Pflug schafft bis zu 500 Meter Leitung am Tag

12.10.2015

Mainpost, 12.10.2015

 

KOLITZHEIM/SULZHEIM

Pflug schafft bis zu 500 Meter Leitung am Tag

In wenigen Wochen soll die neue Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Kolitzheim-Sulzheim bei Zeilitzheim in den Probebetrieb gehen. Im Moment sind allerdings noch einige Arbeiten in vollem Gange. So wird gerade die 2,18 Kilometer lange Druckleitung zwischen dem Pumpwerk bei Herlheim und der Kläranlage in den Boden eingearbeitet – mit einem riesigen Pflug.

Durch diese Leitung werden die Abwässer aus Mönchstockheim, Sulzheim, Alitzheim, Herlheim, Ober- und Unterspiesheim, Kolitzheim und Gernach vom Pumpwerk zur Kläranlage gefördert.

In den Boden gebracht wird nicht nur die Leitung für das Abwasser, sondern auch drei Leerrohre für das Steuerkabel, die DSL-Verbindung, sowie eines als Reserve.

Dies geschehe in drei unterschiedlichen Verfahren, erklärt Planer Hugo Barthel vom Ingenieurbüro Pro Terra aus Knetzgau. In offener Bauweise werden die Rohre auf den letzten 200 Metern vor der Kläranlage verlegt. 640 Meter, ab dem Pumpwerk Herlheim bis zum Waldstück Humpel, sowie ein Acker westlich der Humpel werden im Spülbohrverfahren durchquert werden. Ein besonderes Verfahren, das Pflügen wird auf den restlichen 1340 Metern angewandt, auf denen die Leitung zwischen dem Waldrand und einem Feldweg in den Boden gebracht wird.

Schneller und billiger

Mit einem großen Kabelpflug werden dabei in einer geringeren Tiefe die Rohre und Kabel eingezogen. Durch Pflügen und Spülbohren wird die Oberfläche der Wege und Äcker geschont, erklärt Barthel. Auch der Baufortschritt ist schneller. So können beim Pflügen täglich zirka 500 Meter Leitung verlegt werden. Besonders das Pflügen, aber auch das Bohren, ist deutlich billiger als die offene Bauweise, das Verlegen in einem Graben.

Allerdings gibt es bei dieser Verlegetechnik auch Einschränkungen. Bei größeren Tiefen ist die Arbeit mit einem Pflug nicht mehr möglich. Auch die Rohrgröße ist begrenzt. Die Verlegung von Rohren mit einem Durchmesser von mehr als 350 Millimetern ist nicht ausführbar.

Damit ist das Pflügverfahren zwischen der Pumpstation bei Herlheim und der Kläranlage bei Zeilitzheim gerade noch möglich. Denn der Außendurchmesser der hier zu verlegenden Polyethylen-Rohre beträgt 315 Millimeter. Die gesamten Kosten für die Druckleitung, einschließlich Revisionsschächten und Leerrohren, beziffert Planer Barthel mit rund 480 000 Euro.

Der Betrieb der Kläranlage sollte dann eigentlich Ende Oktober aufgenommen werden. Ob dieser Termin noch zu halten ist, sei allerdings noch nicht sicher, berichtet Horst Herbert, Bürgermeister von Kolitzheim und Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes. Denn beim Pumpwerk Herlheim gebe es Schwierigkeiten mit dem Einbau der Pumpen.

Zu den News