Nach großflächiger Rodung: 700 neue Bäume gepflanzt

05.04.2019

Mainpost 05.04.2019

Kolitzheim

Nach großflächiger Rodung: 700 neue Bäume gepflanzt

Das Eschentriebsterben sei der Grund, weshalb im Waldstück "Humpel" zwischen Herlheim und Zeilitzheim zahlreiche Bäume gefällt werden mussten, betonte Bürgermeister Horst Herbert im Rahmen einer Begehung. Besonders im Areal entlang des Rad- und Wirtschaftsweges war eine großflächige Rodung der Eschen notwendig. Deutlich sichtbar ist der Wald an dieser Stelle nun "ausgedünnt".

Das Wertholz daraus vermarktet die Forstbetriebsgemeinschaft, das Brennholz wurde bereits versteigert. Der Gemeindewald wird durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ALF) Schweinfurt beförstert, Gerald Eser ist hier als zuständiger Förster in den Wäldern der Gemeinde Kolitzheim tätig.

Das Eschentriebsterben hat sich in den letzten Jahren rasant ausgebreitet. Die Baumkrankheit wird durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz verursacht, gegen den es zurzeit kein Mittel zur Bekämpfung gebe, so Revierförster Eser. Der Pilz infiziert im Sommer die Blätter der Esche, ehe er in der Folge weiter in die Triebe vordringt und zu deren Absterben "von oben nach unten" führt.

Eschen seien früher in sehr großer Zahl gepflanzt worden, da sie schnell wachsen, bemerkte Horst Herbert. Heute sei klar, dass sich aus forstwirtschaftlicher Sicht die Anlage eines Mischwaldes mit verschiedenen Baumarten weitaus sinnvoller darstelle, sind sich Bürgermeister und Förster einig. Vor allem größere Eichen stehen derzeit noch an der Humpel, die rein aus ökologischen Gründen nicht gefällt worden seien, betonte Eser. Sie dienen besonders als Habitat für Vögel und Insekten.

Die Waldarbeiten führt Eser gemeinsam mit Siegfried Heck aus. Der Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Kolitzheim ist seit vielen Jahren in der Waldbewirtschaftung tätig und kennt sich in den Gemeindewäldern bestens aus. Insgesamt werden nun knapp 700 neue Bäume gesetzt. Verschiedene heimische Arten wurden ausgesucht, um wieder einen stabilen Wald zu erzeugen und das Risiko für die Anfälligkeit für Krankheiten zu streuen. Aus dem eigenen Wald wurden beispielsweise Hainbuchen gezogen, welche zahlreich an die Stellen der gefällten Eschen gepflanzt wurden. Im gleichen Verhältnis brachten Heck und Eser Spitzahorn, Rotbuchen und Nussbäume neu ein. Ebenfalls kam ein geringer Anteil Douglasien dazu.

Zum Schutz der jungen Bäume wurde ein Teilstück eingezäunt. Im Übrigen verwendet Siegfried Heck engmaschige Schutzgitter aus Kunststoff, die um die Setzlinge herum angebraucht werden, damit sie vor Verbiss vor allem durch Rehe geschützt sind.

 

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