Perspektiven auf steinigem Weg

02.09.2006

Mainpost 2.9.2006

 

Perspektiven auf steinigem Weg

 

KOLITZHEIM (DÄSI) Über 50 000 Besucher, so schätzten die Veranstalter, ließen sich bei den von Fendt und Saaten-Union veranstalteten Feldtagen auf dem Hofgut Wadenbrunn bei Kolitzheim (Lkr. Schweinfurt) von modernster Technik für die Landwirtschaft und Neuzüchtungen faszinieren. Ein Teil von ihnen gönnte sich auch den "Motivationsschub" in Form der "Perspektiven auf dem steinigen Alltagsweg", mit dem Dr. Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, beim anschließenden unterfränkischen Bauerntag aufwartete.

Sein Referatthema "Landwirtschaft - Problemlöser für Wirtschaft und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts?" war zwar mit einem Fragezeichen versehen, die Antwort darauf aber eindeutig: Die Bauern können einen erheblichen Beitrag zum Lösen gesellschaftlicher Herausforderungen leisten. Energiepolitik hatte Born dabei besonders im Auge. Nachwachsende Rohstoffe - neben Nahrungsmittelerzeugung das zweite Standbein der deutschen Landwirtschaft - könnten "die passende Antwort auf Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern und Rohstoffen" sein. Die Biomasse- und Bioenergieproduktion werde noch stärker als bisher anspringen, der Trend hin zur Festigung der Agrarmärkte werde sich fortsetzen. "Und damit kommen die Bauern raus aus der Tretmühle, in der sie die letzten 50 Jahre gesteckt haben. Raus aus der Tretmühle, die verursacht wurde durch Produktionssteigerungen, denen keine Nachfragesteigerung gegenüberstand", zeigte sich Born überzeugt. Wichtige Voraussetzung: Die Produktionsgrundlage, sprich der Boden, muss erhalten bleiben und - mit Blick auf Düngung mit Klärschlamm - "nicht jeder Scheißdreck auf unsere Flächen" gebracht werden. Kritisch äußerte sich der Referent zur Saisonarbeitskräfte-Regelung, zur gegenwärtigen Bio- und Gentechnikpolitik. Ein klares Nein erteilte er den Neid schürenden Forderungen nach "Transparenz", der Offenlegung der EU-Direktausgleichszahlungen an die Bauern.

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