Pralinen aus Filz und Krawatten aus Holz

25.03.2009

Mainpost 25.03.2009

 

ZEILITZHEIM

Pralinen aus Filz und Krawatten aus Holz

 

Ostermarkt in historischer Kulisse des Schlosses mit allerlei Kuriositäten

 

Etwas skeptisch hatte sich die Frau den Hut aufgesetzt, war aber dann begeistert. Er war wie für sie gemacht. Und das sahen Passanten auch so. „Der steht Ihnen aber gut“, lauteten die Kommentare. Letzte Zweifel waren beseitigt, sie zückte ihren Geldbeutel und erstand das gute Stück.

Andere wurden schwach, als sie die bunten Blumen sahen, die im Hof des Schlosses beim Ostermarkt dekorativ präsentiert wurden. Stiefmütterchen mit großen und kleinen Blüten, Tulpen, Palmkätzchen und vieles mehr stimmten auf den Frühling ein, von dem an diesem Tag allerdings wenig zu spüren war, denn es war windig, bedeckt und kühl. Viele ließen sich davon nicht abschrecken, kamen nach Zeilitzheim und verbrachten in dem historischen Gebäude einen schönen Tag. Sie flanierten an den etwa 50 Ständen vorbei, die zum größten Teil in den Innenräumen des Schlosses untergebracht waren.

Liebhaber des Schönen, Qualitätvollen und Ungewöhnlichen kamen voll auf ihre Kosten. Das Angebot war breit gefächert und reichte von ausgesuchten Backwaren, Spirituosen, Naturkosmetik über Schals, Karten, Hüten, Blumen, und Porzellan bis hin zu Bildern, Getöpfertem und Schmuck. Fine and Funny Art zeigte zum Beispiel Ketten, Ringe, Armbänder und Broschen gefertigt aus Materialien aus dem Meer, kombiniert mit Edelmetallen und Edelsteinen. Hübsch anzusehen und einfallsreich waren die Filzwaren. Es gab Hüte, Kleidung, Blumen, echt aussehende Pralinen, Nadelkissen in Tortenform, Ostereier und Figuren.

Schmunzeln mussten viele Besucher als sie am Stand von Ronny Dupke die Krawatten aus Holz entdeckten. Dekorativ und ungewöhnlich. „Sie sind meine Erfindung. Ich verwende heimische Hölzer. Verziert sind die Krawatten unter anderem mit Swarovski-Kristallen“, sagt der Thüringer, der sich selbst Holzkreateur nennt.

Die große Liebe von Birgit Seidel aus Dittelbrunn ist handgewebtes Leinen aus Ungarn. Sie hatte nach Zeilitzheim viele Stücke mitgebracht. „Ich habe mir in Ungarn immer wieder Sachen gekauft. Irgendwann fehlte der Platz. Die Schränke waren voll und so habe ich mich entschlossen auf Märkte zu gehen“, erläutert sie, streicht sanft über eine Tischdecke und meint: „Es ist ein sinnliches Gefühl, das Leinen in die Hand zu nehmen.“

Beim Markt wurden alle Sinne angesprochen. Ein Leierkastenmann spielte auf der Drehorgel stimmungsvolle Lieder, der Duft von Bratwürsten und anderen Leckereien erfüllte die Luft und erwecke den Appetit. Im Garten blühten die Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge. Schön anzusehen warn außer ihnen auch die Greifvögel von Karl-Josef Kant. Außerdem fand im Gasthaus zur Sonne, gegenüber des Schlosses ein Büchermarkt statt. Der Erlös und der der Bewirtung kommt der kulturellen Arbeit des Förderkreises Schloss Zeilitzheim zugute.

 

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