Nach Anbaufläche abrechnen

05.02.2015

Mainpost, 05.02.2015

 

HERLHEIM
Nach Anbaufläche abrechnen

Winterversammlung der Zuckerrübenbauern in Herlheim

Der weltweit sinkende Zuckerpreis, die neue Liefermenge an Zucker, die Beteiligung an den Frachtkosten vom Feld bis zur Zuckerfabrik – für die Zuckerrübenbauern im Landkreis Schweinfurt war das alles nicht wirklich neu. Daher konzentrierten sich die Fragen bei der alljährlichen Winterversammlung in der Sporthalle Herlheim eher auf Fragen nach zukünftigen Preisen, einer möglichen Abrechnung nach tatsächlich bebauter Fläche anstelle gelieferter Rüben und nach dem zu erwartenden Gewinn von Südzucker – mitsamt einem Schlenker in die Vergangenheit, als Südzucker eine Kartellstrafe zu zahlen hatte.

Eine Frage, die Manfred Pähl von der Südzucker AG sichtlich unangenehm war, vor deren Beantwortung er sich aber nicht drückte. Mittlerweile sei alles geregelt worden, die Geldbuße in Höhe von fast 200 Millionen Euro wurde bezahlt, und intern gab es einiges abzuarbeiten, inklusive der notwendigen Konsequenzen. Das sei auch geschehen, „das hat zwar unsere Schulden erhöht, was nicht so schön ist, hat sich aber nicht auf die von uns bezahlten Rübenpreise ausgewirkt“, so Pähl.

Die Bezahlung nach angebauter Fläche sah einer der Landwirte in der vollen Sporthalle – gut 200 Besucher waren zur Winterversammlung gekommen – als vorteilhafter an- „Bei manchen Getreidesorten wird auch nach Anbaufläche bezahlt, warum nicht auch bei Zuckerrüben“, so die Frage. Das, so die Antwort, hänge mit den Lieferrechten, der Menge an Zucker und auch dem Erlös zusammen, hieß es.

Denn auf dem Weltmarkt würden keine Zuckerrüben, sondern der Zucker selbst gehandelt. Und die Forderung an den Verband, er möge sich bei der Regierung für eine bessere Unterstützung für die Zuckerrübenbauern stark machen, sei schon lange beim Verband angekommen, sagte Johannes Menth, der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes Fränkischer Zuckerrübenbauern.

Für den Herbst sei eine „große Runde“ geplant, mit deutschen Spitzenpolitikern, „und da werden wir uns schon für eure Belange einsetzen“. Unter anderem stehe auch die Frage im Raum, wie mit den „gekoppelten Preisen“ umzugehen sei. So subventionieren manche Staaten ihre Zuckerrübenbauern, um sie fit zu machen für den Weltmarkt.

Hinsichtlich des Deckungsbeitrages, also des Betrag, der unterm Strich den Gewinn ausmacht, müsse sich jeder Zuckerrübenbauern an seinen eigenen Verhältnissen orientieren, sagte Klaus Ziegler, Geschäftsführer im Verband Fränkischer Zuckerrübenanbauer. „Da hat jeder etwas andere Kosten, und so pauschal lässt sich der Deckungsbeitrag an sich auch nicht beziffern“, sagte er auf Anfrage eines Landwirtes.

In einem Motivationsreferat verglich er die Arbeit rund um den Zucker mit einem sportlichen Großereignis, bei dem es Fitness, Ausdauer und gute Vorbereitung ankomme. Um den Landwirten auch die richtigen Sorten und den Einsatz von Schutzmitteln mit auf den Weg zu geben, referierte Christian Beil über verschiedene Sorten und deren Anbaumöglichkeiten.

Guido Chuleck

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