Ortsdurchfahrt beschäftigt Bürger

16.02.2015

Mainpost den 16.02.2015

KOLITZHEIM
Ortsdurchfahrt beschäftigt Bürger

Großbaustelle bis auf Kleinkram fertig – Herbert sieht Umgehung im Alleingang skeptisch

Eine der größten Baumaßnahmen der vergangenen Jahre in der Gemeinde Kolitzheim, der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Kolitzheim, konnte im Jahr 2014 abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang wurden auch die Kanäle erneuert und der Ringschluss für die Fernwasserversorgung hergestellt sowie Leerrohre für die Glasfaserkabel für die Breitband-Internet verlegt. Ferner erhielt die Bäckergasse neues Pflaster und am Kindergarten wurden Parkflächen geschaffen.

Bei der Bürgerversammlung im voll besetzten Sportheim dankte Bürgermeister Horst Herbert den Kolitzheimern und besonders den Anliegern der Ortsdurchfahrt für das Verständnis für die Unannehmlichkeiten während der eineinhalbjährigen Bauzeit. Obwohl die Ortsdurchfahrt währenddessen für Lastwagen zeitweise gesperrt war, fuhren durchschnittlich 4000 Fahrzeuge durch Kolitzheim, sagte der Bürgermeister. Die jüngste Verkehrszählung nach Abschluss der Bauarbeiten ergab 6000 Fahrzeuge. Der neue Straßenbelag senke jedoch den Lärmpegel.

Nach dem Jahresrückblick war die Baumaßnahme noch ein Thema für die Kolitzheimer. So stellte Alois Flederer fest, dass die Fahrbahnmarkierungen für die Einmündung der Wadenbrunner Straße in die Schweinfurter Straße fehlen. Diese werden im laufenden Jahr noch angebracht sicherte Bürgermeister Herbert zu. An wen könne man sich wenden, wenn Schäden an Gebäuden im Zuge der Baumaßnahme zu verzeichnen sind, wollte Manfred Hoch wissen. Vor Beginn der Bauarbeiten seien alle Gebäude von der Landesgewerbeanstalt fotografiert und der Gebäudezustand dokumentiert worden, so Herbert. Bei festgestellten Schäden könne dies bei der Gemeinde gemeldet und diese Fotos zum Vergleich herangezogen werden. Den für Gehbehinderte unzureichenden Fußgängerüberweg am Ortsausgang Richtung Gaibach bemängelte Peter Spengler.

Gehsteigparker als Ärgernis

Die unzureichende Beschilderung während der Bauzeit kritisierte Hilmar Bauer. Er wünschte sich, dass die Mauer hinter dem abgebauten Bushäuschen verputzt wird. Da es sich hier um ein Privatgrundstück handelt, könne man seitens der Gemeinde den Grundstückseigentümer nur darum bitten, stellte der Bürgermeister fest. Ferner bedauerte Bauer, dass der Gehsteig nach der Rathausstraße zum Friedhof im Zuge der Baumaßnahme nicht repariert wurde, und dass durch parkende Lastwagen auf Gehsteigen Schäden zu befürchten seien. Der Gehsteig zum Friedhof sei nicht repariert worden, weil in diesem Bereich die Straßenführung zum Rathaus bei einer Bebauung des angrenzenden Grundstücks geändert wird, sagte Herbert. Die Unsitte des Gehsteigparkens sei leider weit verbreitet bedauerte er, dass dies nicht erlaubt sei, sollten die Verkehrsteilnehmer wissen.

Zur Frage von Norbert Pfaff hinsichtlich konkreter Planungen für die Ortsumgehungsstraße verwies der Bürgermeister auf die ausstehende Entscheidung des Volkacher Stadtrats. Ob mit dem Bau des Schaeffler-Logistikzentrums in Kitzingen zusätzlicher Schwerverkehr verbunden sei, war eine weitere Befürchtung aus der Versammlung. Eine entsprechende Anfrage bei Schaeffler ergab, dass mit etwa 15 Lastwagen pro Tag zu rechnen sei.

Ob die Umgehung von Kolitzheim unabhängig von der Volkacher Umgehung gebaut werden kann, wollte Christine Bender wissen. Die Gemeinde sollte dies prüfen, forderte sie nachdrücklich. Er sehe hier erhebliche Probleme, meinte Herbert, sicherte aber eine entsprechende Prüfung zu.

Robert Feldner bedauerte, dass die neu gestalteten Grünstreifen entlang der Ortsdurchfahrt bereits durch Fahrzeugspuren beeinträchtigt werden. An der unübersichtliche Einmündung des Max-Pohly-Ringes in die Schweinfurter Straße forderte Thomas Nunn, einen Verkehrsspiegel anzubringen. Mit dem Hinweis auf trügerische Wahrnehmung bei der Sicht in den Verkehrsspiegel, lehnte Herbert dies ab.

Er halte die kostenlose Verteilung des Amtsblattes für keine gute Entscheidung, kritisierte Markus Bauer. Die zusätzlichen Kosten, die der Gemeinde dadurch entstehen, hätte man besser an anderer Stelle verwenden können, zum Beispiel fürs Aufstellen von Mülltonnen in den Friedhöfen. Dem widersprach der Bürgermeister. Er sehe in der kostenlosen Zustellung des Amtsblattes an alle Haushalte eine wesentlich bessere Informationsmöglichkeit für die Bürger und einen zusätzlichen Service. Die Mülltonnen seien aus den Friedhöfen entfernt worden, weil hier illegal Hausmüll entsorgt wurde. Die Frage nach den Kosten für die Ortsdurchfahrt konnte der Bürgermeister nicht beantworten, da die Schlussrechnungen fehlen. Für die Baumaßnahmen am grünen Ring fallen für die Anlieger keine Kosten an, beantwortete er eine weitere Anfrage.

Um die Schäden an den Feldwegen zu begrenzen, schlug Georg Fuchsberger vor die Geschwindigkeit auf Tempo 30 zu beschränken. Da auf Feldwegen keine Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden und das Aufstellen von Schilders sehr teuer ist, halte er dies für keinen praktikablen Vorschlag, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Kläranlage hat freie Kapazität

Durch den Anschluss von Mönchstockheim, an die neue Kläranlage gelange diese nicht an ihre Kapazitätsgrenze, beantwortete Herbert eine Anfrage von Edwin Heß.

Welche konkreten Maßnahmen die Gemeinde ergriffen hat, um für Ärzte-Ersatz zu sorgen, wollte Tobias Dotzel wissen. Die Gemeinde bemüht sich intensiv um die Suche von Nachfolgern für die Arztpraxis, indem sie unter anderen an Universitäten wirbt, berichtete Herbert. Außerdem liefen Gespräche mit einem Investor für ein Ärztehaus, welches auf dem Gemeindegrundstück zwischen dem Rathaus und dem Friedhof entstehen könnte.

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