Museumsreife Roggenernte

19.07.2009

Mainpost 19.07.2009

 

STAMMHEIM

Museumsreife Roggenernte

 

Bauern schwangen Sensen und Sichel – für Dreschfest und Flugzeuglandung

Getreideernte nach alter Väter und Mütter Sitte war am Freitagnachmittag auf den Feldern neben der Stammheimer Kläranlage auf Initiative von Günter Weißenseel vom über der Straße liegenden Museum für Militär- und Zeitgeschichte angesagt.

Bäuerinnen und Bauern in alter fränkischer Bauerntracht schwangen kraftvoll Sense und Sichel, um anschließend die Halme mit selbst gedrehten Strohseilen zu Garben zusammenzubinden und diese zum Trocknen aufzustellen.

Derweil zeigte das Mitglied des Museumsvereins, Wolfgang Lamprecht aus Obersfeld bei Hammelburg, wie die später aufkommenden sogenannten Selbstbinder die Arbeit auf dem Feld wesentlich erleichterten. Die am Bulldog angehängte Maschine mähte das Getreide, band es mit einer Sisalschnur zusammen und warf die fertige Garbe auf den Acker. Anschließend wurden die Garben auf den Hänger aufgeladen und in der Scheune eingelagert.

Für die Getreideernte waren zwei Gründe maßgeblich. Zum einen ist beim Museum-Dreschfest am 4. Oktober unter anderem der Einsatz einer alten Dreschmaschine vorgesehen. Zum Dreschen an diesem Tag werden die Getreidegarben benötigt. Zum anderen sollten die Felder an der Kläranlage abgeerntet werden, um das Feld als Landepiste präparieren zu können. Denn tags darauf, am Samstag, sollte eine der legendären Antonow AN 2 nach ihrer Überführung aus Ungarn bei Stammheim landen.

Fliegenden Oldtimer erworben

Die „Tante Anna“, wie der größte einmotorige Doppeldecker der Welt liebevoll genannt wird, ist die neueste Errungenschaft des Museums für Zeitgeschichte. Das Museum für Zeit- und Militärgeschichte Stammheim hatte den fliegenden Oldtimer Ende 2008 in Ungarn erworben.

Erst nach getaner Arbeit kam dann der Anruf, dass die Landung der AN 2 aus Ungarn hinfällig ist. Das Flugzeug erhielt wegen vorhergesagter Unwetter über den Karpaten keine Starterlaubnis. Nun hofft Museumsleiter Günter Weißenseel auf einen zeitnahen neuen Termin, um das Flugzeug in einem letzten Flug zu seinem neuen „Liegeplatz“ zu bringen.
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