Patent für warme Wellness-Socken

15.01.2007

Mainpost 15.1.2007

 

Patent für warme Wellness-Socken

 

herlheim Wollsocken aus dicker, strapazierfähiger Wolle mit einer festen Einlage aus reiner Schafwolle und einer rutschfesten Sohle aus Naturmaterialien, deren Zusammensetzung sie nicht verrät. Diesen Artikel stellt Manuela Engelbrecht in ihrer Strickstube für alle her, die unter kalten Füßen leiden. Für ihre "Wellness-Schaffellsocken" erhielt die 40-Jährige im Sommer ein Patent.

 

 

Etwa fünf Jahre hatte Manuela Engelbrecht experimentiert, bis die Socken patentreif waren, das heißt, bis die Schafwolleinlage bei 30 Grad in der Maschine waschbar und lange haltbar war und die Sohlen-Zusammensetzung so, dass sie auch auf Parkett und Fliesen guten Halt bietet.

Am 26. Januar 2006 beantragte Manuela Engelbrecht bei der Außenstelle Jena des Deutschen Patent- und Markenamtes (Hauptsitz in München) die Eintragung in das "Geschmacksmusterregister". Am 25. Juli bekam sie nach mehreren Nachfragen die erhoffte Patenturkunde aus München. Zuvor hatte sie Beschreibungen ihrer Wellness-Schaffellsocken und Fotos von Prototypen - alles in dreifacher Ausfertigung - nach Jena schicken müssen. "Es hat etwas gedauert. Man braucht schon ein wenig Geduld. Als ich aber meine Patenturkunde bekam, habe ich mich riesig gefreut. Denn mit der Patentnummer 4 06 00 418.8 der Warenklasse 02-04 darf nur ich die Socken herstellen", freut sich die Mutter von vier Kindern.

Das Patent in Händen, erfüllte sich Manuela Engelbrecht im Herbst einen lange gehegten Wunsch. Sie eröffnete eine Strickstube im Schulweg 25. Im Haus ihrer Eltern Anna und Edgar Kleinhenz verkauft sie Wolle und Zubehör und strickt mit Hilfe von zwei Maschinen fast alle Arten von Kleidungsstücken wie Strümpfe, Pullover, Strickjacken und Mützen auf Bestellung.

Schaffell aus dem Schwarzwald

Der Renner in ihrem Angebot sind die patentierten Wellness-Wollsocken. Die stellt Manuela Engelbrecht mit dicker Wolle her. Die Innen-Sohle besteht aus reinem Schaffell. Das bezieht die Unternehmerin auf 20-Kilo-Rollen ohne Haut aus dem Schwarzwald. Die Zusammensetzung der rutschfesten Sohle ist ein Betriebsgeheimnis und hat viele Tests erfordert.

Bis sie ein Paar Socken gestrickt hat braucht Manuela Engelbrecht etwa eine Stunde. Acht bis zehn Paar schafft sie pro Tag. Etwa 100 Paar fertigte sie im Sommer und Herbst, um bei der Geschäftseröffnung im Oktober einen Vorrat zu haben. Als sie aber in der Vorweihnachtszeit auch mit einem Stand bei den Adventsmärkten in Sulzheim, Alitzheim und auf der Hallburg vertreten war, ging der Vorrat rasch zur Neige. Manuela Engelbrecht kommt seitdem aufgrund zahlreicher Vorbestellungen kaum mit Stricken nach und steckt all ihre Energie in die Socken.

Ganze Familie im Einsatz

Damit die Aufträge möglichst rasch abgearbeitet werden konnten und können, hilft die ganze Familie mit. Manuelas Eltern Anna und Edgar Kleinhenz, ihre Töchter Denise (22) und Julia (19), ihre Söhne Lars (10) und Jan (7) sowie ihr Mann Wolfgang unterstützten sie.

Als dann Bayern 1 Ende November in einem Beitrag von den kuschelweichen Wellness-Schaffellsocken aus Herlheim berichtete, "läutete an den nächsten beiden Tagen das Telefon fast unaufhörlich. Julia und ich nahmen den ganzen Tag Bestellungen auf", erinnert sich Manuela Engelbrecht. Die Anrufe kamen nicht nur aus Bayern, sondern auch aus Thüringen und Hessen.

Zu verdanken hatte sie die Ausstrahlung der Mutter des Rundfunkredakteurs, der den Beitrag zusammenstellte. Diese hatte ihrem Sohn ein Paar der patentierten Wellness-Socken geschenkt. "Er war so begeistert, dass er unbedingt einen Beitrag machen wollte, was mich natürlich sehr freute und was für einen wahren Boom sorgte", sagt Manuela Engelbrecht.

Einer in der Familie teilt ihre Freude nicht ganz. "Die Mama strickt nur noch", beklagt sich der zehnjährige Lars ein wenig, ist aber auch mächtig stolz, dass die Mutti etwas herstellt, das begehrt und patentgeschützt ist. "Alle in der Familie tragen die Socken. Mein Vater trägt sie in den Schuhen, die er sich eine Nummer größer gekauft hat", sagt Manuela Engelbrecht.

In 15 Farben in allen Größen

"Die Socken sorgen für warme trockene Füße, sind temperaturausgleichend und beugen Schweißfüßen vor. Die Sohle ist rutschhemmend beschichtet. So kann man auch sicher auf Fliesen und Parkett laufen. Mit den Socken hat man beim Laufen auch das Gefühl, auf einem weichen Teppich zu spazieren. Dank der dicken Wolle sind sie sehr strapazierfähig", beschreibt Manuela Engelbrecht die Vorteile ihrer Erfindung auch auf ihrer Internet-Seite www.wellness-strickstube.de, auf der auch die Preise aufgelistet sind. Die Socken gibt es in allen Größen in 15 Farben.

Wenn die Nachfrage weiter so groß ist wie in den letzten Wochen muss sich Manuela Engelbrecht eine Verstärkung suchen. Diese müsste über gute Grundkenntnisse im Handstricken verfügen.

Lange gehegter Wunsch

Mit der Gründung der Strickstube und des Online-Shops sei für sie ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Sie habe schon immer, seit sie 14 Jahre alt war und ihren ersten Pullover strickte, gerne gestrickt und gehäkelt. Nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für die Familie, Verwandte und Bekannte. "An einem Woll- und Handarbeitsgeschäft kam ich noch nie vorbei, ohne reinzuschauen, wenn geöffnet war. Jetzt habe ich mein eigenes Geschäft, und dass es so gut anläuft, das freut mich ganz besonders", sagt die 40-Jährige, die, seit sie ihre Kinder bekam, schon in einer Fabrik und einer Gärtnerei, als Vertreterin für Haushaltswaren und eine Zeit lang als Tageskinder-Betreuerin tätig war, aber in all der Zeit ihrem Hobby Stricken nachging, wann sie nur Zeit dafür hatte.

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