Priester holen Wasser aus dem Fluss

29.09.2006

Mainpost 29.9.2006

 

Priester holen Wasser aus dem Fluss

 

GERNACH (ES) Gut besetzt war das Sportheim des TSV Gernach anlässlich des Senioren-Ehrentages, den wieder der Frauenbund Gernach und die Gemeinde Kolitzheim durchführten. Dieser Tag ist ein kleines Dankeschön für all das gedacht, was die Senioren für die Gemeinschaft des Dorfes getan haben und noch tun.

 

Gaby Berchtold, die Vorsitzende des Frauenbundes Gernach hatte die Senioren mit einem Herbstgedicht willkommen geheißen. Dann hatten die Senioren Gelegenheit, es sich bei Kaffee und den von den Frauen gebackenen Kuchen gut gehen zu lassen, ehe der Reigen der Darbietungen begann.

Viel Beifall erhielten die Buben und Mädchen aus dem St. Franziskus-Kindergarten für ihre Darbietungen unter der Leitung von Delia Asimi. Groß war die Freude, wenn ein Kind seine Oma oder seinen Opa unter den Zuhörern entdeckte.

Mit Applaus bedacht wurde auch der Schlamperertanz der jüngeren KOMM-IN-Kinder: Gaby Berchtold hatte diesen Tanz mit der Gruppe einstudiert.

Pater Dr. Cyprian Okoronkwa aus Nigeria, der momentan Pfarrer Georg Hartmann während dessen Urlaubs vertritt, informierte über sein Heimatland Nigeria. Er ist Leiter eines Priesterseminars; etwa 30 junge Männer besuchen diese Ausbildungsstätte für werdende Priester. Es kostet ihn viel Mühe, für seine Seminaristen die alltäglichen Lebensgrundlagen sicherzustellen: Sauberes Wasser wird mit einem Tanklastzug gebracht; ist nicht genug Geld da, dieses Wasser zu kaufen, oder den Transport zu bezahlen, müssen die angehenden Priester Wasser aus einem Fluss holen.

Auch der tägliche Bedarf an Lebensmittel ist nicht selbstverständlich vorhanden; es gibt auch Zeiten, in denen es nicht genug zu essen gibt. Strom gibt es täglich nur wenige Stunden, weil sich das Priesterseminar keinen Generator leisten kann.

Pfarrer Dr. Okoronkwa erläuterte, dass er mit dem Geld, das er in Deutschland und auch in Italien für die Urlaubsvertretung bekomme, bedürftige Schülerinnen und Schüler, sowie Seminaristen in seinem Priesterseminar unterstütze. Schließlich sang er das nigerianische Lied "Gott ist immer gut", beim Refrain unterstützt von den Senioren. Später wiederholte er dieses Lied noch einmal, weil Angelina Weis inzwischen eine ihrer afrikanischen Trommeln herbeigeholt hatte.

Bürgermeister Horst Herbert wies in Anwesenheit von Gemeinderat Wolfgang Friedrich darauf hin, dass die geringe Kinderzahl nicht nur in Gernach eine der großen Sorgen für die Zukunft sei. Herbert bedankte sich bei Gaby Berchtold, der Vorsitzenden des Frauenbundes, ihrer Vorstandschaft und den anderen Frauen für die Vorbereitung dieses Nachmittags. Sein Dank galt auch Maria Hofstetter, der Leiterin des Seniorenkreises, für ihre stetigen Einsatz für die Senioren in Gernach.

Rita Schüll trug ein Gedicht vor, in dem deutlich wurde, wieviel sich in den Zeitläufen verändert, und wie sich diese Veränderungen in der Sprache niederschlagen. Die größeren KOMM-IN Kinder trugen den "Froschtanz" vor. Mit Beifall war auch die Musikkapelle Gernach mit ihrem Dirigenten Alfred Glos bedacht worden, die für die Senioren zur Unterhaltung aufspielte und so für gute Stimmung sorgte.

Der Nachmittag endete mit dem Abendessen. Das hatte die Gemeinde für die Gäste über 65 und ihre Partner mit je fünf Euro bezuschusst.

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