Neubau des Kindergartens beschlossen

29.07.2019

Mainpost 29.07.2019

Kolitzheim

Neubau des Kindergartens beschlossen

Gleich mit zwei Vorhaben zur Erweiterung von Kindergärten, in Unterspiesheim und Stammheim, hatte sich der Gemeinderat zu beschäftigen. Hierzu konnte zweiter Bürgermeister Martin Mack, der sie Sitzung leitete, auch zahlreiche interessierte Eltern sowie einige Erzieherinnen begrüßen. Im Laufe der Sitzung wurde immer wieder betont, dass für beide Projekte ein Beschluss gefasst werden müsse, um Fördergelder, die im Rahmen eines Sonderförderprogramms für Krippen bereitgestellt werden, zu erhalten. Bis Ende August müssen die Unterlagen für eine Förderung bei der Regierung von Unterfranken eingereicht werden.

Bereits seit Jahren sind in Unterspiesheim neben den drei Gruppen im Kindergartengebäude im Gemeindezentrum zuerst eine und nun eine zweite Kindergartengruppe untergebracht, schickte Martin Mack voraus. Schon jahrelang wird auch über das Wie und Wo einer Kindergartenerweiterung diskutiert. Der Standort für ein zweites Kindergartengebäude auf einem gemeindeeigenen Grundstück nördlich des Friedhofs und unweit des bestehenden dreigruppigen Kindergartens, wurde bereits festgelegt. Nun stellte Architekt Benedikt Gerber zwei Planungen vor. Bereits im Vorfeld wurde von Verantwortlichen hier allerdings eine Kompaktlösung favorisiert, die letztendlich auch die Gemeinderäte überzeugte.

Sehr großzügige Einheiten geplant

Bei dieser Planung sind in von der Fläche her sehr großzügige Einheiten, drei Gruppen, mit je einem Gruppenraum, Ruheraum und WC, geplant. Dazwischen gibt es weitere Räumlichkeiten, wie einen Mehrzweckraum sowie Räume beispielsweise für die Leitung, Personal und Technik. Durch diese großen Einheiten und auch einen großen Außenbereich sind später Umnutzungen und Optionen für eine Vergrößerung möglich, so der Architekt.  

Die Kosten für das Vorhaben veranschlagt Gerber auf knapp drei Millionen Euro. Nach Abzug von Fördergeldern in Höhe von zirka 1,5 Millionen Euro sowie einer Förderung durch die Diözese von 470 000 Euro hat die Gemeinde Kolitzheim zirka eine Million Euro zu tragen. Da das Unterspiesheimer Projekt als Altfall gilt, bleibt auch die Zusage der Diözese für eine Förderung erhalten, betonte Pfarrer Thomas Amrehn auf eine entsprechende Nachfrage. Zu diesen Kosten kommen auch noch die Erschließungskosten sowie die Gestaltung der Umgebung des Geländes, antwortete Architekt Gerber auf die Nachfrage von Kurt Scheuering. Im September werde der Bebauungsplan erstellt werden, informierte Dominik Dorsch vom gemeindlichen Hauptamt.

Zurzeit sind in der Kindertagesstätte Unterspiesheim 12 Krippenplätze und 96 Kindergartenplätze, insgesamt 108 Plätze, anerkannt. 56 Kinder sind im Gemeindezentrum untergebracht. Aufgrund steigender Geburtenzahlen und Mehranmeldungen von immer jüngeren Krippenkindern steigt der Bedarf allerdings weiter. Aus diesem Grund ist der Neubau einer zusätzlichen dreigruppigen Kindertagesstätte erforderlich, so dass 120 Kinder betreut werden können. 36 Plätze sollen dann für die Krippe und 84 für Regelkinder ausgewiesen werden. Einstimmig bejahten die Räte diesen Bedarf, ebenso den Neubau des Kindergartens und die Kostenbeteiligung durch die Gemeinde.

Vier Pläne für Stammheimer Kindergarten vorgelegt

Auch im Stammheimer Kindergarten werden immer mehr Kinder, vor allem auch unter drei Jahren angemeldet. Im Moment ist hier eine Gruppe für zwölf Kleinkinder integriert. Bis September 2020 werden bereits 24 Anmeldungen erwartet, weshalb bis dahin zusätzlich Raum für Krippenkinder geschaffen werden muss. Architekt Benedikt Gerber hat nun, nach Vorschlägen in einer früheren Gemeinderatssitzung, vier Pläne entworfen und die zu erwartenden Kosten hierfür ermittelt. Nicht nur den Gemeinderäten, sondern auch Kindergartenleiterin Ilse Koßner gefiel dabei der Anbau einer Kleinkindergruppe im Westen des bestehenden Gebäudes am Besten. Hier, Richtung Sportplatz, werden dann zwei große Räume, ein Gruppen- und ein Ruheraum, angebaut. Von hier aus hätten die Kinder direkten Zugang zur Außenspielfläche. Außerdem bleiben die bestehenden Räume, die für die Logistik und für weitere Funktionen notwendig sind, erhalten, betonte Koßner.

Auch von den Kosten her wäre diese Option eine gute Lösung. Nach Abzug der Fördermittel veranschlagt Architekt Gerber den Anteil der Gemeinde auf zirka 55 000 Euro. Diese Kosten seien inklusiv des Planungsvertrags, antwortete Gerber auf eine Frage von Gerd Endres. Einige Kosten könnten allerdings noch dazu kommen, da er sich noch nicht eingehend mit den Gegebenheiten habe beschäftigt können, so der Architekt. So müsse unter Umständen vielleicht bei Heizung, Elektrik oder auch an Türen noch Änderungen vorgenommen werden. Die früher ins Auge gefasste Möglichkeit, das benachbarte Schulgebäude später als Kindergarten zu nutzen, werde mit dem geplanten Anbau wohl entfallen, kristallisierte sich weiter heraus. Das Schulhaus, das bereits als zu groß angesehen wurde, werde dann wohl nicht mehr gebraucht, äußerte sich Kämmerer Werner Knoblach. Für ihn ist die vorgestellte Lösung vernünftig und kostengünstig. Am teuersten wäre eine, in der früheren Sitzung vorgeschlagenen Containerlösung. Es müsste genauso viel Platz zur Verfügung stehen, so Planer Gerber, und nach seinen Erfahrungen würde ein Container pro Jahr 100 000 Euro kosten.

52 Betreuungsplätze ab September

Zurzeit sind im Kindergarten Stammheim 40 Betreuungsplätze anerkannt. 12 Kinder besuchen die Krippe und 28 Kinder die Regelgruppe. Ab September 2020 werden 12 weitere Krippenplätze benötigt. Einstimmig erkannten die Gemeinderäte den Bedarf von 52 Betreuungsplätzen an. Ebenso einstimmig zeigten sie sich auch mit dem Anbau einer Kleinkindergruppe im Westen des bestehenden Gebäudes und den berechneten Kosten hierfür einverstanden. Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Planungen und der Bau zügig umgesetzt werden, damit der Neubau im nächsten Jahr für die weitere Kleinkindkrippe in Betrieb genommen werden kann.

 

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