„Nägel mit Köpfen machen“

26.09.2008

 

Mainpost 26.09.2008


Kolitzheim
„Nägel mit Köpfen machen“

Nach ersten Dorferneuerungsmaßnahmen Gestaltung der Dorfmitte vorgesehen

 

Die ersten Dorferneuerungsmaßnahmen, die Gestaltung des Scheuringplatzes und der Freizeitanlage, sind nach jahrelanger Vorarbeit nun in Bau und werden noch in diesem Jahr fertig gestellt. Bei einer Versammlung, bei der zahlreiche Anlieger und andere interessierte Ortsbewohner anwesend waren, ging es nun um die nächste Maßnahme, die Gestaltung der Dorfmitte.

 

Man müsse die Chance nutzen und im Einvernehmen mit den Anliegern und der Gemeinde als wichtigstem Partner die Sache zügig angehen, sagte Rudolf Bender, der örtliche Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft bei der Begrüßung. „Wir müssen heuer noch Nägel mit Köpfen machen“, so Bender.

 

Derzeit gute Förderchancen

 

Die Gemeinde stehe voll und ganz hinter der Dorferneuerung; das Ortsbild gewinne enorm, sagte Bürgermeister Horst Herbert. Auf eine Umgehungsstraße brauche man nicht zu warten, habe das Straßenbauamt wissen lassen. Wichtig sei, dass die Bürger mitmachen und ihnen bewusst sei, dass die Sache Geld koste.

 

Auch Technischer Oberamtsrat Karl-Heinz Weidner vom Amt für Ländliche Entwicklung Würzburg, der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, appellierte an die Anwesenden, die Chance zu nutzen. Im Moment gebe es genügend Fördermittel. Später könne dies ganz anders aussehen.

 

Landschaftsarchitekt und Städteplaner Frieder Müller-Maatsch zeigte Fotos von der Kolitzheimer Dorfmitte, wies auf bemerkenswerte und weniger schöne Ansichten und Details hin und gab Anregungen für positive Veränderungen. Danach zeigte er den vor drei Jahren erarbeiteten Plan und ging näher auf einzelne Punkte ein.

 

Im Bereich der Einmündung der Lindacher Straße in die Kolitzheimer Straße liegt genau gegenüber die kleine Bäckergasse, durch eine Schranke begrenzt. Diese Schranke wird entfernt, so der Vorschlag, und davor ein Pflanzbeet angelegt. Dadurch müssen die Fußgänger einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und kreuzen nicht direkt die breiten Fahrbahnen.

 

Mehr Grün in der Hauptstraße

 

Zwischen Schweinfurter Straße und Bachgasse sollen, so Müller-Maatsch, Bäume gepflanzt und mehr Grün angelegt werden. Auch an einen Sitz- und Ruhebereich ist gedacht. Die gegenüberliegende Seite soll gefälliger gestaltet werden. Weiter sollen im angrenzenden Bereich der Hauptverkehrsstraße die Bushaltestellen entfernet, die Straße auf 6,50 Meter verengt und einige Parkplätze senkrecht angelegt werden. „Bäume und mehr Grün werden das Ganze auflockern“, sagte der Planer.

 

Durch eine schöne Anlage mit Schatten spendenden Bäumen könne eventuell auch eine Außenbewirtung bei den Gaststätten möglich werden, so Frieder Müller-Maatsch. Vielleicht würden dadurch auch Versorgungseinheiten zurück ins Dorf kommen, über deren Schließung in den vergangenen Jahren sich der Planer schockiert zeigte.

 

Alte Fotos gesucht

 

Man müsse sich auch fragen, was früher war, wie es früher ausgesehen habe, meinte Müller-Maatsch und bat die Anlieger um alte Fotos, wodurch man auch Anregungen erhalten könne. Weiter seien die jetzigen Gegebenheiten, die Planungen für die Zukunft und die Wünsche der Anwohner wichtig. Dies besprachen Müller-Maatsch und eine Mitarbeiterin gleich vor Ort mit den Anliegern. Dabei wurden immer wieder die gleichen Punkte angesprochen, berichtete der Landschaftsplaner anschließend.

 

In der folgenden Diskussion gab es teilweise ein heftiges Für und Wider. Bedenken wurden zu den Baumpflanzungen geäußert. Sie nähmen beim Herausfahren aus den Gehöften in die durch den Verkehr stark belastete Straße noch zusätzlich die Sicht. Man müsse die richtige Baumart und den richtigen Standort wählen, dann seien am Ende alle zufrieden, wie sich an anderen Orten schon oft zeigte, war die Antwort.

 

Den Verkehr müsse man lenken, sagte der Planer zu diesem Problem. Indem die Fahrbahn nur noch 6,50 Meter breit sei, werde er sich verlangsamen, was sich auf den Verkehrsfluss positiv auswirke. Dies bezweifelten einige Anwesenden und meinten, vor allem in der Kurve sei diese Breite zu schmal. Eine Rückanbindung an der Ostseite würde eine Entlastung bringen, war eine weitere Meinung der Anwesenden, die dann allerdings weniger gefiel, als es um die Kosten ging.

 

Anlieger müssen mitzahlen

 

Ebenso wie an der Hauptstraße würden die Kosten auch auf die Anlieger umgelegt. Da es noch keine endgültige Planung gebe, könnten keine genauen Zahlen genannt werden. Fakt sei, so Bürgermeister Horst Herbert, das es Zuschüsse von zirka 50 Prozent gebe. Den Rest teile sich Gemeinde und Anlieger je zur Hälfte.

Noch viele weitere Punkte wurden angesprochen und teilweise heiß zwischen den Bürgern, Planer, Bürgermeister und örtlichem Vorsitzenden diskutiert. Ein Vorentwurf für die Gestaltung der Dorfmitte soll der Bevölkerung im Oktober vorgestellt werden.

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