Räte beschließen Gebühr für Friedhofspflege

30.01.2015

Mainpost, 30.01.2015

 

KOLITZHEIM
Räte beschließen Gebühr für Friedhofspflege

Gemeinde will die Differenz zwischen Einnahmen und Kosten des Bestattungswesen verringern

Die Einnahmen bei den Friedhofsgebühren decken in der Gemeinde Kolitzheim bei Weitem nicht die Ausgaben. Deshalb verlange die Rechtsaufsicht, früher das Landratsamt und heute der Kommunale Bayerische Prüfungsverband, seit Jahren eine Anhebung der Gebühren, informierte Bürgermeister Horst Herbert bei der Gemeinderatssitzung.

Diese Anpassung sei jetzt umso dringender, da für dieses Jahr ein Kredit zur Deckung des Haushalts aufgenommen werden müsse. Allerdings, so wurde in der späteren Diskussion klar, sei es jetzt auch wieder zulässig, die Kosten nicht vollständig durch die Gebühren zu decken. Schließlich sei es schwer in diesem Bereich genau zu kalkulieren.

Kämmerer Werner Knoblach hat eine umfangreiche Berechnung aller den Friedhofsbereich umfassenden Kosten vorgenommen, die er den Gemeinderäten vorstellte. So hat er die Fläche der Gräber und die Kosten für die Gebäude ebenso ermittelt wie beispielsweise die jährlichen Personalkosten des Bauhofs und die Verwaltungskosten für die gesamten Bestattungseinrichtungen.

Zwischen den Kosten und den Einnahmen bestehe eine jährliche Differenz von 65 000 Euro, hatte er errechnet. Wolle man sie nur über die bisher üblichen Grabplatz- und Leichenhausgebühren ausgleichen, müssten diese um ein Mehrfaches steigen, rechnete er vor. Dann müsste die Gemeinde für ein Reihengrab mehr als 1000 Euro verlangen (heute 300 Euro). Bei einem Familiengrab wären es sogar mehr als 2000 Euro (bisher 600 Euro).

Deshalb schlug Knoblach die Einführung einer Gebühr für die Friedhofspflege vor, wie sie auch in anderen Gemeinden schon üblich ist. Für den Unterhalt der Friedhöfe, zum Beispiel für die Instandhaltung der Wege, die Pflege der Grünanlagen und die Kosten für Wasserverbrauch, sollen die Angehörigen von Verstorbenen jährlich einen festgelegten Betrag bezahlen.

Dieser Vorschlag löste im Rat eine rege Debatte aus. Eine Erhöhung beziehungsweise Neueinführung von Gebühren sei gerecht, meinte Martin Mack. Dann müssten allerdings auch die Leistungen der Gemeinde stimmen. Bereits bei der vorherigen Haushaltsberatung hatte Mack die Renovierung oder Erneuerung der Friedhofsmauer in Unterspiesheim angemahnt.

Man müsse Prioritäten setzen, hielt Reinhard Heck dem entgegen. Er hält die Erneuerung des Kanals in der Sankt-Wendelinus-Straße in Oberspiesheim für wichtiger. In diesem Jahr nicht mehr, sagte auch Bürgermeister Herbert zur Friedhofsmauer. Die Kosten für eine Sanierung würden bei rund 50 000 Euro liegen, habe Robert Herbig vom Bauamt errechnet.

Auch Mülltonnen sollten wieder aufgestellt werden, lautete eine weitere Forderung aus der Runde. Sie wurden abgeschafft, weil illegal Hausmüll darin entsorgt wurde, erinnerte hierzu das Gemeindeoberhaupt. Des Weiteren wurde der Abfall von den Gräbern nicht sauber in Bio- und Restmüll getrennt. Außer den Bauhofmitarbeitern sei niemand da, der die Mülltonnen für die Abfuhr herausstellt und wieder zurückfährt, benannte er ein weiteres Problem.

Es werde zwar einen Aufschrei in der Bevölkerung geben, für ihn sei eine Erhöhung der Gebühren allerdings in Ordnung sagte Burkhard Krapf. Werner Herbert befürchtete, dass von Seiten der Bevölkerung nichts mehr gemacht werde und letztendlich wieder der Bauhof zuständig sei. Bei dem Defizit im Moment zahle jeder Bürger mit, meinte Jonas Redweik. Deshalb seien Gebühren gerechter, fügte Werner Herbert hinzu. Reinhold Holzheid schlug vor, die Erhöhung in kleineren Schritten vorzunehmen und nicht gleich auf volle Kostendeckung abzuzielen.

Letztendlich einigten sich die Räte auf die Einführung der Gebühr für die Friedhofspflege. Sie soll allerdings nur halb so hoch werden, wie Kämmerer Knoblach zur Kostendeckung errechnet hat.

So werden für ein Reihengrab jährlich 12 Euro, für ein Familiengrab 24 Euro und für eine Urnengrabstätte 18 Euro erhoben. Auch die Grabplatzgebühren werden erhöht. Ein Familiengrab kostet in Zukunft für 25 Jahre 625 Euro (bisher 600 Euro), ein Reihengrab 325 Euro (bisher 300). Billiger wird die Urnengrabstätte für 10 Jahre. Ihre Gebühr sinkt von 300 Euro auf 180 Euro.

Bei Verlängerung des Benutzungsrechtes steigen die Gebühren beim Familiengrab auf 25 Euro pro Jahr (bisher 24), beim Reihengrab auf 13 Euro (bisher 12) und bei der Urnengrabstätte sinken sie auf 18 Euro (bisher 30 Euro). Diese Gebühren werden mit weiteren formalen Änderungen in die Satzung aufgenommen, beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme.

Brigitte Pfister

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