Musiker trotzen Regen und Kälte

02.01.2016

Mainpost 02.01.2016
OBERSPIESHEIM

Musiker trotzen Regen und Kälte

Am letzten Tag des Jahres trotzen alljährlich Oberspiesheimer Musikanten dem Wetter – heuer besonders dem Regen –, um einen alten Brauch der Region um Gerolzhofen zu pflegen: das Silvesterblasen, mancherorts auch Neujahrsanblasen genannt.
Beim klangvollen Rundgang durch das Dorf, bei dem das alte Jahr beschlossen und das neue Jahr angeblasen wird, wurden dieses Mal den Oberspiesheimer Musikanten die Finger klamm, die Nase rot und die Füße kalt.
Es finden sich im Dorf aber immer wieder Bewohner, die diese Leiden mildern, durch das Spendieren von heißen Getränken für die Musiker und durch so manches Schnäpschen.
Einige Zuhörer lassen auch etwas Geld in die Kasse der Oberspiesheimer Musiker fließen, quasi als Entlohnung für das Musikspielen übers Jahr, etwa für die Musik in der Kirche.

Auch die Rosenberg-Musikanten ließen es sich nicht nehmen, am Silvestertag den Dorfbewohnern von Frankenwinheim ein musikalisches Ständchen zu spielen. Sie starteten am Kirchberg vor dem Rathaus ihre Tour durchs Dorf. Als kleines Dankeschön gab es von Altbürgermeister Robert Finster zur Stärkung die traditionellen heißen Wiener mit Salzbrezen. Die Rosenbergmusikanten spielen an bis zu 20 Plätzen im Ort. Wegen des ungemütlichen Wetters ließen sich heuer aber nicht so viele Ortsbewohner wie in vergangenen Jahren von der Musik verwöhnen.
Warme Getränke und Geldgaben waren für die Heiligenbergmusikanten in Zeilitzheim der Lohn für die vielen Stunden, in denen sie unter der Leitung von Andreas Mößlein und Stefan Braun bei nasskaltem Wetter durch den Ort gezogen waren, um das Jahr 2015 musikalisch zu verabschieden. Um 9.30 Uhr starteten sie am Marktplatz und waren bis weit in die Nachmittagsstunden unterwegs. Knapp 50 Stationen zählte ihre musikalische Tour durch den Ort, mit der die Musiker den Leuten einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschten. Ihr Repertoire beim musikalischen Jahresabschluss reichte von flotter Marschmusik über weltliche bis zu geistlichen Liedern.

In Gernach regnete es in Strömen, als das Neujahrsanblasen anstand. Doch die Gernacher Musikanten wussten sich zu helfen: Sie spielten unter einem Pavillon. Und weil der tragbar war, konnten sie ihn von Station zu Station mitnehmen. Bei ihren Ständchen fanden sie, ihre Noten und die Instrumente daher auch bei strömendem Regen Schutz.
Den Lülsfelder Musikern stellten wegen des Regens Harald Zinser sein Fahrzeug und Jürgen Landauer von Greenworkx seinen überdachten Anhänger zur Verfügung. So wurden die 13 Musiker, die ihre Tour um 11 Uhr starteten und erst nach 15 Uhr beendeten, nicht nass.

Besonders freuten sich heuer die jugendlichen Flüchtlinge aus Afghanistan und Eritrea, die im ehemaligen Kloster Maria Schnee untergebracht sind, über das Ständchen. Spontan dirigierte einer der Jungs ab dem zweiten Stück das Blasorchester. „Vor einem Jahr haben wir bei den Schwestern gespielt und nie daran gedacht, dass das Kloster so schnell wieder mit Leben gefüllt wird“, sagte Dirigent Bernhard Scheder.

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