuel Pampel, Stefan Claassen, Andreas Nickel, Benjamin Schneider, Lucas Treutlein, Simon Treutlein, Dieter Dietz. 

Die Helfer hinter und am Rand der Bühne: Küchen- und Thekenteam des TSV Gernach; Elektro-, Beleuchtungs-, Musik- und Klangtechnik:  Matthias Hetterich; Finanzen, Kasse: Manfred Schug; technische Assistenz: Marianne Ott; Kamera: Rainer Schüll; Musik: Thomas aus Österreich (1.2), Udo Häußner (8.2.)

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