Ökumenische Entschlossenheit gegen Rechts

18.05.2016

Mainpost 18.05.2016

STAMMHEIM

 

Ökumenische Entschlossenheit gegen Rechts

In Frieden und Freundschaft, Gerechtigkeit und Liebe miteinander leben und umgehen“, lautete die zentrale Botschaft vom evangelischen Pfarrer Georg Salzbrenner an alle Christinnen und Christen beim ökumenischen Gottesdienst im Innenhof des Pfarrjugendheims. Zusammen mit seinem katholischen Kollegen Andreas Engert sowie dem Bündnis „Stammheim ist bunt“ hatte er eingeladen in christlicher Verbundenheit, mit Musik und Gebet, auf die Ereignisse von vor einem Jahr in Stammheim zurückzublicken.
Damals versuchte die Partei „Die Rechte“ in einem im Ortskern gelegenen Anwesen ihre bayerische Landeszentrale aufzubauen. Erfolgreich und mit demokratischem Widerstand habe man damals gesagt: „Nicht bei uns!“, erinnerte sich Salzbrenner. Durch Zusammenhalt und auch ökumenischer Entschlossenheit konnten „bis heute die Bestrebungen der Faschisten verhindert werden“, sagte er stolz.

Drei Superlative

Der Gottesdienst gegen Rechts im vergangenen Jahr am Pfingstsonntag am Dorfweiher hatte für Pfarrer Andreas Engert gleich drei Superlative mit sich gebracht: Es war der größte, längste und zugleich heißeste Pfingstgottesdienst den er je erlebt habe, betonte er ein Jahr später.
Rita Bauer und Helma Nöller, die den Gottesdienst mit einigen Dialogen bereicherten, erinnerten sich, wie vor einem Jahr über 1000 Leute zusammengekommen waren, um zusammen Gottesdienst zu feiern und für Demokratie, Frieden und Freiheit einzutreten.

Die Lesung und die Fürbitten trug Georg Barthelme vor. In diesem Gottesdienst galt es nun aber auch den Fokus etwas zu verschieben und „Dinge in den Blick zu nehmen, die uns im Moment bewegen“, so Pfarrer Engert.
Orientierung bot dabei natürlich das Wort Gottes. Pfarrer Salzbrenner zitierte aus der Schöpfungsgeschichte: „Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“. Daraus folgerte er, dass alle Menschen Gottes Ebenbild tragen und deshalb auch alle auf der ganzen Welt gleich behandelt werden müssten. „Wo wir bereit sind zu helfen, da begegnen wir Gott“, sagte er im Hinblick auf die Flüchtlingssituation. „Den Fremden sollen wir behandeln wie einen Einheimischen“, so die christliche Position. Jesus stelle alle Menschen auf die gleiche Stufe, betonte dabei Pfarrer Engert, der zu „Werken der Barmherzigkeit“ aufrief.

Runder Tisch

Das war das Stichwort für Barbara Sieber, die sogleich eine Aktion des Runden Tisches (Aktionsbündnis Stammheim ist bunt) vorstellte: Alle acht bis zwölf Wochen wird sich getroffen, um gemeinsam mit dem Eine-Welt-Laden in Volkach aus gespendeten und aus Spenden finanzierten Materialien so genannte Minidecki zu nähen.
Diese kleinen Decken sind für geflüchtete Kinder bestimmt, um ihnen so Geborgenheit und Wärme zu schenken. Bei der Aktion könne wirklich jeder helfen, betonte Barbara Sieber.

Die nächsten Termine werden über Aushänge und den Newsletter von „Stammheim ist bunt“ bekannt gegeben. Die Verantwortlichen freuen sich über viele helfende Hände.
Auch die Kollekte des Gottesdienstes war für die „Minidecki“-Aktion bestimmt. Im Anschluss an den Gottesdienst, der vom Musikverein Stammheim musikalisch gestaltet wurde, waren die Gäste noch zu einem Dämmerschoppen im Pfarrjugendheim eingeladen.

 

Zu den News